Masterarbeit, 2022
96 Seiten, Note: 1,7
1 Einführung
1.1 Vorstellung des Themas und Relevanz der Arbeit
1.2 Methode und Aufbau der Arbeit
1.3 Anmerkungen
2 Intertextuelle Theorie
2.1 Konzepte der Intertextualität
2.1.1 Michail Bachtin und das Konzept der Dialogizität
2.1.2 Julia Kristeva und das Universum der Texte
2.1.3 Gérard Genette und die Transtextualitätstheorie
2.1.4 Broich/Pfister und die Systematisierung des Intertextualitätsbegriffes
2.1.5 Susanne Holthuis und die Interaktion zwischen Text und Leser
2.1.6 Peter Stocker und der Einzeltext- und Textklassenbezug
2.1.7 Hardarik Blühdorn und die Sprache der Intertextualität
2.2 Intertextuelle Formen und Markierungen
2.2.1 Einzeltext- und Systemtextreferenz nach Broich und Pfister
2.2.2 Intertextuelle Typologie nach Gérard Genette
2.2.3 Referenz ‚in praesentia‘ und Referenz ‚in absentia‘ bei Susanne Holthuis
2.2.4 Progressionsskala intertextueller Markierungen nach Jörg Helbig
2.3 Interfiguralität
2.4 Funktionen der Intertextualität
2.4.1 Entwicklung und Probleme des Funktionsbegriffes
2.4.2 Intertextualität als kommunikatives Phänomen
2.4.3 Funktionsrichtungen von Intertextualität
2.5 Textverarbeitung und intertextueller Leseprozess
2.6 Intertextualität und Intermedialität
2.7 Zwischenfazit
3 Der Roman von Felicitas Hoppe
4 Untersuchungsergebnisse zur Intertextualität im Roman
4.1 Das Gesamtwerk der Autorin als intertextueller Rahmen
4.2 Die Paratexte – Begleitende Intertextualität
4.2.1 Der Buchtitel
4.2.2 Das Coverbild
4.2.3 Die Zueignung
4.2.4 Die Motti
4.2.5 Das Inhaltsverzeichnis und der Abspann
4.2.6 Die Kapitelüberschriften
4.3 Interfiguralität im Roman von Felicitas Hoppe
4.3.1 Siegfried, RvP und der böse Onkel Hagen
4.3.2 Der Zeuge im Beiboot
4.3.3 Die Rollen und Geister der Nibelungen
4.3.4 Das dreifache G
4.3.5 Figuren und Rollen
4.3.6 Die interfigurale Personifikation
4.4 Intertextueller Rezeptionsanspruch des Romans
Die vorliegende Arbeit untersucht das theoretische Konzept der Intertextualität und dessen praktische Anwendung im Roman „Die Nibelungen – Ein deutscher Stummfilm“ von Felicitas Hoppe. Ziel ist es, die intertextuellen Verknüpfungen des Romans zu erforschen, zu identifizieren, wie Autorin und Leser durch Paratexte und Interfiguralität in einen Dialog treten, und zu bestimmen, welche Voraussetzungen an das Vorwissen des Lesers geknüpft sind, um das volle intertextuelle Potenzial der Neuerzählung zu begreifen.
4.3.6 Die interfigurale Personifikation
Wie sich zeigt, hat Felicitas Hoppe jede Möglichkeit genutzt, ihre Figuren intertextuell einzusetzen. Allerdings hat es sich bei allen bisherigen Beispielen immer um die Wiederverwendung oder den interfiguralen Bezug von einer belebten fiktionalen Figur zu einer anderen belebten fiktionalen Figur gehandelt.
In ihrem Roman geht Hoppe noch einen Schritt weiter und verwandelt einen buchstäblich unbelebten Zustand in eine lebendige, am Geschehen der Geschichte teilnehmende, literarische Figur. Die Rede ist vom Tod.
Im Nibelungenlied und dem Stummfilm von Fritz Lang ist der Tod ein wiederkehrendes Motiv, welches die Figuren durch die gesamte Handlung hindurch begleitet. Gleich im ersten Vers des mittelhochdeutschen Epos wird angekündigt, dass in dieser Geschichte der Tod der Zustand ist, auf den alles hinausläuft.
„Ihretwegen [Kriemhild] mussten viele Ritter ihr Leben verlieren.“
Siegfrieds Ermordung ist eine vollständige 85 Vers lange Aventüre gewidmet, in der sein Tod detailliert beschrieben wird.
