Bachelorarbeit, 2017
83 Seiten, Note: 1,0
Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien
1 Einleitung
1.1 Hinführung zur Thematik
1.2 Ziel der Untersuchung
1.3 Methodische Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit
2 Theorethische Grundlagen
2.1 Definition des Begriffs "Onlinemedien"
2.2 Definition von sensationsorientierter Berichterstattung
2.3 Definition von Clickbaiting
2.4 Merkmale des Onlinejournalismus
2.5 Funktion von Überschriften innerhalb von Onlinemedien
3 Formen sensationsorientierter Berichterstattung
3.1 "Only bad news are good news": Negativität
3.2 Eine Frage des Blickwinkels: Verzerrung
3.3 Wenn Menschlichkeit zählt: Human Interest
4 Stilmittel des Clickbaitings
4.1 Click-to-Action als Stilmittel des Clickbaitings
4.2 Falanalyse 1: Click-to-Action
4.3 Fragestellungen als Stilmittel des Clickbaitings
4.4 Fallanalyse 2: Fragestellungen
4.5 Keywords als Stilmittel des Clickbaitings
4.6 Fallanalyse 3: Keywords
4.7 Das Beitragsbild als Stilmittel des Clickbaitings
4.8 Fallanalyse 4: Beitragsbild
5 Folgerungen zum Zusammenhang zwischen Sensationsjournalismus und Clickbaiting
6 Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht das Auftreten und die stilistischen Mittel von Clickbaiting im Kontext sensationsorientierter Berichterstattung in Onlinemedien. Das primäre Ziel ist es zu klären, ob ein Zusammenhang zwischen diesen beiden Phänomenen besteht und ob Clickbaiting als journalistische Praxis einzustufen ist.
3.1 "Only bad news are good news": Negativität
Als Negativität im Sinne des Sensationsjournalismus wird ein Theorieansatz verstanden, dem zufolge Nutzer die zur Verfügung stehenden medialen Angebote selektieren und dabei besonders Veröffentlichungen mit einem hohen Faktor an Negativität konsumieren. Negativität bezieht sich in diesem Zusammenhang etwas auf Konflikte, Zerstörungen, Kontroversen oder den Tod. Innerhalb einer sensationsorientierten Berichterstattung stellen Journalisten bewusst derartige negative Faktoren heraus und formulieren anhand dieser Faktoren negative und sensationsorientierte Veröffentlichungen und insbesondere Überschriften.
Im Jahr 1965 untersuchten die Forscher Johan Galtung und Mari Holmboe die sensationsjournalistische Form der Negativität genauer. Innerhalb der Nachrichtenwert-Theorie analysierten beide den internationalen Nachrichtenfluss zur genannten Zeit und ermittelten zwölf Eigenschaften von Ereignissen, die die Wahrscheinlichkeit der Veröffentlichung einer Meldung zum Geschehen beeinflussen. Als einen dieser Nachrichtenfaktoren stellten Galtung und Holmboe die Negativität heraus. Es wurde festgestellt, dass Ereignisse mit besonders negativen Aspekten innerhalb der Medien besonders beachtet werden. Genauer wurde ermittelt, dass Negativität ein Selektionskriterium für Journalisten darstellt. Lassen sich innerhalb eines Themas einleitend erwähnte Faktoren finden, so steigt die Wahrscheinlichkeit, dass über dieses Thema berichtet wird, da der Nutzer derartige Inhalte vorwiegend konsumiert.
Ziel der Negativität im Sinne sensationsorientierte Berichterstattung ist demnach die Generierung von Aufmerksamkeit beim Nutzer. Laut dem interviewten Kommunikationspsychologen sollen negativ formulierte Veröffentlichungen und Überschriften das Sicherheitsbedürfnis des Nutzers ansprechen. Demnach ist die Angst vor Verlust und Schaden eine menschliche Konstante. Werden negative Formulierungen verwendet, so aktivieren diese das Sicherheitsbedürfnis und fordern Antworten. Aufgrund der jeweiligen Überschriften gehen Nutzer dann davon aus, diese Antworten im weiteren Verlauf des Textes zu erhalten und ihr Bedürfnis nach Sicherheit klären zu können. Insofern ist Interview 2 überzeugt, dass Journalisten durch Negativität mit dem menschlichen Bedürfnis nach Sicherheit und der Angst vor Verlust spielt.
