Magisterarbeit, 2009
108 Seiten, Note: 1
1 Einführung
1.1 Einleitung und Problemstellung
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Was zeichnet (Sport)unterricht aus?
2.1.1 Allgemeine Problematik des (Sport)unterrichts
2.1.2 Was ist ein „Erziehender Sportunterricht“?
2.1.3 Allgemeinbildende Ziele des (Sport)unterrichts
2.1.4 Mehrperspektivischer Sportunterricht
2.2 Kooperatives Lernen
2.2.1 Was ist Kooperatives Lernen?
2.2.2 Wieso gerade kooperatives Lernen?
2.2.2.1 Das besondere Potential des Schulfaches Sport
2.2.2.2 Empirische Befunde zum Kooperativen Lernen
2.2.3 Schülerverhalten
2.2.4 Lehrerverhalten
2.2.4.1 Bereitstellung der spezifischen Lernumgebung
2.2.4.2 Sensible Begleitung der Lernprozesse
2.2.4.3 Evaluation der Lern- und Gruppenprozesse
2.3 Geschlechtstypisches Verhalten
2.3.1 Geschlechtsdifferenzen und Geschlechterrollen
2.3.2 Geschlechtstypik im Sport
2.3.2.1 Ist Sport eine Männerdomäne?
2.3.2.2 Frauen- und Männersport als dichotomes Feld
2.3.2.3 Sport als Möglichkeitsraum zum “undoing gender”
2.3.3 Geschlechtstypische Interaktionsmuster
2.3.4 Folgerungen für das Kooperative Lernen
2.4 Koedukation
2.4.1 Was ist Koedukation?
2.4.2 Koedukation als Konsequenz des “Erziehenden Sportunterrichts”
2.5 Empirische Konseqenzen
3 Quantitative Prozessanalyse
3.1 Untersuchungsdesign
3.1.1 Stichprobe
3.1.2 Treatment
3.1.3 Datenerhebung und-bearbeitung
3.2 Operationalisierung des Schülerverhaltens
3.2.1 Definitionen der Kategorien und ihrer Ebenen
3.2.1.1 Erläuterung der Kategorien
3.2.1.2 Einordnung der Kategorien in die jeweiligen Ebenen
3.2.2 Testgütekriterien
3.3 Ergebnisdarstellung
4 Geschlechstspezifische Untersuchung des Schülerverhaltens
4.1 Überleitung der Fragestellung auf die Geschlechterproblematik
4.2 Ableitung der Hypothesen
4.3 Ergebnisse
4.3.1 Deskriptive Statistik
4.3.2 Inferenzstatistik
5 Interpretation und Fazit
6 Zusammenfassung und Ausblick
7 Literaturverzeichnis
Die Arbeit untersucht das Verhalten von Schülerinnen und Schülern in einer offenen Unterrichtsform, dem kooperativen Lernen im Sportunterricht, mit dem primären Ziel, ein Beobachtungs- und Messinstrument für die quantitative Prozessanalyse zu entwickeln und geschlechtstypische Unterschiede im Sozialverhalten zu identifizieren.
2.2.1 Was ist Kooperatives Lernen?
Um diese Frage ausreichend beantworten zu können, ist es hilfreich sich vorher einige Grundannahmen über Lernen genauer anzuschauen. Nach Konrad und Traub (2005, S. 5) ist das Lernen durch folgende Grundgedanken gekennzeichnet.
Lernen ist ein aktiver konstruktiver Prozess, in dessen Verlauf Lernende neue Informationen mit vorhandenem Wissen verknüpfen, um neue Ideen und Sinneszusammenhänge zu konstruieren.
Das Lernen ereignet sich in Kontexten, die den Einzelnen dazu anregen mit anderen zu kooperieren, um Probleme zu identifizieren und anspruchsvolle Problemlösefertigkeiten zu erwerben.
Die Tatsache, dass die Lernenden sich durch breit gefächerte Erfahrungen und Perspektiven unterscheiden, bereichert das Lernen.
Lernen ist ein soziales und kommunikatives Geschehen. Somit können Austausch und Diskussion das Verstehen und die Reflexion des jeweiligen Lerngegenstands optimieren.
Lernen schließt das subjektive Erleben und die affektive Dimension mit ein, wodurch kooperative Aktivitäten soziale als auch emotionale Herausforderungen umfassen.
1 Einführung: Hinführung zum Thema und Darstellung der Problematik sowie der Zielsetzung und des Aufbaus der Arbeit.
2 Theoretische Grundlagen: Erläuterung der Konzepte des Erziehenden Sportunterrichts, des Kooperativen Lernens, der Geschlechterrollen und der Koedukation.
3 Quantitative Prozessanalyse: Beschreibung des Untersuchungsdesigns, der Operationalisierung des Schülerverhaltens und der methodischen Datenerhebung.
4 Geschlechstspezifische Untersuchung des Schülerverhaltens: Prüfung der aufgestellten Hypothesen zu geschlechtstypischen Verhaltensunterschieden mittels deskriptiver und inferenzstatistischer Methoden.
5 Interpretation und Fazit: Zusammenfassende Diskussion der Ergebnisse und Bewertung der methodischen Vorgehensweise.
6 Zusammenfassung und Ausblick: Retrospektive auf die Forschungsarbeit und Identifikation weiterführender Fragestellungen.
7 Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen.
Kooperatives Lernen, Erziehender Sportunterricht, Prozessanalyse, Geschlechterforschung, Schülerverhalten, Kleingruppenarbeit, Handstand, Flugrolle, doing gender, Sozialkompetenz, Methodik, Sportpädagogik, quantitative Analyse, Interaktionsmuster, Bewegungsbildung.
Die Magisterarbeit untersucht das Verhalten von Schülerinnen und Schülern in Kleingruppen während eines offenen Sportunterrichts, der auf dem Konzept des Kooperativen Lernens basiert.
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen des Erziehenden Sportunterrichts, die Methodik des Kooperativen Lernens sowie die Analyse geschlechtstypischer Verhaltensweisen und Interaktionsmuster in der Schule.
Ziel ist die Entwicklung eines Beobachtungsinstruments zur quantitativen Prozessanalyse, um zu klären, wie sich Schüler in Kleingruppen verhalten und ob dabei geschlechtsspezifische Unterschiede existieren.
Es wird eine quasi-experimentelle Studie mit Videoanalysen durchgeführt, wobei Daten zur Prozessanalyse erhoben und mit statistischen Verfahren wie dem t-Test ausgewertet werden.
Der Hauptteil umfasst die theoretische Fundierung, die detaillierte Beschreibung der quantitativen Prozessanalyse sowie die anschließende empirische Untersuchung geschlechtsspezifischer Unterschiede im Schülerverhalten.
Die wichtigsten Begriffe sind Kooperatives Lernen, Erziehender Sportunterricht, Prozessanalyse, Geschlechterforschung und Schülerverhalten.
Die Kategorie "Stören" ist die einzige, bei der ein signifikanter Unterschied zwischen den Geschlechtern festgestellt wurde, wobei Jungen die Gruppenprozesse häufiger behindern als Mädchen.
Nein, die Hypothesen, dass Jungen häufiger aktive Interaktionen zeigen oder Mädchen mehr Hilfestellung leisten, konnten empirisch nicht bestätigt werden.
Es beschreibt das Potenzial des Sportunterrichts, starre Geschlechterklischees aufzubrechen und einen Raum zu schaffen, in dem Schüler ihre Potenziale jenseits tradierter Rollenzuweisungen entfalten können.
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