Diplomarbeit, 2009
106 Seiten, Note: 2
1 Tiergestützte Interventionen – Tiere helfen Menschen
1.1 Begriffsklärung
1.2 Die Tiere der tiergestützten Arbeit
1.3 Die Kommunikation zwischen Tier und Mensch
1.4 Die Geschichte der Mensch-Tier-Beziehungen
2 Die Tier-Mensch-Beziehung - Erklärungsmodelle
2.1 Die Du-Evidenz
2.2 Die Biophilie-Hypothese
2.3 Zur Bindungstheorie
2.4 Tiefenpsychologische Erklärungsmodelle
3 Zur Wirkung von Tieren auf den Menschen
3.1 Auf physischer und physiologischer Ebene
3.2 Auf psychologischer Ebene
3.3 Auf sozialer Ebene
3.4 Studien über die Wirkung von Tieren
3.5 Tiere in der psychosozialen Entwicklung
4 Tiere bei Kindern und Jugendlichen
4.1 Tiere helfen Kindern…
4.2 Mit Tieren lernen
4.3 Tiergestützte Kinderpsychotherapie
4.4 Tiere in der Jugend
4.5 Die Green Chimneys – Ein Vorbild
5 Ältere Menschen und Tiere
5.1 Studien zum Thema Tiere im Alter
5.2 Tiere im Altersheim
6 Tiere bei Menschen mit besonderen Bedürfnissen
6.1 Menschen mit Behinderung
6.2 Kranke Menschen
6.3 Menschen in der Psychiatrie
6.4 Suchtkranke
6.5 Straftäter/innen in Gefangenschaft
6.6 Tiere bei Vernehmungen von Opfern und Täter/innen
7 Resümee
Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den Auswirkungen von Mensch-Tier-Beziehungen und untersucht die Einsatzmöglichkeiten von Heim- und Nutztieren in verschiedenen gesellschaftlichen Institutionen, um das Wohlbefinden von Menschen in unterschiedlichsten Lebenslagen zu fördern.
1.2 Die Tiere der tiergestützten Arbeit
Die Tiere, die in der Therapie eine Rolle spielen, sind sowohl Heimtiere als auch Nutztiere. Wildtiere haben so gut wie keinen Platz in der tiergestützten Arbeit, mit Ausnahme der Delphine. Von den Heim- und Nutztieren dagegen gibt es eigentlich kein Tier, das nicht für tiergestützte Zwecke geeignet wäre. Aber nicht jedes Tier kommt für jede Form von tiergestützter Arbeit in Frage. Außerdem besitzt jedes Tier andere Eigenschaften und löst etwas Unterschiedliches bei Menschen aus, deshalb muss von Fall zu Fall ausgewählt werden, welches Tier für jemanden in Frage kommt und in welcher Form.
1.2.1 Heimtiere
„Der Ausdruck Heimtier bezeichnet ein Tier, das der Mensch insbesondere in seinem Haushalt zu seiner eigenen Freude und als Gefährten hält oder das für diesen Zweck bestimmt ist.“ (Europäisches Übereinkommen zum Schutz von Heimtieren)
Als Heimtiere werden also nur die Tiere bezeichnet, die in der Wohnung des/r Tierhalters/in wohnen und nur die Tiere, die aus reiner Freude am Tier dort leben. Tiere auf dem Hof oder im Stall gehören nicht dazu. Und auch nicht Tiere, die zu Arbeitszwecken oder Ähnlichem gehalten werden. Auch exotische „Haustiere“, von Schlangen bis zu Spinnen, zählen nicht zu den Haustieren, auch wenn sie manchmal im Haus leben und zahm sind. Im Grunde fallen deshalb hauptsächlich Hunde, Katzen, Vögel, Fische und Nagetiere in diese Kategorie. Mit Nagetieren sind Kaninchen, Hamster, Meerschweinchen und auch Mäuse und Ratten gemeint.
Heimtiere sind die Tiere, die in der tiergestützten Arbeit hauptsächlich eine Rolle spielen. Alle hier aufgezählten Tiere werden heute wie selbstverständlich in das tiergestützte Arbeiten eingebunden. Am typischsten für die Therapie und auch die Tiergestützten Aktivitäten ist der Hund. Er ist und bleibt der klassische und wichtigste Co-Therapeut und beliebteste Freund des Menschen. Hunde sind sehr sozial und treu, und so auch gute Therapeuten.
