Diplomarbeit, 2009
78 Seiten, Note: 2,0
1. PROBLEMSTELLUNG
2. ABSCHAFFUNG DER ANSATZWAHLRECHTE FÜR AUFWANDSRÜCKSTELLUNGEN
2.1 GELTENDE RECHTSLAGE
2.1.1 Begriff und Arten von Rückstellungen
2.1.2 Steuerliche Berücksichtigung von Rückstellungen
2.1.3 Rückstellungsbildung aus statischer und dynamischer Sicht
2.1.4 Ansatz von Aufwandsrückstellungen
2.1.4.1 Begriff und Arten von Aufwandsrückstellungen
2.1.4.2 Instandhaltungsrückstellungen
2.1.4.3 Rückstellungen für Abraumbeseitigung
2.1.4.4 Aufwandsrückstellungen nach § 249 Abs. 2 HGB
2.1.5 Bilanzierung von Rückstellungen nach IFRS
2.2 ÄNDERUNGEN DURCH DAS BILANZRECHTSMODERNISIERUNGSGESETZ
2.2.1 Aufhebung von Rückstellungswahlrechten
2.2.2 Beibehaltung passivierungspflichtiger Aufwandsrückstellungen gemäß § 249 Abs. 1 Satz 2 HGB
2.3 AUSWIRKUNGEN UND BEURTEILUNG DER NEUREGELUNG
2.3.1 Vorbemerkungen
2.3.2 Argumente für die Passivierung von Aufwandsrückstellungen
2.3.3 Kritikpunkte an der Passivierung von Aufwandsrückstellungen
2.3.3.1 Auflösung von Aufwandsrückstellungen durch Planänderungen
2.3.3.2 Verstoß gegen das Objektivierungsprinzip
2.3.3.3 Eingeschränkte Nachprüfbarkeit der Aufwandsrückstellungen
2.3.3.4 Eingeschränkte Vergleichbarkeit der handelsrechtlichen Jahresabschlüsse
2.3.4 Kritik an der Beibehaltung passivierungspflichtiger Aufwandsrückstellungen nach § 249 Abs. 1 Satz 2 HGB
2.3.5 Komponentenansatz nach IAS 16
2.3.5.1 Vorbemerkungen
2.3.5.2 Grundkonzeption des Komponentenansatzes
2.3.5.3 Bilanzierung von Generalüberholungen nach IFRS, HGB und BilMoG
2.3.6 Bewertungskonsequenzen aus der Abschaffung der Passivierungswahlrechte
2.3.7 Erstanwendung und Übergangsvorschriften
2.3.8 Zusammenfassende Beurteilung der Neuregelung
3. ÄNDERUNGEN BEI DER BEWERTUNG VON RÜCKSTELLUNGEN
3.1 BEWERTUNG VON RÜCKSTELLUNGEN NACH GELTENDER RECHTSLAGE
3.1.1 Bewertungsgrundsätze
3.1.2 Berücksichtigung künftiger Preis- und Kostensteigerungen
3.1.3 Abzinsung von Rückstellungen
3.1.4 Rückstellungsbewertung in der Steuerbilanz
3.1.5 Bewertung von Rückstellungen nach IFRS
3.2 ÄNDERUNGEN DURCH DAS BILANZRECHTSMODERNISIERUNGSGESETZ
3.2.1 Vorbemerkung
3.2.2 Bewertung mit dem „Erfüllungsbetrag“
3.2.3 Diskontierungsgebot
3.3 AUSWIRKUNGEN DER NEUREGELUNG AUF DIE RÜCKSTELLUNGSBEWERTUNG
3.3.1 Berücksichtigung von Preis- und Kostensteigerungen
3.3.1.1 Vorbemerkungen
3.3.1.2 Berücksichtigung rückläufiger Preisentwicklungen
3.3.1.3 Sind Schätzungen mittels Trendfortschreibung zulässig?
3.3.1.4 Schätzung künftiger Preissteigerungen durch Trendfortschreibung
3.3.1.5 Schätzung künftiger Preissteigerungen für Geldleistungsverpflichtungen
3.3.2 Einführung einer Diskontierungspflicht für Rückstellungen
3.3.2.1 Vorbemerkungen
3.3.2.2 Marktzinssatz
3.3.2.2.1 Ermittlung und Anwendung
3.3.2.2.2 Beispiel zur Anwendung des durchschnittlichen Marktzinssatzes
3.3.2.2.3 Marktzinssatz für Fremdwährungsrückstellungen
3.3.2.3 Ausweis und Anhangangaben
3.3.2.3.1 Ausweis der Zinseffekte in der Gewinn- und Verlustrechnung
3.3.2.3.2 Rückstellungsspiegel
3.3.2.4 Verstoß gegen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung
3.3.2.4.1 Realisationsprinzip
3.3.2.4.2 Höchstwertprinzip
3.3.3 Durchbrechung der Maßgeblichkeit
3.3.4 Erstanwendung und Übergangsvorschriften
3.3.5 Zusammenfassende Beurteilung
4. FAZIT
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der Reform des deutschen Handelsgesetzbuchs durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) auf die Bilanzierung und Bewertung von Rückstellungen. Das primäre Ziel ist es, die Konsequenzen der Abschaffung von Passivierungswahlrechten für Aufwandsrückstellungen sowie die Einführung neuer Bewertungsvorgaben, wie die Diskontierungspflicht, kritisch zu beurteilen und auf ihre Eignung hinsichtlich der angestrebten internationalen Angleichung an die IFRS zu prüfen.
