Diplomarbeit, 2009
53 Seiten, Note: Sehr Gut
1. Einleitung
2. Methodik
3. Begriffsdefinitionen
3.1 Arzneimittel
3.2 Selbstmedikation
3.3 Generika
3.4 Placebo
4. Theorieteil – Die Pharmaindustrie
4.1 Die Forschungen der Pharmaindustrie
4.1.1 Wie wird geforscht?
4.1.2 Welche Medikamente werden erforscht?
4.2 (Schleich) – Werbung?
4.3 Das Geschäft mit den Medikamenten
4.3.1 Der Verkauf / Kauf von Arzneimitteln
4.3.2 Medikamentenfälschung
4.4 Das Gesundheitswesen und die Pharmaindustrie
4.4.1 Suchterkrankungen in medizinischen Berufen
4.4.2 Der Arzneimittelkonsum von Herrn und Frau Österreicher
5. Der Fragebogen
5.1 Methodik
5.2 Darstellung der Ergebnisse
5.2.1 Demographische Daten
5.2.2 Ergebnisse aus den Fragen zum Medikamentenkonsum
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Medikamentenkonsum von diplomierten Pflegepersonen sowie den Stellenwert der Pharmaindustrie im Krankenhausalltag, um zu klären, ob medizinisches Personal einen unkritischen Umgang mit dem eigenen Konsum pflegt und inwieweit die Verfügbarkeit von Medikamenten am Arbeitsplatz das Konsumverhalten beeinflusst.
4.1.1 Wie wird geforscht?
Bach (2004) beschreibt den Ablauf der klinischen Prüfung so:
Phase I: Das Arzneimittel wird zum ersten Mal an ein paar gesunden Menschen (<100) angewendet. Getestet wird insbesondere die Verträglichkeit.
Phase II: Die Anwendung erfolgt an ca. 100 – 500 Menschen in ausgesuchten Kliniken. Getestet wird insbesondere die Wirksamkeit.
Phase III: In dieser Phase wird das Medikament an über 1000 Patienten getestet, um unerwünschte Nebenwirkungen zu erfassen. Diese Studie kann sich über Jahre hinziehen. Ist diese Phase erfolgreich abgeschlossen, kann das neue Präparat zur Zulassung eingereicht werden.
Phase IV: Wenn das Arzneimittel zugelassen wurde, wird weiter beobachtet, um mögliche Nebenwirkungen – welche erst durch längeren Konsum entstehen – gleich zu bemerken.
Pflegerische Bedeutung gibt es in diesen Phasen nicht, denn die Testpersonen müssen gesund sein und freiwillig an diesen Studien teilnehmen. Daher werden sie eher nicht in Krankenhäusern anzutreffen sein, außer es gibt Komplikationen mit einem neu getesteten Medikament.
„Es dürfen keine Arzneimittel in den Verkehr gebracht werden, die eine schädliche Wirkung haben, die über ein vertretbares Maß hinausgeht. Eine schädigende Wirkung muss nicht erwiesen sein, es genügt bereits ein wissenschaftlich begründeter wesentlicher Verdacht, um die Verkehrsfähigkeit eines Arzneimittels auszuschließen“ (Ulrich 2007: S 72).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Beobachtung eines leichtfertigen Umgangs mit Medikamenten auf Station und leitet daraus die zentralen Forschungsfragen zum Konsumverhalten von Pflegepersonen ab.
2. Methodik: Dieses Kapitel erläutert die Literaturrecherche und die Anlage der quantitativen Querschnittstudie mittels Fragebogen in einem Vorarlberger Krankenhaus.
3. Begriffsdefinitionen: Hier werden zentrale Termini wie Arzneimittel, Selbstmedikation, Generika und Placebo wissenschaftlich definiert.
4. Theorieteil – Die Pharmaindustrie: Dieses Kapitel analysiert kritisch die Forschungspraktiken, das Marketing, den Arzneimittelhandel, Fälschungsrisiken und die Suchtproblematik im medizinischen Umfeld.
5. Der Fragebogen: Es wird der empirische Teil beschrieben, einschließlich der Methodik der Datenerhebung sowie der detaillierten Darstellung der demographischen und konsumbezogenen Ergebnisse.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, beantwortet die Forschungsfragen auf Basis der Daten und weist auf den notwendigen Nachholbedarf in der Forschung zum Thema Pflege und Medikamentenkonsum hin.
Medikamentenkonsum, Pflegepersonen, Pharmaindustrie, Selbstmedikation, Suchtprävention, Krankenhausalltag, Arzneimittel, Medikamentenmissbrauch, Pharmaforschung, Patientensicherheit, Gesundheitswesen, Konsumverhalten, Beipackzettel, Medikamentenfälschung
Die Arbeit untersucht das Konsumverhalten von diplomierten Pflegepersonen hinsichtlich rezeptpflichtiger Medikamente und analysiert dabei den Einfluss der Pharmaindustrie auf den klinischen Alltag.
Die Arbeit behandelt den privaten und beruflichen Arzneimittelkonsum, die Rolle der Pharmaindustrie, den Einfluss von Werbung und die Problematik von Suchterkrankungen in medizinischen Gesundheitsberufen.
Das primäre Ziel ist es herauszufinden, ob Pflegepersonen durch ihren ständigen Umgang mit Arzneimitteln einen sorgloseren und unkritischeren Konsum entwickeln und wie präsent Pharmakonzerne im Krankenhausalltag agieren.
Die Autorin nutzt eine Kombination aus einer ausführlichen Literaturrecherche und einer quantitativen, anonymen Fragebogenstudie unter 116 Pflegefachkräften.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Bereich zur Pharmaindustrie (Forschung, Werbung, Marktmechanismen) und einen praxisorientierten Bereich, der die Umfrageergebnisse des Pflegepersonals in einem Vorarlberger Krankenhaus analysiert.
Die zentralen Schlagworte sind Medikamentenkonsum, Pflegepersonen, Pharmaindustrie, Selbstmedikation und Suchtprävention im Gesundheitswesen.
Die Studie untersuchte, ob Pflegepersonen, die privat viele Medikamente konsumieren, dies auch vermehrt am Arbeitsplatz tun; die Ergebnisse zeigten hier jedoch keinen eindeutig bestätigten Zusammenhang.
Die Untersuchung ergab, dass weibliche Pflegepersonen laut Befragung insgesamt mehr Medikamente konsumieren als männliche Kollegen, was unter anderem auf die Einnahme von oralen Kontrazeptiva zurückzuführen ist.
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