Masterarbeit, 2009
58 Seiten, Note: 2,5
1. Einleitung und Public Health Relevanz
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Chronische Schmerzen
2.2 Schmerzversorgung in Deutschland
3. Epidemiologie und Versorgungsforschung bei chronischen Schmerzen
3.1 Stand der Literatur vor 2003
3.2 Stand der Literatur 2003 bis 2008
4. Ziele der Arbeit und Forschungsfragen
5. Methodik
5.1 Das leitfadengestützte Experteninterview und die qualitative Auswertung
5.2 Auswahl der Interviewpartner und Durchführung der Interviews
6. Ergebnisse der leitfadengestützten Experteninterviews
7. Diskussion und Ausblick
Die Arbeit analysiert die ärztliche Einstellung in Bezug auf spezielle Schmerztherapien und die Zusammenarbeit zwischen Ärzten der Primärversorgung und speziellen schmerztherapeutischen Einrichtungen, um Defizite in den Versorgungsabläufen für chronische Schmerzpatienten zu identifizieren.
2. Theoretischer Hintergrund
Die International Association for the Study of Pain definiert Schmerz folgendermaßen:
„Schmerz ist ein unangenehmes Sinnes- oder Gefühlserlebnis, das mit tatsächlicher oder drohender Gewebeschädigung einhergeht oder von betroffenen Personen so beschrieben wird, als wäre eine solche Gewebeschädigung die Ursache.“
Die gegebene Definition umfasst dabei sowohl das akute als auch ein chronisches Schmerzphänomen. Akute Schmerzen dauern nur eine gewisse Zeit an und sollen den Körper vor Schäden und Überlastung schützen; sie haben also eine Signal- und Schutzfunktion. Hingegen halten Chronische Schmerzen im Gegensatz dazu über lange Zeit an und haben ihre Signalfunktion verloren.
Manchmal hängen chronische Schmerzen gar nicht mehr mit der zugrunde liegenden Krankheit, wie der Spannungskopfschmerz, zusammen. Ähnlich verhält es sich mit chronischen Rückenschmerzen, die keine schwerwiegende organische Ursache haben. So kann z. B. ein Bandscheibenvorfall oder ein Hexenschuss bereits behoben sein; die Schmerzen halten aber weiter an.
1. Einleitung und Public Health Relevanz: Das Kapitel erläutert die ökonomische und gesellschaftliche Relevanz chronischer Schmerzen und verdeutlicht die bestehende Datenlücke in der deutschen Versorgungslandschaft.
2. Theoretischer Hintergrund: Es wird der medizinische Schmerzbegriff definiert und die Entwicklung der speziellen Schmerzversorgung in Deutschland historisch sowie strukturell eingeordnet.
3. Epidemiologie und Versorgungsforschung bei chronischen Schmerzen: Dieses Kapitel fasst internationale und nationale Studien zur Prävalenz, den Risikofaktoren und den Kosten von Schmerzerkrankungen zusammen.
4. Ziele der Arbeit und Forschungsfragen: Die Arbeit fokussiert sich auf die ärztliche Perspektive zur Kooperation mit Schmerzeinrichtungen und die Hintergründe für Überweisungsbarrieren.
5. Methodik: Hier wird der Einsatz leitfadengestützter Experteninterviews bei Hausärzten als qualitatives Forschungsinstrument beschrieben und das Vorgehen bei der Auswahl der Interviewpartner erläutert.
6. Ergebnisse der leitfadengestützten Experteninterviews: Die Ergebnisse präsentieren die Einschätzungen der befragten Ärzte zu den verschiedenen Aspekten der Schmerztherapie, von der Diagnostik bis zur Zusammenarbeit mit Spezialisten.
7. Diskussion und Ausblick: Abschließend werden die identifizierten Schwachstellen diskutiert und zwei Entwicklungsmodelle für eine verbesserte Versorgung von Schmerzpatienten vorgeschlagen.
Chronischer Schmerz, Primärversorgung, Versorgungsforschung, Experteninterview, Schmerztherapie, Schmerzeinrichtung, Hausarzt, Kooperation, Patientenversorgung, Gesundheitsökonomie, Multimodale Therapie, Leitlinien, Qualitätssicherung, Schmerzprävalenz, Interdisziplinarität
Die Arbeit untersucht die Zusammenarbeit zwischen Hausärzten der Primärversorgung und spezialisierten Schmerztherapeuten bei der Betreuung chronischer Schmerzpatienten.
Die zentralen Themen umfassen die Epidemiologie chronischer Schmerzen, die aktuelle Versorgungssituation in Deutschland sowie die ärztlichen Einstellungen und Barrieren in der interdisziplinären Kooperation.
Das Ziel ist es, die Gründe für späte oder ausbleibende Überweisungen von Schmerzpatienten an Spezialisten zu eruieren und Potenziale zur Optimierung der Versorgungsabläufe aufzuzeigen.
Die Autorin wählt einen qualitativen Forschungsansatz mittels leitfadengestützter Experteninterviews mit 10 Hausärzten, deren Aussagen im Anschluss qualitativ analysiert werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des Schmerzes, die epidemiologische Analyse der Versorgungsforschung und die Auswertung der empirischen Experteninterviews.
Schlüsselbegriffe sind insbesondere chronischer Schmerz, Primärversorgung, multimodale Therapie, Experteninterview und Versorgungseffizienz.
Die Haltung ist ambivalent: Einerseits wird die Wichtigkeit der Einrichtungen anerkannt, andererseits wird die Kommunikation und die Zusammenarbeit als mangelhaft und die Erreichbarkeit durch lange Wartezeiten als erschwert wahrgenommen.
Der Hausarzt nimmt laut der Untersuchung eine Schlüsselposition ein, da er als Koordinator und erster Ansprechpartner den gesamten Patientenweg begleitet und maßgeblich über die weitere Behandlung entscheidet.
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