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik des Onlinejournalismus und Clickbaitings ein und formuliert die zentralen Forschungsfragen zur Untersuchung des Zusammenhangs beider Bereiche.
2 Theorethische Grundlagen: Es werden Arbeitsdefinitionen für Onlinemedien, Sensationsjournalismus und Clickbaiting erarbeitet sowie die spezifischen Bedingungen des Onlinejournalismus diskutiert.
3 Formen sensationsorientierter Berichterstattung: Das Kapitel beleuchtet die drei zentralen Ausprägungsformen der Negativität, Verzerrung und des Human Interest.
4 Stilmittel des Clickbaitings: Hier werden "Click-to-Action", Fragestellungen, Keywords und Beitragsbilder als operative Instrumente zur Steigerung der Klickzahlen detailliert anhand von Fallbeispielen analysiert.
5 Folgerungen zum Zusammenhang zwischen Sensationsjournalismus und Clickbaiting: Das Kapitel synthetisiert die Ergebnisse und stellt die Wechselbeziehung zwischen inhaltlicher Aufbereitung und vermarktungsorientierter Strategie dar.
6 Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der Ergebnisse, Bestätigung der Hypothesen sowie eine kritische Einordnung der Reichweite der durchgeführten Analysen.
Clickbaiting, Sensationsjournalismus, Onlinejournalismus, Aufmerksamkeit, Nachrichtenwert, Negativität, Verzerrung, Human Interest, Klickzahlen, Medienpsychologie, kognitive Dissonanz, Neugierlücke, Click-to-Action, Vermarktungsstrategie, journalistische Praxis
Die Arbeit analysiert das Phänomen Clickbaiting, definiert es als Vermarktungsstrategie und untersucht seine enge inhaltliche Verzahnung mit sensationsorientierter Berichterstattung in digitalen Onlinemedien.
Die Schwerpunkte liegen auf der psychologischen Wirkungsweise von Überschriften, der Definition journalistischer Qualitätsstandards versus künstlicher Spannungserzeugung und der empirischen Beobachtung von Onlinemedien-Beispielen.
Das Primärziel ist der Nachweis, dass Clickbaiting kein eigenständiger Journalismus ist, sondern eine Strategie, die grundlegend auf den Mechanismen des Sensationsjournalismus aufbaut, um Reichweite zu generieren.
Die Arbeit nutzt einen induktiven Ansatz, der durch eine Literaturrecherche, Experteninterviews (mit einem Journalisten, einem Kommunikationspsychologen und einem Texter) sowie vier spezifische Fallanalysen von Internet-Beiträgen gestützt wird.
Im Hauptteil werden theoretische Arbeitsdefinitionen aufgestellt, die Formen sensationsorientierter Berichterstattung (Negativität, Verzerrung, Human Interest) erläutert und die vier Stilmittel des Clickbaitings durch gezielte Fallanalysen untersucht.
Wichtige Begriffe sind neben Clickbaiting und Sensationsjournalismus vor allem Fachtermini wie kognitive Dissonanz, Neugierlücke (curiosity gap), Reichweite und die spezifischen Stilmittel wie Call-to-Action.
Clickbaiting nutzt laut Arbeit gezielt menschliche Konstanten wie Sicherheitsbedürfnisse, Angst vor dem Verpassen (FOMO/sozialer Druck) sowie die Neugier, um den internen Spannungszustand der sogenannten kognitiven Dissonanz aufzulösen.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass Clickbaiting keine journalistische Praxis im klassischen Sinne darstellt, sondern als eine aggressive Werbestrategie zu bewerten ist, bei der journalistische Bestandteile zur Absatzsteigerung instrumentalisiert werden.
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