„Als Herr Siegfried über die Quelle gebeugt trank, schoss Hagen durch das Kreuz hindurch, so dass aus der Wunde viel Blut vom Herzen bis an Hagens Kleidung sprang. Eine so folgenschwere Untat wird nie wieder ein Held begehen. […] Hagen ließ ihm den Speer im Herzen stecken. […] Er [Siegfried] war bleich geworden und konnte nicht mehr stehen. Seine Körperkraft musste dahinschwinden, denn er trug das fahle Zeichen des Todes. […]“
Wie in diesem Auszug aus der entsprechenden Aventüre deutlich wird, ist der Tod ein Zustand, der die Figuren ereilt, keine eigenständig handelnde Entität, die aus Eigeninitiative eingreift oder die Hand desjenigen lenkt, der die tödliche Tat ausführt. Es ist Hagens Entscheidung, dass Siegfried getötet werden muss, und er wirft aus eigenem Vorsatz den Speer.
1 Einführung: Diese Einleitung führt in das Thema der Intertextualität ein, erläutert die Relevanz der Arbeit und legt die methodischen Grundlagen für die Analyse von Felicitas Hoppes Roman dar.
2 Intertextuelle Theorie: Dieses Kapitel präsentiert die wissenschaftlichen Grundlagen und wichtigsten Konzepte der Intertextualitätsforschung, von Bachtin bis hin zu modernen Ansätzen.
3 Der Roman von Felicitas Hoppe: Hier wird der Untersuchungsgegenstand, Felicitas Hoppes Roman sowie die Autorin selbst, kurz vorgestellt und in den literarischen Kontext eingeordnet.
4 Untersuchungsergebnisse zur Intertextualität im Roman: Dies ist der Hauptteil, der die theoretischen Erkenntnisse an vier spezifischen Kategorien auf den Roman anwendet: Gesamtwerk, Paratexte, Interfiguralität und Rezeptionsanspruch.
5 Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und bewertet die Anwendbarkeit der theoretischen Konzepte auf das Werk von Hoppe.
6 Anhang: Dieser Abschnitt enthält visuelle Ergänzungen, wie Coverbilder und Kupferstiche, die für das Verständnis der Paratext-Analyse relevant sind.
7 Literaturverzeichnis: Hier werden alle in der Arbeit verwendeten Primär- und Sekundärquellen sowie Literatur- und Filmbeispiele detailliert aufgelistet.
Intertextualität, Felicitas Hoppe, Nibelungenlied, Interfiguralität, Paratextualität, Intermedialität, Literaturwissenschaft, Rezeption, Erzähltheorie, Dialogizität, Autorintention, Zeuge im Beiboot, Erzähler, Bühnenstück.
Die Arbeit untersucht, wie das literaturwissenschaftliche Konzept der Intertextualität genutzt werden kann, um den Roman „Die Nibelungen – Ein deutscher Stummfilm“ von Felicitas Hoppe tiefergehend zu verstehen.
Im Fokus stehen die theoretische Einordnung von Intertextualität, die Analyse des Gesamtwerkes der Autorin, die Bedeutung der Paratexte (wie Buchtitel oder Cover) sowie die interfigurale Darstellung der Figuren.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Hoppe den Nibelungenstoff neu interpretiert und dabei gezielt auf Prätexte wie das mittelalterliche Heldenepos und den Film von Fritz Lang verweist, um eine neue, eigenständige Erzählung zu schaffen.
Es werden gängige literaturwissenschaftliche Methoden der Textanalyse angewandt, insbesondere Konzepte von Genette, Broich/Pfister und Wolfgang Müller zur Identifizierung und Kategorisierung intertextueller und interfiguraler Bezüge.
Der Hauptteil gliedert sich in vier Kategorien: eine Gesamteinordnung im Hoppe-Kanon, eine detaillierte Analyse der Paratexte, die Untersuchung der interfiguralen Bezüge der Figuren und die Reflexion über die Rezeptionsanforderungen.
Die wichtigsten Begriffe sind Intertextualität, Interfiguralität, Paratextualität, Intermedialität sowie natürlich der Name der Autorin Hoppe und der Nibelungenstoff.
Hoppe verwandelt den abstrakten Zustand des "Todes" in ihrem Roman in eine aktiv handelnde, personifizierte Figur, die sogar im Gespräch mit dem Erzähler auftritt, was eine kreative Erweiterung des Nibelungen-Stoffes darstellt.
Die Autorin baut durch die Formulierung „Der Tod ist ein Laie aus Worms“ ein Wortspiel ein, das einen bewussten, intertextuellen Bezug zu Celans Gedicht „Todesfuge“ herstellt, um die Zuschauerteilhabe an Geschichte und Gewalt zu thematisieren.
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