Masterarbeit, 2008
197 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Ausgangssituation und Problemstellung
1.2 Zielsetzung der Masterthesis
1.3 Aufbau und Vorgehensweise der Masterthesis
2 Verhalten in Gruppen
2.1 Der Gruppenbegriff
2.2 Teamarbeit – Entscheidungsfindung und Problemlösen in Gruppen
2.2.1 Leistungsfunktion von Teamarbeit
2.2.2 Soziale Funktion von Teamarbeit
2.3 Gruppen-Kohäsion, Gruppen-Konformität und die Notwendigkeit zur Kommunikation
2.3.1 Gruppen-Kohäsion
2.3.2 Gruppen-Konformität
2.3.3 Notwendigkeit zur Kommunikation
3 Kommunikation – Grundlagen
3.1 Code
3.1.1 Gesprochene Sprache – Oralität
3.1.2 Geschriebene Sprache – Schriftlichkeit
3.2 Kanal – Medium
3.3 Kommunikationsmodelle
3.3.1 Kommunikationsmodell von Shannon und Weaver
3.3.2 Kommunikationsmodell von Watzlawick
3.3.3 Kommunikationsmodell von Schulz von Thun
3.4 Verbale und nonverbale Kommunikation
3.4.1 Verbale Kommunikation
3.4.2 Nonverbale Kommunikation
3.5 Kommunikationsformen
4 Kommunikation – Persönliche und elektronische Kommunikation
4.1 Klassifizierung computervermittelter Kommunikationsmedien
4.2 Auswirkungen der Unterschiede zwischen persönlicher und elektronischer Kommunikation
4.2.1 Auswirkungen beim Sender
4.2.2 Auswirkungen beim Empfänger
4.3 Schlüsselqualifikation Medienkompetenz
4.3.1 Medienwahl
4.3.2 Weitere Teilkompetenzen
4.4 Medieneffekte
5 E-Mail-Kommunikation
5.1 Mediale Eigenschaften
5.2 Schreibstil und Sprache
5.3 E-Mail im Spannungsfeld von Situation, Regeln und Verfasser
5.3.1 Die Kommunikationssituation
5.3.2 Regeln in der E-Mail-Kommunikation
5.3.3 Individuelle Kommunikationstheorie des Verfassers
6 Hypothesen
7 Informationsgewinnung (Mitarbeiterbefragung)
7.1 Begriff der Informationsgewinnung
7.2 Informationsgewinnungsmethoden
7.3 Teilerhebung versus Vollerhebung
7.4 Mitarbeiterbefragung
7.4.1 Voraussetzungen für eine Mitarbeiterbefragung
7.4.2 Fragebogen für die Mitarbeiterbefragung
7.4.3 Teilnahme und Teilnehmer
7.4.4 Planung und Organisation einer Befragung
7.4.5 Mitarbeiterbefragung als Teil eines Prozesses
8 Mitarbeiterbefragung im Sozialdezernat der Stadtverwaltung Ludwigshafen am Rhein
8.1 Ausarbeitung der inhaltlichen Schwerpunkte der Mitarbeiterbefragung
8.2 Konstruktion des Fragebogens
8.3 Durchführung der Mitarbeiterbefragung
8.4 Datenanalyse der Mitarbeiterbefragung
8.5 Überprüfung der Hypothesen
8.5.1 Überprüfung der Hypothese „Veränderungen im Sprachstil bei E-Mails finden statt, vermutlich hin zu einer weniger formalen Sprache im Vergleich zur herkömmlichen Schriftform; dennoch bleibt der Sprachstil formaler als in der mündlichen Kommunikation.“
8.5.2 Überprüfung der Hypothese „Unerfreuliche Botschaften werden bei der E-Mail-Kommunikation direkter vermittelt als in der mündlichen Kommunikation, weil bestimmte Hemmschwellen eine geringere Rolle spielen.“
8.5.3 Zusammenfassung der Ergebnisse
8.6 Weitere Erkenntnisse aus der Mitarbeiterbefragung
9 Zusammenfassung und Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von elektronischer Kommunikation, insbesondere E-Mail, auf die Interaktion innerhalb betrieblicher Arbeitsgruppen im Vergleich zur persönlichen Kommunikation, um einen Beitrag zur Analyse und Gestaltung moderner Kommunikationsprozesse zu leisten.
