Diplomarbeit, 2018
58 Seiten
Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
Teil Eins – Wissenschaftliche Grundlagen: Wie unser Gehirn Sprache verarbeitet.
1.1 Das Unbewusste denkt mit
1.2 Frame – Der neurokognitive Deutungsrahmen
1.3 Wie Sprache das Gehirn formt
1.4 Exkurs: Ein neurochemisches Fest
1.5 Exkurs: Neuromarketing: Einfache Düfte sind die heimlichen Verführer
1.6 Das innere Glaubenssystem
1.7 Exkurs: Das Gehirn verdrahtet sich: Hebbian Learning
1.8 Frames und Rationalität
1.9 Oben und unten – Metaphern und Neurolinguistik
1.10 Die Weltgeschichte erzählt in 20 Blaupausen
Teil Zwei – Die Sprache der Politik: Frames, Metaphern und Plots in der Kommunikation.
2.1 Vom «New Deal» zu «Yes, we can!»
2.2 Der russische Bär tanzt und die Finnen setzen auf Krieg
2.3 Kriegrhetorik: Auch in Frankreich, Grossbritannien und Deutschland
2.4 Die politischen Parteien lassen sich nicht gerne in die Karten blicken
Teil Drei – Ausgewählte Themenfelder in der politischen Kommunikation.
3.1 Steuern: Vom gemolkenen Bürger und dem Steuerparadies
3.2 Flüchtlingswellen überschwemmen das Land
3.3 Vom Auf- und Abstieg in den Gesellschaftsschichten
3.4 Der Klimawandel als emotionale Wärme
3.5 Exkurs: David gegen Goliath
3.6 Exkurs: Politik bestimmt die Sprache
3.7 Exkurs: Emojis als Spiegelbild der politischen Sprache
Teil Vier – Tipps und Tricks – Geht das?
Teil Fünf – Literatur.
5.1 Online-Quellen
5.2 Zeitungen, Zeitschriften, Radio und Fernsehen
5.3 Fachliteratur
5.4 Partei-Umfrage zum politischen Framing
5.5 Abbildungen
Die vorliegende Arbeit untersucht die neurokognitiven Grundlagen der menschlichen Informationsverarbeitung, insbesondere wie Sprache, Metaphern und Deutungsrahmen (Frames) unbewusste Wahrnehmungsprozesse und politische Entscheidungen steuern. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie diese Mechanismen in der politischen Kommunikation und im Storytelling eingesetzt werden, um öffentliche Meinungen zu formen, und wie Bürger und Journalisten diese beeinflussenden Sprachbilder erkennen und entlarven können.
1.1 Das Unbewusste denkt mit
Forscher gehen heute davon aus, dass zwischen 70 und 98 Prozent unserer politischen Entscheidungen vom «Unbewussten» gesteuert werden, also nicht rational erfolgen (Mikfeld/Turowski, 2014, S. 20), wobei der Anteil an irrationalen Entscheidungen – geleitet von Gefühlen, Mythen, Gerüchen und Bewegungen – eher bei 98 Prozent liege. Lediglich 2 Prozent beruhten auf Fakten und Einsichten, wie der amerikanische Kognitionsforscher und Linguist George Lakoff von der University of California in Berkeley meint (Lakoff, 2008, S. 9).
Einen wesentlichen Beitrag zur Aufklärung der kognitiven Prozesse haben in den vergangenen zwanzig Jahren die bildgebenden Verfahren geleistet, allen voran die funktionelle Magnetresonanz-Tomografie (fMRI). Mit fMRI-Aufnahmen können Durchblutungsänderungen von Hirnarealen sichtbar gemacht werden. Dies wiederum erlaubt Rückschlüsse auf Stoffwechselvorgänge und neuronale Aktivitäten (vgl. Schneider/Fink, 2007). Einen noch tieferen Blick in die Funktionsweise des Gehirns erlauben unter anderem Photonen-Mikroskope. Mit ihnen kann die Kommunikation an den Synapsen beobachtet werden (Beck, 2007). Mit solchen Methoden konnte in den letzten achtzig Jahren gezeigt werden, wie sich das Nervensystem ab Geburt entwickelt, wie Gelerntes im Gehirn gespeichert und wieder abgerufen wird.
