Diplomarbeit, 2009
125 Seiten, Note: 1,3
1 PROBLEMSTELLUNG UND AUFBAU DER ARBEIT
2 DER LERNORT BETRIEB IM RAHMEN DER DUALEN BERUFSAUSBILDUNG
2.1 Betrieblicher Nutzen der Berufsausbildung
2.2 Der Beitrag des Lernorts Betrieb zu den Ausbildungszielen
2.3 Die Ausbildungssituation im kaufmännischen Bereich
3 AUSBILDERINNEN UND AUSBILDER IM SPANNUNGSFELD ZWISCHEN BETRIEBLICHER REALITÄT UND PÄDAGOGISCHER NOTWENDIGKEIT
3.1 Die Situation und die Rolle der Ausbilderinnen und Ausbilder
3.2 Qualifizierung des betrieblichen Ausbildungspersonals
3.2.1 Der Rahmenstoffplan für die Ausbildung der Ausbilderinnen und Ausbilder
3.2.2 Die Aussetzung der AEVO und ihre Folgen
3.3 Qualifizierung und Professionalisierung des Bildungspersonals als Ansatz der Qualitätssicherung
4 DER EXPERTENKULTURANSATZ IM RAHMEN DER BETRIEBLICHEN AUSBILDUNG
4.1 Konzeptionelle Einordnung des Ansatzes
4.2 Komponenten des Expertenkulturansatzes
4.2.1 Experten vs. Novizen
4.2.2 Lernen als Enkulturation in eine Expertenkultur
4.2.3 Ethische Legitimierung: Die Verantwortungsbereitschaft als Ziel der Berufsausbildung
4.2.4 Zur Gestaltung betrieblicher Ausbildungssituationen im Sinne des Expertenkulturansatzes: Der Cognitive Apprenticeship-Ansatz
4.2.4.1 Die Dimension Inhalt
4.2.4.2 Die Dimension Methode
4.2.4.3 Die Dimension Sequenzierung
4.2.4.4 Die Dimension soziales Umfeld
4.3 Empirische Befunde
4.3.1 Empirische Befunde zur Einbindung von Auszubildenden in die betriebliche Expertenkultur
4.3.2 Studien zu möglichen Einflussfaktoren bezüglich der Einbindung von kaufmännischen Auszubildenden in die betriebliche Expertenkultur
4.3.3 Studie zum Zusammenhang zwischen der Einbindung von kaufmännischen Auszubildenden in die betriebliche Expertenkultur und ihrem Interesse
4.3.4 Zusammenfassende Darstellung der Ergebnisse
5 STUDIE ZUR RELEVANZ DES EXPERTENKULTURANSATZES IN DER BETRIEBLICHEN AUSBILDUNG
5.1 Untersuchungsdesign
5.1.1 Rekrutierung und Beschreibung der Stichprobe
5.1.2 Inhalt und Aufbau des Erhebungsinstruments
5.2 Aufbereitung und Auswertung des Materials
5.3 Ergebnisse der Studie
5.3.1 Kategorie 1: Zugewiesene Ausbildungsaufgaben und ihre Merkmale
5.3.2 Kategorie 2: Vorgehensweise bei der Unterweisung
5.3.3 Kategorie 3: Einbindung in die Expertenkultur
5.3.4 Kategorie 4: Rahmenbedingungen der Ausbildertätigkeit
5.4 Gütekriterien der Untersuchung
6 FAZIT UND FORSCHUNGSPERSPEKTIVEN
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht die Relevanz des Expertenkulturansatzes in der dualen betrieblichen Ausbildung im kaufmännischen Bereich. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, in welchem Ausmaß dieser Ansatz durch das betriebliche Ausbildungspersonal in der Praxis tatsächlich angewendet wird und welche Qualifikationsbedarfe sowie Rahmenbedingungen die Umsetzung beeinflussen.
4.2.2 Lernen als Enkulturation in eine Expertenkultur
Unter Enkulturation versteht man im pädagogischen Sinn die Gesamtheit bewusster und unbewusster Lern- und Anpassungsprozesse, durch die der Lernende im Zuge des Hineinwachsens in eine Gesellschaft die wesentlichen Elemente der zugehörigen Kultur übernimmt und folglich zu einer sozialen Persönlichkeit heranreift (Brockhaus 1988: 409). Durch Enkulturations- und Sozialisationsprozesse entwickeln sich zudem Überzeugungs- und Wertesysteme (Reimann/Krapp 2008: 195).
In der betrieblichen Ausbildung ist neben dem Ziel, die Auszubildenden mit den erforderlichen Kompetenzen zur Bewältigung beruflicher Anforderungen auszustatten, auch die Enkulturation als berufspädagogisches Ziel verankert. Das bedeutet, dass die Persönlichkeitsentfaltung der Auszubildenden und ihre Integration in Arbeits- und Sozialstrukturen zu fördern sind.