3.4.2 NONVERBALE KOMMUNIKATION
Alle Elemente des Sozialverhaltens, die innerhalb sozialer Austauschprozesse relevant sind und die ohne Verwendung sprachlicher Zeichen erfolgen, sind als nonverbale Kommunikation zu betrachten. Hierunter fallen alle Zeichen, die vom Körper ausgehen (Körperzeichen, Körpersprache), aber auch alle Attribute, die kommunikativ wirksam werden, wie Kleidung, Styling und Statussymbole. Haltung und Gang, Gestik, Mimik und Blick sowie im weiteren Sinne auch das Äußere, die Kleidung sowie das Einhalten sog. Distanzzonen, gelten als die wichtigsten Ausdrucksmittel der Körpersprache. Sie sind „teils eigenständige und teils qualifizierende Botschaften“. Die körperliche Anwesenheit der Kommunikationspartner ist somit Voraussetzung für nonverbale Kommunikation bzw. für die Wahrnehmung durch Übertragung optischer Signale.
Körperzeichen werden meist unvermittelt und unbewusst gesendet. Sie sind teilweise nicht kontrollierbar. Daher gilt der Körper mit seinen Zeichen, im Gegensatz zu den Sprachzeichen, als „Garant der Authentizität“. „Die Körpersprache offenbart Ihre Gedanken, ihre Motivation und Einstellungen. Wir verstehen die Signale des Körpers intuitiv. Es ist deshalb viel schwerer, in der Körpersprache zu lügen als in der Wortsprache.“ „Damit ist die Körpersprache ehrlicher als die verbale Sprache.“ Die Körperzeichen stehen jedoch meist in einem Kontext und sind durchaus, wenn sie bewusst gesteuert werden, als manipulierend zu betrachten. In einer Face-to-face-Situation ist daher der Körper nicht immer als Authentizitätsgarant zu sehen. Nonverbale Kommunikation kann auch losgelöst von Informationen, also von gesprochener Sprache, übermittelt werden. Zudem sind die Signale der Körperzeichen nicht immer eindeutig. Ein Kratzen am Kopf bedeutet nicht immer Unsicherheit. Ein Verschränken der Arme nicht immer Verschlossenheit. Trotzdem ist das Beobachten und Wahrnehmen der Körperzeichen für die Kommunikation wichtig. So können Körperzeichen „1) Signale der Aufmerksamkeit (i. e. nonverbale Mitteilung an den Kommunikationspartner, dass man ihm überhaupt zuhört), 2) Signale des Verstehens (die Mitteilung, dass man seine Äußerung verstanden hat, z. B. durch Kopfnicken, verständnisvolles Lächeln, oder nicht versteht, z. B. hochgezogene Augenbrauen) und 3) Signale der Bewertung der Äußerungen des andern (z. B. ein zustimmendes Nicken, ein ablehnendes Kopfschütteln oder ein unentschiedenes Achselzucken)“ sein.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung elektronischer Kommunikationsmedien in der Gesellschaft und in Unternehmen sowie die Fragestellung, wie sich dieser Wandel auf Arbeitsgruppen auswirkt.
2 Verhalten in Gruppen: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Gruppe und analysiert die Leistungs- und soziale Funktion von Teamarbeit sowie die Zusammenhänge zwischen Gruppen-Kohäsion und Kommunikation.
3 Kommunikation – Grundlagen: Hier werden theoretische Grundlagen der Kommunikation vermittelt, einschließlich verschiedener Kommunikationsmodelle und der Unterscheidung zwischen verbaler und nonverbaler Kommunikation.
