Magisterarbeit, 2008
76 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Genre und Genretheorie
2.1 Veränderbarkeit von Genres
2.2 Probleme der Genredefinition
3. Das Horrorgenre
3.1 Der klassische Horrorfilm
3.1.1 Das Konzept des Monsters im klassischen Horrorfilm
3.2 Der moderne Horrorfilm
3.3 Motive des modernen Horrorfilms
3.3.1 Splatter und Gewalt
3.3.2 Body-Horror und Body-Count
3.3.3 Der Splatterfilm der 60er und 70er Jahre
4. Der Slasherfilm
4.1 Der Slasherfilm als Subgenre
4.2 Motive des Slasherfilms
4.2.1 Eröffnungssequenz und Setting
4.2.2 Kamera und Blick
4.2.3 Final Girl
4.2.4 Jugend und Autorität
4.3 Der Slasherfilm im Kontext der gesellschaftlichen und sozialen Umstände in den USA
5. Der Giallo
5.1 Entstehung und Bedeutung des Giallos
5.2 Motive des Giallos
5.2.1 Sexualität und Gewalt
5.2.2 Kunst und Künstlichkeit
5.3 Der Giallo im Kontext der gesellschaftlichen Umstände in Italien
5.3.1 Der Giallo und der italienische Filmmarkt
6. Giallo und Slasherfilm im Vergleich
6.1 Final Girl und Amateurdetektiv
6.2 Identität und Maske
6.3 Nummern und Spektakel
6.4 Low Culture
6.4.1 Camp
7. Ausblick
8. Fazit
Die Arbeit untersucht und vergleicht die genrespezifischen Merkmale, die narrative Struktur sowie den soziokulturellen Kontext von US-amerikanischen Slasherfilmen und italienischen Gialli. Dabei wird analysiert, inwieweit diese trotz ihrer scheinbaren Ähnlichkeit in Aufbau und Motivik durch ihre unterschiedlichen nationalen Traditionen geprägt sind.
3.1.1. Das Konzept des Monsters im klassischen Horrorfilm
Die Grundformel des klassischen Horrorfilms ist simpel und in ihrer Einfachheit jedem leicht verständlich: Horror entsteht dadurch, dass ein Monster in die Normalität eindringt, durch seine Anwesenheit Angst und Schrecken verbreitet und somit das Fortbestehen der natürlichen Ordnung gefährdet. Allerdings steht bei dieser Annahme noch die Definition der Begriffe ‚Monster‘ und ‚Normalität‘ bzw. ‚natürliche Ordnung‘ aus. Wood charakterisiert die Normalität als „monogamous couple, the family, and the social institutions […] that support and defend them.“ Diese Normalität, meist durch dominante amerikanische Stereotypen repräsentiert, wird von einem Monster bedroht, das gekennzeichnet ist durch all das, was von den dominanten sozialen Normen ausgeschlossen wird, also dem Abnormalen.
Auch bei Seeßlen ist das Monster zentral für den Horrorfilm. Er bezeichnet es als Halbwesen, also ein Wesen, das „halb Mensch, halb Tier oder halb lebendig, halb tot oder halb Mensch, halb Dämon ist.“ Bei dieser Typologie fällt auf, dass das Monster immer ein Halbwesen ist und somit die Möglichkeit eines menschlichen Monsters komplett ausgeschlossen wird (obwohl zur Zeit der Veröffentlichung von Seeßlens Buch bereits seit ungefähr zwei Jahrzehnten die Tendenz zu menschlichen Mördern bzw. Serienmördern geht).
1. Einleitung: Diese Einführung erläutert das Forschungsanliegen, den Slasherfilm und den Giallo hinsichtlich ihrer genrespezifischen Merkmale und historisch-kulturellen Kontexte zu vergleichen.
2. Genre und Genretheorie: Das Kapitel bietet einen Überblick über den Begriff Genre, die Funktionen der Genretheorie und die inhärente Prozesshaftigkeit sowie Veränderbarkeit von Filmgattungen.
3. Das Horrorgenre: Nach einer Abgrenzung des klassischen Horrorfilms werden die Merkmale des modernen Horrorfilms, insbesondere die explizitere Darstellung von Gewalt, Body-Horror und die Splatterästhetik, analysiert.
4. Der Slasherfilm: Dieses Kapitel definiert den Slasherfilm als Subgenre und untersucht zentrale Motive wie das Final Girl, das Setting sowie den soziokulturellen Kontext in den USA.
5. Der Giallo: Der Abschnitt widmet sich der Entstehung des Giallos als italienisches Genre, analysiert dessen spezifische Motive wie die Verbindung von Sexualität und Gewalt sowie die Bedeutung von Stilisierung und Künstlichkeit.
6. Giallo und Slasherfilm im Vergleich: Die beiden Genres werden direkt gegenübergestellt, wobei Aspekte wie die narrative Struktur, die Identität der Killer, die Rolle des Amateurdetektivs vs. Final Girl und das Camp-Konzept im Fokus stehen.
7. Ausblick: Hier wird der Niedergang der klassischen Slasher- und Giallo-Wellen sowie die Wiederauferstehung des Horrorfilms in neueren Formen wie dem sogenannten Torture Porn skizziert.
8. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und hebt die grundlegenden Unterschiede in der Inszenierung und den gesellschaftlichen Funktionen der beiden untersuchten Genres hervor.
Slasherfilm, Giallo, Horrorfilm, Genretheorie, Splatterästhetik, Final Girl, Amateurdetektiv, Gewalt, Sexualität, Camp, USA, Italien, Körperlichkeit, Subgenre, Filmgeschichte.
Die Arbeit befasst sich mit einer genrespezifischen Vergleichsanalyse des US-amerikanischen Slasherfilms und des italienischen Giallos, wobei die Unterschiede in ihrer Struktur und kulturellen Einbettung untersucht werden.
Zentral sind die Genretheorie, die Analyse spezifischer Mordmotive, die Darstellung von Gewalt, Körperästhetik und die Rolle gesellschaftlicher Umbrüche auf das jeweilige Filmgene.
Das Ziel ist es, den Slasherfilm und den Giallo anhand ihrer Merkmale direkt zu vergleichen, um aufzuzeigen, dass trotz oberflächlicher Ähnlichkeiten (wie die Tötung junger Frauen) fundamental verschiedene filmische Ansätze vorliegen.
Die Autorin verwendet eine deskriptive und analytische Methode zur Werkanalyse, gestützt auf filmtheoretische Literatur und historische Kontexte.
Im Hauptteil erfolgt eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Entstehung, den Motiven und den sozialen Bedingungen beider Genres, gefolgt von einem direkten Vergleich in Bezug auf narrative Strukturen und ästhetische Stilmittel.
Wichtige Begriffe sind Slasherfilm, Giallo, Splatterästhetik, Final Girl, Amateurdetektiv, Körperlichkeit und Camp-Ästhetik.
Da beide Genres etwa zur gleichen Zeit entstanden und ähnliche narrative Elemente wie maskierte Killer und blutige Gewaltszenen verwenden, ist die Untersuchung ihrer unterschiedlichen nationalen Ursprünge und Absichten filmwissenschaftlich aufschlussreich.
Die "set-pieces" (wie Mordszenen) stehen im Giallo oft im Vordergrund. Sie dienen nicht nur der Narration, sondern sind als ästhetische Spektakel konzipiert, die das Können des Regisseurs in Sachen Stilisierung und Atmosphäre demonstrieren.
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