Bachelorarbeit, 2009
86 Seiten, Note: 1,15
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1 Einleitung
2 Methoden des Schriftspracherwerbs - ein Überblick
2.1 Die Fibel
2.1.1 Die Buchstabiermethode
2.1.2 Die Lautiermethode
2.1.3 Die Ganzwort- oder Ganzsatzmethode
2.1.4 Der Methodenstreit zwischen Analytikern und Synthetikern
2.1.5 Die Integration der Methoden
2.2 Aktuelle Formen des Schriftspracherwerbs
2.2.1 Der Spracherfahrungsansatz (SPE)
2.2.2 Lesen durch Schreiben
2.2.3 Die Fibel heute
2.3 Annäherung: Fibel - Spracherfahrungsansatz
3 Analyse
3.1 Kriterienkatalog zur Analyse von Lehrwerken
3.2 Analyse DUDEN-Fibel
3.2.1 Grobanalyse
3.2.2 Strukturanalyse
3.3 Analyse ABC-Lernlandschaft
3.3.1 Grobanalyse
3.3.2 Strukturanalyse
4 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die didaktische Qualität von Lehrwerken für den Schriftspracherwerb in der Grundschule, insbesondere den Vergleich zwischen traditionellen Fibeln und offenen Konzepten wie dem Spracherfahrungsansatz, um Lehrkräften fundierte Kriterien für eine bewusste Auswahl an die Hand zu geben.
2.1.1 Die Buchstabiermethode
„Nachdem Gutenberg im 15.Jahrhundert die Erfindung der beweglichen Lettern machte, die sich zu einem Druckstock zusammenfügen ließen, glaubte man, im Lesen eine diesem technischen Vorgang analoge Weise im Zusammenfügen der einzelnen Buchstaben zu Wörtern sehen zu müssen.“
Zunächst mussten die SchülerInnen die Buchstaben des Alphabets mit ihrem Namen lernen, in der Folge fügten sie diese additiv zunächst zu Silben und schließlich zu Wörtern zusammen. Der Lehrer zeigte hierbei die Buchstaben auf so genannten Buchstabentafeln, sprach den Kindern vor und diese sprachen nach. Aus „Vau“ + „a“ + „te“ + „e“ + „er“ wurde so das Wort „Vater“ gebildet. Dass diese Leselernmethode mitnichten zum Erfolg führt, zeigt das Erlebnis der Schülerin Helene Lange. Diese berichtet, dass es in der Schule nicht genügte, gedruckte Silben lesen zu können, sondern man diese erst buchstabieren und dann zusammenziehen musste. Auf ihre Anmerkung hin, dass sie immer schon Wörter gelesen habe, fragt sie der Lehrer, was „be-u-ze-ha“ bedeute. Sie antwortet mit „buzeha“. Die Verfänglichkeit seiner Folgefrage danach, was „de-u-em-em“ heiße, versteht die Schülerin nicht und muss sich von ihren Klassenkammeraden auslachen lassen. Nach der Erklärung einer Mitschülerin, dass dies „dumm“ bedeute, nimmt Helene an, dass dies auf ihre Person zutreffen müsse.
1 Einleitung: Die Einleitung verdeutlicht die zentrale Bedeutung des Schriftspracherwerbs und stellt die Notwendigkeit dar, die Qualität von Lehrmaterialien kritisch anhand didaktischer Kriterien zu bewerten.
2 Methoden des Schriftspracherwerbs - ein Überblick: Dieses Kapitel erläutert die historische Entwicklung der Leselernmethoden, von der traditionellen Buchstabiermethode bis hin zu aktuellen Ansätzen wie dem Spracherfahrungsansatz und "Lesen durch Schreiben".
3 Analyse: Hier wird ein systematischer Kriterienkatalog entwickelt und zur detaillierten Untersuchung der DUDEN-Fibel sowie der ABC-Lernlandschaft angewendet.
4 Fazit und Ausblick: Das Fazit betont, dass nicht eine einzelne Methode über den Lernerfolg entscheidet, sondern die Kompetenz der Lehrperson, Materialien situativ und passend für die individuellen Lernvoraussetzungen einzusetzen.
Schriftspracherwerb, Fibel, Spracherfahrungsansatz, Lesenlernen, Buchstabiermethode, Lautiermethode, DUDEN-Fibel, ABC-Lernlandschaft, Anlauttabelle, Erstleseunterricht, Didaktik, Analytisch-synthetisches Verfahren, Lesekompetenz, Rechtschreibung.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der didaktischen Analyse und dem Vergleich von Lehrwerken für den Erstlese- und Schreibunterricht in der Grundschule.
Zentral sind die historische und methodische Einordnung von Schriftspracherwerbskonzepten, die Bewertung von Lehrwerken und die Rolle der Lehrperson bei der Auswahl und Nutzung dieser Materialien.
Ziel ist es, Lehrkräften einen fundierten Kriterienkatalog an die Hand zu geben, um die Qualität von Lehrmaterialien unabhängig von Marketingstrategien der Verlage kritisch beurteilen zu können.
Die Autoren nutzen eine analytische Literaturrecherche und einen detaillierten Kriterienkatalog zur strukturellen und inhaltlichen Prüfung der ausgewählten Lehrwerke.
Der Hauptteil gliedert sich in einen methodischen Überblick, die Entwicklung von Kriterien für die Analyse und die praktische Anwendung dieser Kriterien auf die DUDEN-Fibel und die ABC-Lernlandschaft.
Schriftspracherwerb, Fibel, Spracherfahrungsansatz, Anlauttabelle, Erstleseunterricht, Didaktik und Lesekompetenz sind die zentralen Begriffe.
Die Anlauttabelle wird als wichtiges Arbeitsmittel anerkannt, jedoch weisen die Autoren auf essentielle Mängel hin, da nicht alle Laute der deutschen Sprache eindeutig oder als Anlaute darstellbar sind.
Die Autoren kritisieren, dass viele Lehrwerke die Silbe zu wenig als Identifikationshilfe für die korrekte Lautung nutzen und zu stark an einer 1:1-Beziehung zwischen Laut und Buchstabe festhalten, die der komplexen deutschen Orthografie nicht gerecht wird.
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