Masterarbeit, 2009
76 Seiten, Note: 1,1
1 EINLEITUNG
2 DER NIEDERSÄCHSISCHE AGRARRAUM
3 WAS SIND BTL-KRAFTSTOFFE?
3.1 Abgrenzung gegenüber Biotreibstoffen der ersten Generation
3.2 Kraftstoffertrag
3.3 Emissionen
4 EXPERTENGESPRÄCHE
4.1 Einleitende Anmerkungen
4.2 Gespräch mit Stefan Ott
4.3 Gespräch mit Dr. Gerd Höher
4.4 Gespräch mit Prof. Dr. Michael Rode
5 CHANCEN UND RISIKEN FÜR DIE NIEDERSÄCHSISCHE LANDWIRTSCHAFT
5.1 Chancen für die niedersächsische Landwirtschaft
5.1.1 Rohstoffpotenzial des niedersächsischen Agrarraumes
5.1.1.1 Stilllegungsflächen
5.1.1.2 Strohverwertung
5.1.1.3 Alternative Nutzung der Produktionsflächen für Biokraftstoffe der ersten Generation
5.1.2 BtL-Rohstoffproduktion ausgewählter Bodengüteklassen
5.1.2.1 Alternative Grünlandnutzung
5.1.2.2 Produktionsoptionen für Betriebe auf guten oder sehr guten Böden
5.1.2.3 Produktionsoptionen für Betriebe an Standorten mäßiger oder geringer Fruchtbarkeit
5.1.3 Generelle Chancen für die niedersächsische Landwirtschaft
5.2 Risiken für die niedersächsische Landwirtschaft
5.2.1 Betriebswirtschaftliche Risiken
5.2.2 Ackerbauliche Risiken
6 ENTWICKLUNGSMÖGLICHKEITEN FÜR DEN LÄNDLICHEN RAUM
6.1 Arbeitsplätze
6.2 Bedeutung des Produktionsfaktors ‚Boden‘
7 VOR- UND NACHTEILE FÜR NATUR UND UMWELT
7.1 Vorteile für Natur und Umwelt
7.1.1 Vorteile durch Agroforstsysteme
7.1.2 Vorteile durch Zwei-Frucht-Nutzungssystem
7.2 Nachteile für Natur und Umwelt
7.2.1 Nachteile durch Intensivierung auf bereits bewirtschafteten Flächen
7.2.2 Nachteile durch Intensivierung auf bisher nicht genutzten Flächen
8 AUSWIRKUNGEN AUF DIE FLÄCHENNUTZUNG UND DAS LANDSCHAFTSBILD
8.1 Veränderungen auf bisher nicht genutzten Flächen
8.2 Veränderungen auf bereits bewirtschafteten Flächen
8.3 Veränderung der Schlaggrößen
8.4 Sonstige Veränderungen
9 INTEGRATION DES THEMAS IN DEN GEOGRAPHIEUNTERRICHT DER REALSCHULE
10 FAZIT
Diese Arbeit untersucht die potenziellen Auswirkungen des Rohstoffanbaus für Biokraftstoffe der 2. Generation (BtL-Kraftstoffe) auf den niedersächsischen Agrarraum, wobei sowohl ökonomische als auch ökologische Perspektiven sowie die Entwicklung des ländlichen Raums im Fokus stehen.
1 Einleitung
In der öffentlichen Debatte um Biotreibstoffe der ersten Generation, die zurzeit auf dem deutschen Kraftstoffmarkt in Rein- oder Mischform angeboten werden, hat sich Ernüchterung eingestellt. Die Rohstoffbereitstellung aus heimischen Quellen zur Substitution fossilen Treibstoffs ist nur in kleinen Mengen möglich und verschärft zudem den Konkurrenzdruck zum Nahrungs- und Futtermittelanbau um die Verwendung der Flächen, die Umweltbilanz ist umstritten und die Kfz-Hersteller sehen Probleme beim Einsatz des Biotreibstoffs in neuen Motoren.
Die Herstellung von synthetischen Kraftstoffen gelang erstmals zu Beginn des 20. Jahrhunderts und lieferte den Beweis der technischen Machbarkeit der Umwandlung von Kohle in flüssige Kohlenwasserstoffe (Coal-to-Liquid). Die industrielle Produktion des synthetischen Kraftstoffs „Biomass-to-Liquid“ (BtL) steht allerdings erst kurz bevor und ist so weit fortgeschritten, dass BtL kurz vor der Marktreife steht. Wenn sich der synthetische „Biomass-to-Liquid“ (BtL)-Kraftstoff am Markt etablieren kann, wird auch die niedersächsische Landwirtschaft als Rohstofflieferant eine Rolle spielen.
Nachdem die Erzeugerpreise in der jüngeren Vergangenheit einen Aufwärtstrend zu verzeichnen hatten, blickt die Landwirtschaft auch in Niedersachsen wieder positiver in die Zukunft. Neben der Erzeugung von Nahrungs- und Futtermitteln kam vor einigen Jahren der Anbau von Rohstoffen für die Biogasgewinnung und für die Biotreibstoffe der ersten Generation hinzu. Von aktuellem Interesse ist nun, ob und wie sich der Rohstoffanbau zur BtL-Produktion auf den niedersächsischen Agrarraum auswirkt. Werden möglicherweise die gleichen ökologischen Fehler gemacht oder hat man z. B. im Bereich Anbau hinzugelernt und achtet mehr auf Biodiversität? Bietet diese Absatzmöglichkeit den Landwirten über die, ggf. nur kurzfristig, steigenden Erzeugerpreise hinaus eine nachhaltige berufliche Perspektive? Damit untrennbar verbunden ist die Frage nach der Entwicklung des ländlichen Raumes durch den BtL-Rohstoffanbau.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Ernüchterung bei Biokraftstoffen der ersten Generation und führt die neue Option der BtL-Kraftstoffe sowie die zentrale Forschungsfrage nach deren Auswirkungen auf den niedersächsischen Agrarraum ein.