4 Kommunikation – Persönliche und elektronische Kommunikation: Das Kapitel vergleicht direkte Kommunikation mit computervermittelten Medien und diskutiert Faktoren wie mediale Reichhaltigkeit und Medienkompetenz.
5 E-Mail-Kommunikation: Eine detaillierte Betrachtung des E-Mail-Mediums hinsichtlich seiner Eigenschaften, des Sprachstils und der Rahmenbedingungen wie Netiquetten und individueller Kommunikationstheorien.
6 Hypothesen: Vorstellung der Forschungsannahmen bezüglich des Sympathie-Einflusses und der Kommunikationsstrukturen in E-Mails im Vergleich zur persönlichen Kommunikation.
7 Informationsgewinnung (Mitarbeiterbefragung): Theoretische Aufarbeitung von Methoden der Mitarbeiterbefragung, einschließlich der Planung und Konstruktion von Fragebögen.
8 Mitarbeiterbefragung im Sozialdezernat der Stadtverwaltung Ludwigshafen am Rhein: Darstellung und Auswertung der empirischen Befragung zur E-Mail-Nutzung und Kommunikation im spezifischen Verwaltungskontext.
9 Zusammenfassung und Fazit: Abschließende Betrachtung der Ergebnisse und Diskussion der Relevanz von face-to-face Kommunikation trotz technischer Fortschritte.
Intragruppenkommunikation, Elektronische Kommunikation, E-Mail, Sympathie-Einfluss, Medienkompetenz, Mitarbeiterbefragung, Teamarbeit, Gruppenkohäsion, Kommunikationstheorie, Netiquetten, Mediale Reichhaltigkeit, Sozialdezernat, Schriftlichkeit, Mündlichkeit, Organisationspsychologie
Die Arbeit untersucht, wie sich die Verlagerung von persönlicher Kommunikation hin zur elektronischen Kommunikation (vor allem E-Mail) auf das Verhalten, die Interaktion und die Sympathie innerhalb von betrieblichen Arbeitsgruppen auswirkt.
Die Themen umfassen die gruppendynamische Forschung (Kohäsion und Konformität), kommunikationswissenschaftliche Grundlagenmodelle, die Klassifizierung digitaler Medien sowie spezifische Aspekte der E-Mail-Nutzung in Organisationen.
Ziel ist es, einen fundierten Beitrag zur Analyse der Auswirkungen neuer Medien auf betriebliche Arbeitsgruppen zu leisten und zu prüfen, ob die elektronische Kommunikation die Qualität der zwischenmenschlichen Interaktion, insbesondere in Bezug auf Sympathie und den Austausch unerfreulicher Botschaften, verändert.
Die Arbeit kombiniert eine fundierte theoretische Literaturanalyse zu Kommunikations- und Gruppenmodellen mit einer empirischen Mitarbeiterbefragung im Sozialdezernat der Stadtverwaltung Ludwigshafen am Rhein.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zur Kommunikation in Gruppen, eine detaillierte Analyse der medialen Unterschiede zwischen persönlichem Gespräch und E-Mail sowie eine ausführliche Auswertung der Mitarbeiterbefragung.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Intragruppenkommunikation, Medienkompetenz, mediale Reichhaltigkeit, Gruppen-Kohäsion und die "E-Mail-Kompetenz" der Anwender.
Die Befragung ergab, dass das persönliche Gespräch auch in einem durch E-Mails geprägten Arbeitsumfeld als Kommunikationsform präferiert wird, insbesondere wenn es um sensible Themen wie Kritik oder komplexe zwischenmenschliche Arbeitsaufträge geht.
Die Arbeit zeigt, dass Medien nicht neutral sind; die Wahl des richtigen Mediums erfordert ein Bewusstsein für die Eigenlogik der Medien, um Missverständnisse zu vermeiden und Konflikte deeskalierend zu behandeln – eine Fähigkeit, die heute als Medienkompetenz bezeichnet wird.
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