Die Entwicklung von Gehirn und Nervensystem beginnt mit der dritten Schwangerschaftswoche beim Embryo. Mit der Geburt ist die Entwicklung von Gehirn und Nervensystem aber noch lange nicht abgeschlossen. Rund 100 Milliarden Neuronen sind bereits vorhanden (ein Viertel von dem eines Erwachsenen). Diese entwickeln sich weiter; die Nervenfasern werden dicker, sie bilden Netzwerke (NPN, 2017).
1.1 Das Unbewusste denkt mit: Dieses Kapitel erläutert die neurowissenschaftliche Erkenntnis, dass politische Entscheidungen zu einem überwiegenden Teil unbewusst auf Basis von Emotionen und Mythen statt rational getroffen werden.
1.2 Frame – Der neurokognitive Deutungsrahmen: Der Begriff des "Frames" wird definiert als kognitive Struktur, die als Deutungsrahmen unsere Wahrnehmung der Realität maßgeblich beeinflusst.
1.3 Wie Sprache das Gehirn formt: Hier wird der Zusammenhang zwischen sprachlichen Begriffen und körperlich-neuronalen Reaktionen im Gehirn anhand zahlreicher Studien zur verkörperten Kognition (Embodied Cognition) dargelegt.
1.4 Exkurs: Ein neurochemisches Fest: Dieser Abschnitt beschreibt beispielhaft anhand der Wahrnehmung von Zimt die biochemischen Prozesse im limbischen System, die Erinnerungen und Gefühle hervorrufen.
1.5 Exkurs: Neuromarketing: Einfache Düfte sind die heimlichen Verführer: Es wird untersucht, wie gezielt eingesetzte Gerüche in Verkaufsräumen Kaufentscheidungen unbewusst beeinflussen.
1.6 Das innere Glaubenssystem: Das Kapitel differenziert zwischen "Deep seated Frames" und "Surface Frames" und zeigt deren Bedeutung für die moralische politische Kommunikation.
1.7 Exkurs: Das Gehirn verdrahtet sich: Hebbian Learning: Hier wird der zelluläre Mechanismus erläutert, durch den häufige Wiederholungen synaptische Bindungen stärken und somit Wissen und Frames festigen.
1.8 Frames und Rationalität: Anhand klassischer Experimente wird aufgezeigt, dass selbst bei existenziellen Entscheidungen nicht rein faktische Zahlen, sondern die Einbettung in Frames das Ergebnis bestimmen.
1.9 Oben und unten – Metaphern und Neurolinguistik: Es wird erklärt, wie fundamentale Orientierungsmetaphern (wie "Glücklich ist oben") unser Denken und Handeln automatisch strukturieren.
1.10 Die Weltgeschichte erzählt in 20 Blaupausen: Das Kapitel führt in die Lehre der "Masterplots" ein und zeigt, dass politische Geschichten und Storytelling auf universellen Erzählmustern basieren.
2.1 Vom «New Deal» zu «Yes, we can!»: Eine historische Analyse zeigt, wie US-Präsidenten wie Roosevelt, Carter und Reagan Framing-Strategien nutzten, um politische Debatten zu dominieren.
2.2 Der russische Bär tanzt und die Finnen setzen auf Krieg: Das Kapitel untersucht anhand von Medienberichten, wie insbesondere das metaphorische Bild des "russischen Bären" in der westlichen Politik als Dauerklischee instrumentalisiert wird.
2.3 Kriegrhetorik: Auch in Frankreich, Grossbritannien und Deutschland: Hier wird dokumentiert, wie das Framing "Politik ist Krieg" beziehungsweise "Argumentieren ist Krieg" in den politischen Diskursen verschiedener europäischer Länder konsequent angewandt wird.
2.4 Die politischen Parteien lassen sich nicht gerne in die Karten blicken: Abschließend werden Antworten der Parteien aus Deutschland, Österreich und der Schweiz auf Framing-Anfragen zusammengetragen, die deren unterschiedliches Bewusstsein für die eigene Kommunikationsstrategie offenbaren.
