Examensarbeit, 2009
59 Seiten, Note: 2
1. Ziele der Arbeit
2. Definition
2.1 Die Begriffe Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Ausländerfeindlichkeit
2.2 Die Geschichte des Begriffs
3. Ursachen für Rassismus in der Gesellschaft
3.1 Theorien der Sozialwissenschaften
3.1.1 Das Phänomen der Stigmatisierung
3.1.2 Rassismus als Element des Gesellschaftsbildes
3.1.3 Die Banalität des Rassismus
3.2 Das Bild des Fremden als Ursache für Rassismus
3.2.1 Baumans Theorie über den Freund, Feind und Fremden
3.2.2 Klassische Theorien zur Klärung
3.2.2.1 Georg Simmels Exkurs über den Fremden
3.2.2.2 Die Theorie des Fremden von Alfred Schütz
3.2.3 Der Bezug der klassischen Theorien zur Klärung der Ursachen für Rassismus
4. Rassismus und Schule
4.1 Die Schule als Institution der Gesellschaft
4.2 Institutioneller Rassismus in der Schule
4.2.1 Die Folgen des institutionellen Rassismus für ausländische Schüler
4.3 Interkulturelles Lernen als Maßnahme gegen Rassismus und die Ausgrenzung ausländischer Kinder
5. Fazit
Die Arbeit untersucht das gesellschaftliche Phänomen des Rassismus mit einem besonderen Fokus auf die Ursachenentstehung und deren Manifestation im deutschen Bildungssystem. Ziel ist es, rassistische Denkstrukturen soziologisch zu durchleuchten und Ansätze für eine präventive interkulturelle Erziehung aufzuzeigen.
3.1.1 Das Phänomen der Stigmatisierung
Dem Phänomen der Stigmatisierung kann in Bezug auf Rassismus eine enorme Relevanz zugeschrieben werden. Steins und Rudolph sprechen in diesem Zusammenhang von einem Grundlegenden Wahrnehmungsmechanismus, aufgrund dessen, fremde Menschen in Gruppen eingeteilt würden. Für den Einteilungsprozess werden die Begriffe Stereotypisierung, Stigmatisierung und Kategorisierung genannt (vgl. Steins und Rudolph 1994: 102). Alle genannten Prozesse geschehen auf einer unbewussten Ebene, was bedeutet, dass sie von den Menschen nicht bewusst vorgenommen werden (vgl. Steins und Rudolph 1994: 103).
Der Stigmatisierungsbegriff wird verwendet, um Ursachen und Folgen sozialer Ausgrenzungen zu erklären. Mit dem Begriff werden soziale Prozesse bezeichnet, die durch die Zuschreibung negativer Etikettierungen gekennzeichnet sind und zum sozialen Ausschluss der stigmatisierten Gruppe führen. Stigmatisierungen knüpfen meistens an Eigenschaften von Menschen an, die nur sehr selten auftreten, und deshalb auffällig sind. Dieses auffällige Merkmal würde charakterisiert und mit anderen negativen Merkmalen assoziiert. Dieser Vorgang wird als „illusorische Korrelation“ bezeichnet (vgl. Steins und Rudolph 1994: 103). Stigmata verringerten Unsicherheiten und geben der entsprechenden Person eine Entscheidungshilfe.
Bezüglich der Fremdenfeindlichkeit, wären Stigmata Merkmale, die mit einem Ausländer in Verbindung gebracht werden und so den eigentlichen Menschen lediglich im Hinblick auf seine Abstammung charakterisieren. Alle anderen Eigenschaften werden nicht beachtet. Durch die Stigmatisierung einer Person wird die Wahrnehmung dieses Menschen voreingestellt.
1. Ziele der Arbeit: Einleitung in die Relevanz des Themas Rassismus und Definition der Fragestellungen sowie des methodischen Vorgehens der Arbeit.
2. Definition: Klärung der Begriffe Rassismus, Fremden- und Ausländerfeindlichkeit sowie deren historische Entwicklung.
3. Ursachen für Rassismus in der Gesellschaft: Umfassende soziologische Analyse der Entstehungsfaktoren rassistischer Denkweisen und des Bildes vom "Fremden" basierend auf klassischen und modernen Theorien.
4. Rassismus und Schule: Untersuchung der diskriminierenden Strukturen innerhalb des Bildungswesens und Darstellung von Möglichkeiten des interkulturellen Lernens.
5. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Bestätigung der Bedeutung präventiver Arbeit in Schulen zur Vermeidung rassistischer Einstellungen.
Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Ausländerfeindlichkeit, Stigmatisierung, Stereotypisierung, Institutioneller Rassismus, Interkulturelles Lernen, Sozialisation, Fremdenbild, Zygmunt Bauman, Georg Simmel, Alfred Schütz, Diskriminierung, Soziale Ausgrenzung, Gesellschaftsbild.
Die Arbeit analysiert die soziologischen Hintergründe und Ursachen von Rassismus in der deutschen Gesellschaft und zeigt deren Auswirkungen auf, insbesondere im Kontext von Schulen.
Die zentralen Themen sind Definitionen von Rassismus, soziologische Theorien zur Fremdheit, institutioneller Rassismus im Bildungssystem sowie Strategien für interkulturelles Lernen.
Das Ziel ist es, die vielschichtigen Hintergründe rassistischen Handelns zu durchleuchten und aufzuzeigen, wie durch Bildung und interkulturelle Arbeit präventiv gegen Ausgrenzung gewirkt werden kann.
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung mit soziologischen Fachbegriffen und bestehenden Theorien (u.a. von Bauman, Simmel, Schütz und Terkessidis), die auf den Kontext Schule übertragen werden.
Im Hauptteil werden zunächst die Ursachen für Rassismus durch sozialwissenschaftliche Theorietypen (z.B. Deprivation, Stigmatisierung) beleuchtet, gefolgt von einer Analyse der Schule als Ort institutioneller Diskriminierung.
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Rassismus, Stigmatisierung, institutionelle Diskriminierung, interkulturelles Lernen und soziale Konstruktion des Fremden beschreiben.
Simmel betrachtet den Fremden als jemanden, der fixiert in einem Umfeld lebt, aber dennoch Distanz wahrt, während Schütz den Fokus auf die notwendige Anpassung des Fremden an die neuen Zivilisationsmuster einer "in-group" legt.
Der Herkunftsdialog verdeutlicht, dass selbst in Deutschland geborene Migranten durch ständige Herkunftsfragen symbolisch aus der Gesellschaft ausgeschlossen und als "andere" markiert werden, was den Alltagsrassismus unterstreicht.
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