Für die Auszubildenden stellt die betriebliche Ausbildungswirklichkeit einen wesentlichen Bezugspunkt der berufs- und ausbildungsbezogenen Erwartungen dar. Sie treten in einen neuen Erfahrungsbereich ein, in dem sie sich auf Tätigkeitsanforderungen, Organisationsstrukturen und Interaktionsformen einstellen müssen, mit denen sie im Laufe ihrer bisherigen Sozialisation nur wenig zu tun hatten. Diesem Sachverhalt kommt aus pädagogischer Sicht besondere Aufmerksamkeit zu. Die Möglichkeit der persönlichen „Sinnerfüllung und sozialen Kommunikation“ muss in den Betrieben daher gewährleistet sein (Senatskommission 1990: 63).
Dazu soll der Auszubildende in eine Expertenkultur eingebunden bzw. in einer „community of practice“ situiert werden (Reinmann-Rothmeier/Mandl 1993: 4) und so zu einem Mitglied dieser Expertenkultur heranreifen.
1 PROBLEMSTELLUNG UND AUFBAU DER ARBEIT: Einführung in die Bedeutung beruflicher Ausbildungsqualität sowie Definition der zentralen Forschungsfrage und Aufbau der Untersuchung.
2 DER LERNORT BETRIEB IM RAHMEN DER DUALEN BERUFSAUSBILDUNG: Erörterung der betrieblichen Lernbedingungen und der Ausbildungssituation im kaufmännischen Bereich.
3 AUSBILDERINNEN UND AUSBILDER IM SPANNUNGSFELD ZWISCHEN BETRIEBLICHER REALITÄT UND PÄDAGOGISCHER NOTWENDIGKEIT: Darstellung der Rolle und Qualifizierung des betrieblichen Ausbildungspersonals sowie des Bedarfs an professioneller Weiterbildung.
4 DER EXPERTENKULTURANSATZ IM RAHMEN DER BETRIEBLICHEN AUSBILDUNG: Theoretische Herleitung des Expertenkulturansatzes, des Lernens als Enkulturation und des Cognitive-Apprenticeship-Modells.
5 STUDIE ZUR RELEVANZ DES EXPERTENKULTURANSATZES IN DER BETRIEBLICHEN AUSBILDUNG: Beschreibung des empirischen Untersuchungsdesigns, der Datenerhebung mittels Experteninterviews und Analyse der Ergebnisse.
6 FAZIT UND FORSCHUNGSPERSPEKTIVEN: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfragen, kritische Diskussion der Ergebnisse und Aufzeigen von weiterem Forschungsbedarf.
Expertenkulturansatz, Duale Berufsausbildung, Ausbildungspersonal, Cognitive Apprenticeship, Enkulturation, betriebliches Lernen, Berufspädagogik, Ausbilder, Handlungsfähigkeit, Wissensvermittlung, Qualitative Forschung, Lernumgebung, Beruflicher Kompetenzerwerb, Professionalisierung, betriebliche Sozialisation
Die Arbeit untersucht, wie betriebliche Ausbildungsprozesse im kaufmännischen Bereich gestaltet sind und inwiefern dabei der wissenschaftlich fundierte „Expertenkulturansatz“ Anwendung findet.
Die Themenfelder umfassen die Rolle des betrieblichen Ausbildungspersonals, die Anwendung konstruktivistischer Lehrmethoden (wie Cognitive Apprenticeship) sowie die Rahmenbedingungen, unter denen betriebliche Ausbildung in Deutschland stattfindet.
Das Hauptziel ist es, zu ermitteln, welche Relevanz der Expertenkulturansatz in der betrieblichen Praxis hat und in welchem Ausmaß dieser Ansatz durch das Ausbilderpersonal aktiv praktiziert wird.
Die Arbeit nutzt einen qualitativen Forschungsansatz, namentlich die problemzentrierte Interviewmethode, um durch explorative Erhebungen bei verschiedenen Ausbildern Einblicke in deren praktische Lehrtätigkeit zu gewinnen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Einordnung des Expertenkulturansatzes und eine empirische Studie, in der 13 Ausbilder aus unterschiedlichen Branchen zu ihrem Vorgehen bei der Unterweisung befragt wurden.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Expertenkulturansatz, betriebliche Berufsausbildung, handlungsorientiertes Lernen, Ausbilderprofessionalisierung und qualitative Inhaltsanalyse charakterisiert.
Die befragten Experten berichten teilweise von einer Minderung der Ausbildungsqualität und kritisieren den Mangel an formaler pädagogischer Vorbereitung, was die Bedeutung qualifizierter Ausbildungspersonals unterstreicht.
Die Studie zeigt, dass sich trotz unterschiedlicher Unternehmensgrößen keine signifikanten Korrelationen zwischen der Betriebsstruktur und der Umsetzung des Expertenkulturansatzes feststellen lassen; die Ausbildungspraxis orientiert sich häufiger an traditionellen Routinen.
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