3.1 Steuern: Vom gemolkenen Bürger und dem Steuerparadies: Dieses Kapitel analysiert die stark emotionalisierten Frames und Metaphern in der Steuerdebatte, wie etwa das Bild des Bürgers als "Melkkuh" des Staates.
3.2 Flüchtlingswellen überschwemmen das Land: Es wird untersucht, wie Metaphern der Naturkatastrophe, wie "Flut" oder "Tsunami", gezielt eingesetzt werden, um Einwanderung als existenzielle Bedrohung zu framen.
3.3 Vom Auf- und Abstieg in den Gesellschaftsschichten: Das Kapitel beleuchtet, wie soziale Dynamiken durch Schichten-Frames ("oben" vs. "unten") und Sportmetaphern im öffentlichen Diskurs verarbeitet werden.
3.4 Der Klimawandel als emotionale Wärme: Hier wird die Framing-Strategie der Klimawandel-Leugner dekonstruiert, etwa durch die manipulative Verwendung von Begriffen, die positive Assoziationen (wie Wärme) wecken.
3.5 Exkurs: David gegen Goliath: Anhand einer Greenpeace-Aktion gegen Gazprom wird gezeigt, wie durch "David gegen Goliath"-Plots eine komplexe Umweltdebatte in eine einfache Geschichte für die Medien übersetzt wird.
3.6 Exkurs: Politik bestimmt die Sprache: Ein Forscherteam zeigt anhand des "Swiss-AL-C"-Korpus, wie die Berichterstattung über Themen wie Kernkraft nach Fukushima durch politische Ereignisse massiv verändert wurde.
3.7 Exkurs: Emojis als Spiegelbild der politischen Sprache: Das Kapitel analysiert die Nutzung von Facebook-Emojis durch politische Parteien als Ausdrucksform politischer Stimmungen wie Wut oder Zuneigung.
Framing, Politisches Framing, Metapher, Storytelling, Plot, Neurowissenschaft, Kommunikation, kognitive Deutungsrahmen, Sprache der Politik, Ideologie, Bildungsdebatte, Steuerdebatte, Zuwanderung, Klimawandel, Masterplots
Die Arbeit befasst sich mit der Wirkungsweise von Sprache und Framing-Strategien auf das menschliche Gehirn und deren gezielter Anwendung in der politischen Kommunikation.
Die Untersuchung umfasst die neurokognitiven Grundlagen der Sprache, die Anwendung von Metaphern und Plots in der Politik, sowie spezifische Fallbeispiele aus Steuer-, Migrations- und Klimadebatten.
Ziel der Arbeit ist es zu verstehen, wie Framing funktioniert, warum es die öffentliche Meinung beeinflussen kann, und wie man diesen Mechanismus als Bürger oder Journalist durchschauen kann.
Die Arbeit stützt sich auf eine interdisziplinäre Auswertung von neurowissenschaftlichen Studien, kognitionswissenschaftlicher Literatur und einer qualitativen Analyse politischer Diskurse und Medienberichte.
Der Hauptteil analysiert, wie politische Akteure in den USA und Europa gezielt "Frames" nutzen, um Debatten zu dominieren, und wie Begriffe wie "Steuerlast", "Flüchtlingswelle" oder "Energiewende" metaphorisch aufgeladen werden.
Zentrale Begriffe sind Politisches Framing, Metaphern, Storytelling, kognitive Deutungsrahmen, Macht der Sprache und ideologische Kommunikation.
Während die USA eine lange Tradition von professionell gestalteten, konservativen Moral-Frames haben, wird in Europa ebenfalls Framing betrieben, oft jedoch mit einer etwas stärkeren Ausrichtung auf nationale Traditionen und soziale Netzwerke.
Die Erkenntnis ist, dass der Mensch keine rein rationale Maschine ist, sondern seine Entscheidungen massgeblich durch das unbewusste Zusammenspiel von sprachlichen Bildern, emotionalen Vorprägungen und tief verankerten Glaubensmustern trifft.
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