2 Der niedersächsische Agrarraum: Dieses Kapitel beschreibt die geographischen und agrarwirtschaftlichen Rahmenbedingungen Niedersachsens sowie die aktuelle Flächennutzung und Wertschöpfung im Agrarsektor.
3 Was sind BtL-Kraftstoffe?: Es erfolgt eine Definition synthetischer BtL-Kraftstoffe, deren Abgrenzung zu herkömmlichen Biotreibstoffen sowie eine Erläuterung der technischen Ertragswerte und Emissionsvorteile.
4 Expertengespräche: Dieses Kapitel dokumentiert Experteninterviews mit Vertretern aus Umweltverbänden, Ministerien und Forschungseinrichtungen, um verschiedene Perspektiven auf die Thematik zu beleuchten.
5 Chancen und Risiken für die niedersächsische Landwirtschaft: Das Kapitel analysiert detailliert das Rohstoffpotenzial, alternative Anbauformen sowie die betriebswirtschaftlichen und ackerbaulichen Chancen und Risiken für Landwirte.
6 Entwicklungsmöglichkeiten für den ländlichen Raum: Es wird erörtert, inwiefern der Anbau von BtL-Rohstoffen zur Schaffung von Arbeitsplätzen beitragen kann und welche Bedeutung der Boden als Produktionsfaktor hat.
7 Vor- und Nachteile für Natur und Umwelt: Dieses Kapitel diskutiert ökologische Vor- und Nachteile durch Anbaumethoden wie Agroforstsysteme und das Zwei-Frucht-Nutzungssystem sowie die Risiken einer Intensivierung.
8 Auswirkungen auf die Flächennutzung und das Landschaftsbild: Das Kapitel untersucht den Wandel der Flächennutzung, Auswirkungen auf die Schlaggrößen und die optische Veränderung der Kulturlandschaft durch Energiepflanzen.
9 Integration des Themas in den Geographieunterricht der Realschule: Es wird ein didaktischer Projektvorschlag entwickelt, um das Thema im Rahmen des Erdkundeunterrichts praxisnah und kompetenzorientiert zu behandeln.
10 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und bewertet die Auswirkungen des BtL-Rohstoffanbaus auf den ländlichen Raum, die Landwirtschaft sowie Natur und Umwelt kritisch.
BtL-Kraftstoffe, Niedersachsen, Agrarraum, Landwirtschaft, Energiepflanzen, Biomasse, Flächennutzung, Landschaftsbild, Nachhaltigkeit, Agroforstsysteme, Biodiversität, Rohstoffanbau, Wertschöpfung, Bodenqualität, Geographieunterricht
Die Arbeit untersucht die potenziellen Auswirkungen des Anbaus von Rohstoffen zur Produktion von Biokraftstoffen der 2. Generation (BtL) auf den niedersächsischen Agrarraum.
Die zentralen Themen umfassen die technische Basis von BtL-Kraftstoffen, die agrarwirtschaftlichen Potenziale in Niedersachsen, ökologische Auswirkungen auf die Umwelt sowie sozioökonomische Effekte für den ländlichen Raum.
Das Ziel ist die Bewertung der Chancen und Risiken, die eine Etablierung von BtL-Rohstoffen für die niedersächsische Landwirtschaft und die dortige Flächennutzung mit sich bringen könnte.
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus Literaturanalyse und Experteninterviews mit Vertretern aus Politik, Umweltverband und Wissenschaft, um eine mehrperspektivische Sichtweise abzubilden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der agrarischen Rahmenbedingungen, eine Expertenbefragung, eine detaillierte Betrachtung von Chancen und Risiken (ökonomisch/ökologisch) sowie eine Untersuchung des Landschaftswandels und didaktischer Konzepte.
Wichtige Begriffe sind BtL-Kraftstoffe, niedersächsischer Agrarraum, Energierohstoffe, Flächenkonkurrenz, Biodiversität, Agroforstsysteme und nachhaltige Landwirtschaft.
Experten verweisen darauf, dass "alte" Sorten zwar nicht primär auf hohe Biomasseerträge gezüchtet wurden, aber aufgrund ihrer genetischen Vielfalt eine interessante Grundlage für zukünftige, extensivere Anbausysteme darstellen könnten.
Die Einschätzungen sind differenziert: Während neue Absatzmöglichkeiten für Landwirte gesehen werden, wird betont, dass eine rein zentrale BtL-Produktion kaum positive Wertschöpfungseffekte vor Ort generiert, weshalb dezentrale Konzepte bevorzugt werden.
Zu den genannten Risiken gehören eine drohende Intensivierung der Bewirtschaftung, Erosion, Bodenverdichtung, eine negative Humusbilanz bei Ganzpflanzennutzung sowie ein potenzieller Rückgang der Artenvielfalt durch Monokulturen.
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