Tiergestützte Interventionen – Tiere helfen Menschen: Definiert die zentralen Begriffe und gibt einen geschichtlichen Überblick über die Arbeit mit Tieren sowie die Kommunikation zwischen Mensch und Tier.
Die Tier-Mensch-Beziehung - Erklärungsmodelle: Beleuchtet wissenschaftliche Ansätze wie die Du-Evidenz, die Biophilie-Hypothese und die Bindungstheorie, um die Wirkung von Tieren zu begründen.
Zur Wirkung von Tieren auf den Menschen: Analysiert die physischen, psychischen und sozialen Effekte, die durch den Kontakt mit Tieren auf den Menschen ausgeübt werden.
Tiere bei Kindern und Jugendlichen: Untersucht die Bedeutung von Tieren für die kindliche Entwicklung, das Lernen in der Schule sowie therapeutische Ansätze und erfolgreiche Projekte wie die Green Chimneys.
Ältere Menschen und Tiere: Erläutert die Vorteile der Tierhaltung für Senioren, insbesondere hinsichtlich Einsamkeit und Lebensstrukturierung, sowie Konzepte für Tierkontakte in Altersheimen.
Tiere bei Menschen mit besonderen Bedürfnissen: Beschreibt den Einsatz von Tieren bei behinderten, kranken oder inhaftierten Menschen sowie deren Rolle bei polizeilichen Vernehmungen.
Resümee: Zieht ein Fazit über den Boom der tiergestützten Arbeit und betont die Notwendigkeit fachlicher Planung sowie artgerechter Haltung.
Tiergestützte Therapie, Mensch-Tier-Beziehung, Heimtiere, Nutztiere, Biophilie-Hypothese, Du-Evidenz, Sozialverhalten, Resozialisierung, Kinderpsychotherapie, Altenpflege, Stressreduktion, Bindungstheorie, Green Chimneys, Tierbesuchsdienst, Gesundheit.
Die Arbeit untersucht die positiven Auswirkungen von Tieren auf den Menschen und analysiert deren vielfältige Einsatzmöglichkeiten im Bereich der tiergestützten Arbeit.
Die Arbeit behandelt theoretische Erklärungsmodelle der Mensch-Tier-Beziehung, physische und psychische Wirkungen sowie spezifische Einsatzgebiete bei Kindern, Senioren und Menschen mit besonderen Bedürfnissen.
Das Ziel ist es, einen Überblick über den aktuellen Stand der Forschung zu bieten und aufzuzeigen, wie Tiere zur Förderung des menschlichen Wohlbefindens effektiv eingesetzt werden können.
Die Autorin stützt sich unter anderem auf die Du-Evidenz, die Biophilie-Hypothese von Edward O. Wilson sowie auf die Bindungstheorie und tiefenpsychologische Ansätze.
Der Hauptteil differenziert zwischen den spezifischen Wirkungen auf unterschiedliche Zielgruppen, von der frühkindlichen Entwicklung bis hin zum Einsatz bei Strafgefangenen oder in der Psychiatrie.
Die Arbeit charakterisiert sie als wirksames Instrument zur Gesundheitsförderung, das eine präzise fachliche Planung und artgerechte Bedingungen voraussetzt, um nicht nur für den Menschen, sondern auch für das Tier wertvoll zu sein.
Tiere fungieren oft als „ruhender Pol“, bieten Struktur im Alltag, wirken gegen Vereinsamung und fördern die körperliche Aktivität sowie das Selbstwertgefühl.
Green Chimneys dienen als bestes Praxisbeispiel für eine integrative Milieutherapie, die Tiere nutzt, um traumatisierten oder benachteiligten Kindern und Jugendlichen bei der Wiedereingliederung in die Gesellschaft zu helfen.
Ja, laut der Arbeit können speziell geschulte Therapietiere dazu beitragen, bei traumatisierten Opfern Blockaden zu lösen, Stress zu minimieren und die Gesprächsbereitschaft zu fördern.
Tiere sind kein Allheilmittel, aber bei richtiger, fachgerechter Anwendung ein überaus effektiver Co-Therapeut, dessen Einsatz jedoch immer das Wohlergehen des Tieres berücksichtigen muss.
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