2.1.4.4 Aufwandsrückstellungen nach § 249 Abs. 2 HGB
Aufwandsrückstellungen gemäß § 249 Abs. 2 HGB ermöglichen dem Kaufmann die Passivierung künftiger Ausgaben, ohne dass eine Verpflichtung gegenüber einem Dritten besteht. Sie werden in der Literatur deshalb als „typische Aufwandsrückstellungen“ bezeichnet und stellen aus bilanztheoretischer Sicht ein wichtiges Element der dynamischen Bilanzierung dar. Durch die Passivierung von Aufwandsrückstellungen ermöglicht der Gesetzgeber dem bilanzierenden Unternehmen die Ansammlung erforderlicher Mittel für konkrete künftige Aufwendungen, die dem laufenden oder einem früheren Geschäftsjahr zuzuordnen sind und denen sich der Kaufmann aller Voraussicht nach nicht entziehen kann. Das Rückstellungswahlrecht gemäß § 249 Abs. 2 HGB hat somit den Charakter einer Bilanzierungshilfe.
Aufwandsrückstellungen dienen damit der Sicherstellung der Finanzierbarkeit und Verkraftbarkeit notwendiger größerer Aufwendungen und übernehmen demnach auch eine Art Vorsorge- und Schutzfunktion für den Bestand eines Unternehmens. Darüber hinaus haben Aufwandsrückstellungen einen Glättungseffekt, der es dem bilanzierenden Unternehmen ermöglicht außergewöhnliche Gewinnsprünge zu vermeiden und künftig auftretende Aufwendungen auf mehrere Geschäftsjahre zu verteilen. Aufwandsrückstellungen können somit zur Selbstfinanzierung des Unternehmens beitragen.
Trotz der dargestellten positiven Effekte von Aufwandsrückstellungen werden sie in der Literatur teilweise sehr kritisch gesehen. Die besondere Problematik liegt in der eindeutigen Bestimmung der Sachverhalte, für die zukünftige Ausgaben trotz fehlender Außenverpflichtung passiviert werden dürfen. Es ist demnach schwierig festzustellen, ob es sich bei der Rückstellungsbildung um eine zulässige Vorsorge für konkrete künftige Ausgaben oder eine unzulässige allgemeine Risikovorsorge mit Rücklagencharakter handelt. Hieraus ergeben sich dem bilanzierenden Unternehmen erhebliche Gestaltungsspielräume zur Beeinflussung des Ergebnisausweises. Aus diesem Grund wird in der Literatur mit Recht von einer Manipulationsgefahr und der eingeschränkten Nachprüfbarkeit der Aufwandsrückstellungen gesprochen.
1. PROBLEMSTELLUNG: Einführung in die Reform des deutschen Bilanzrechts durch das BilMoG und die spezifische Relevanz der Änderungen bei der Rückstellungsbilanzierung.
2. ABSCHAFFUNG DER ANSATZWAHLRECHTE FÜR AUFWANDSRÜCKSTELLUNGEN: Darstellung der geltenden Rechtslage, der Auswirkungen der Streichung von Wahlrechten sowie eine kritische Analyse der fortbestehenden Passivierungspflichten.
3. ÄNDERUNGEN BEI DER BEWERTUNG VON RÜCKSTELLUNGEN: Erläuterung der neuen Bewertungsvorgaben, insbesondere der Einführung der Diskontierungspflicht und der Einbeziehung künftiger Preis- und Kostensteigerungen.
4. FAZIT: Zusammenfassende Einschätzung, ob die Reform des BilMoG die angestrebten Ziele hinsichtlich Transparenz und Angleichung an internationale Standards erreicht hat.
Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz, BilMoG, Rückstellungen, Aufwandsrückstellungen, Erfüllungsbetrag, Diskontierung, Abzinsungspflicht, Handelsgesetzbuch, HGB, IFRS, IAS 37, Bilanzpolitik, Ergebnisglättung, Objektivierungsprinzip, Rechnungslegung.
Die Arbeit analysiert die grundlegenden Änderungen im Bereich der handelsrechtlichen Rückstellungsbilanzierung, die durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) im Jahr 2009 eingeführt wurden.
Im Fokus stehen die Abschaffung von Ansatzwahlrechten für sogenannte Aufwandsrückstellungen sowie die Einführung neuer Bewertungsmaßstäbe, insbesondere die Pflicht zur Abzinsung langfristiger Rückstellungen.
Das Hauptziel ist die Darstellung und kritische Beurteilung der durch das BilMoG ausgelösten Veränderungen sowie die Untersuchung, ob diese Maßnahmen die angestrebte Angleichung des deutschen Handelsrechts an internationale IFRS-Standards erfolgreich erreichen.
Es handelt sich um eine rechts- und betriebswirtschaftliche Analyse, die den Gesetzestext, die Begründungen des Gesetzgebers (BT-Drucksachen) sowie die aktuelle Fachliteratur und Bilanzierungskommentare vergleichend auswertet.
Der Hauptteil gliedert sich in zwei große Blöcke: Erstens die Untersuchung der Abschaffung der Ansatzwahlrechte und zweitens die Analyse der neuen Bewertungsvorschriften für Rückstellungen, inklusive der Auswirkungen auf die Steuerbilanz.
Wichtige Begriffe sind unter anderem BilMoG, Rückstellungen, Erfüllungsbetrag, Diskontierung, Objektivierungsprinzip, Ergebnisglättung und Handelsrecht.
Die Arbeit diskutiert, dass nach IFRS für Generalüberholungen ein Komponentenansatz angewendet wird, während das deutsche Handelsrecht nach dem BilMoG keine direkte Entsprechung vorsieht, was zu einer Abweichung zwischen den Rechnungslegungssystemen führt.
Der Autor bewertet die Diskontierungspflicht grundsätzlich positiv, da sie durch die einheitliche Vorgabe des Marktzinssatzes durch die Bundesbank die Objektivität erhöht, merkt jedoch an, dass sie die Bilanzierung komplexer und aufwendiger macht.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

