Masterarbeit, 2013
112 Seiten, Note: 1,0
Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien
1. Einleitung
2. Relevanzbegründung
3. Leitfragen der Arbeit
4. Theoretischer Hintergrund: Lernen mit Multimedia
4.1 Multimedia: Forschungsstand und Definition/en
4.1.1 Medium
4.1.2 Multimedia
4.1.2.1 Begriffserläuterung
4.1.2.2 Multimedia-Kategorisierung nach Weidenmann
4.1.2.3 Eigene Definition: Multimedia
4.1.3 Lernen
4.1.4 Lernen mittels Bild und Text (multicodal)
4.2 Kognitive Grundlagen des Lernens mit Multimedia und der Blickverlaufmessung
4.2.1 Zur Kognitionspsychologie
4.2.2 Visuelle Wahrnehmung
4.2.2.1 Licht
4.2.2.2 Sehsinn
4.2.2.3 Aufmerksamkeit
4.2.2.4 Gedächtnis
4.3 Kognitive Theorie des Multimedialen Lernens
4.3.1 Grundlage: Cognitive-Load-Theory
4.3.2 Kognitive Theorie Multimedialen Lernens
5. Das Personalisierungsprinzip
5.1 Zum Begriff
5.2 Personalisierung von Lernmaterial
5.3 Mögliche Erklärungshintergründe
5.3.1 Interaktionen in medialen Umgebungen
5.3.2 Soziale Einbindung
5.3.3 Selbstreferenz und Eigenverantwortung
5.3.3.1 Lernmotivation
5.3.3.2 Interesse
5.3.3.3 Involvement
6. Die Methode der Blickverlaufsmessung
6.1 Grundlagen
6.1.1 Begriffsklärung
6.1.2 Hintergrund
6.1.3 Grundlagen: Sichtfeld
6.1.4 Grundlagen: Augenbewegungen
6.2 Funktionsweise und Messung
6.3 Darstellungsmöglichkeiten
6.4 Eye-Tracking mit Bild und Text
6.4.1 Eye-Tracking und Texterfassung
6.4.2 In Kürze: Eye-Tracking und Lernen
6.5 Forschungslücken Lernen mit Multimedia & Eye-Tracking
7. Thesen zur Exploration
8. Zusätzliche Analysen
9. Möglicher Untersuchungsgegenstand, Design und Methoden
10. Kritische Reflexion
10.1 Eye-Tracking: Chancen
10.2 Eye-Tracking: Risiken
10.3 Lernen, Cognitive Load, Multimedia
10.4 Personalisierung
11. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen multimedialem Lernen und dem Personalisierungsprinzip. Ziel ist es, durch eine theoretische Auseinandersetzung und die Analyse der Eye-Tracking-Methode zu verstehen, wie visuelle Aufmerksamkeitsprozesse beim Lernen mit digitalen Medien ablaufen und welche Rolle individuelle Ansprache (Personalisierung) dabei spielt.
4.2.2.3 Aufmerksamkeit
Aufmerksamkeit gilt neben der visuellen Aufnahme an sich als Grundlage für jedwede weitere kognitive Verarbeitung (vgl. u. a. Zangemeister, Stiehl & Freska, 1996; Thoma & Davidoff, 2007). Dabei wird Aufmerksamkeit, ausgehend von der sensorischen Verarbeitung (s. o.) als Informationsselektion verstanden. Visuelle Aufmerksamkeit kann ferner als selektive Verwendung von Informationen im entsprechenden visuellen Bereich gesehen werden, wobei bestimmte Bereiche beachtet, andere wiederum vernachlässigt werden (vgl. Henderson, 1992, S. 260). Wie genau der visuelle Prozess abläuft, ist nicht eindeutig geklärt, so wird geforscht, wie Gesichtserkennung funktioniert und welche Einflüsse emotionale Komponenten hierben haben (vgl. Vuilleumier, 2007). Auch ist noch unklar, welche Prinzipien 2D- und 3D-Erkennung zugrunde liegen (vgl. Thoma & Davidoff, 2007, S. 153). Jedoch besteht weitgehend Konsens über grundlegende Abläufe von Aufmerksamkeitsprozessen: Aufmerksamkeit kann als selektive Aufnahme von Informationen verstanden werden. Dabei kann diese von externen Objekten beeinflusst werden (Bottom-Up-Aufmerksamkeit, Bsp. Bewegung oder Gestaltgesetze: vgl. u. a. Cassells & Green, 1995, S. 77) oder aber interne Vorgänge widerspiegeln (Top-Down-Aufmerksamkeit, Bsp. Persönliche Relevanz).
Es kann zudem gerichtete Aufmerksamkeit geben (auf bestimmte Stimuli bezogen, zielorientiert) und ungerichtete Aufmerksamkeit (generelle „Wachheit“, Aufnahmebereitschaft). Geteilte Aufmerksamkeit findet bei gleichzeitigem Einwirken von Informationen statt. Ressourcen-Allokationen sind kurzfristige oder langfristige Dispositionen und nur von vorübergehender Dauer (vgl. u. a. Kahnemann, 1973). Eine aufrechterhaltene Aufmerksamkeit nennt man Vigilanz. Aufmerksamkeit alleine reicht noch nicht aus, um Informationen aufzunehmen, es kann in zweiter Instanz vom visuellen Kurzzeitgedächtnis gesprochen werden (Irvin, 1992, S. 147f.). Aufmerksamkeit kann also als Schnittstelle zwischen sensorischer Aufnahme und Informationsverarbeitung gesehen werden. Augenbewegungen sind sehr wahrscheinlich an den jeweiligen momentanen Rezeptionsprozess gekoppelt und beeinflussen den nächsten Blickverlauf (vgl. Prinz, Nattkemper & Ullmann, 1992, S. 108). Abbildung 14 veranschaulicht die visuellen Routen im Gehirn. Strategisches Lesen, wie es über Suche, Interpretation und Entscheidung stattfindet (Wright, 2001, S. 37f.), ist stark von Aufmerksamkeitsprozessen (und vor allem Strategien) begleitet. So könnte Aufmerksamkeit auch als visuelle Entscheidungsstrategie gesehen werden.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz multimedialen Lernens ein und umreißt die Struktur der Arbeit.
2. Relevanzbegründung: Dieses Kapitel begründet die Notwendigkeit der Untersuchung von Lernprozessen im Kontext digitaler Medienangebote und deren Verbreitung.
3. Leitfragen der Arbeit: Hier werden die zentralen Forschungsfragen formuliert, die den roten Faden durch die theoretischen und methodischen Kapitel bilden.
4. Theoretischer Hintergrund: Lernen mit Multimedia: Dieser umfangreiche Hauptteil erläutert Begriffe, kognitive Grundlagen der Wahrnehmung sowie Theorien zum multimedialen Lernen.
5. Das Personalisierungsprinzip: Das Kapitel befasst sich mit der Wirkung von individueller Ansprache im Lernmaterial und den theoretischen Hintergründen wie sozialer Einbindung.
6. Die Methode der Blickverlaufsmessung: Ein methodischer Fokus, der die Funktionsweise, Technik und Anwendung von Eye-Tracking zur Untersuchung von Lernprozessen beschreibt.
7. Thesen zur Exploration: Basierend auf den vorherigen Kapiteln werden hier Hypothesen und Vermutungen für zukünftige explorative Untersuchungen formuliert.
8. Zusätzliche Analysen: Ein kurzer Abschnitt zu weiteren Faktoren, die bei einer explorativen Untersuchung von Personalisierungseffekten berücksichtigt werden sollten.
9. Möglicher Untersuchungsgegenstand, Design und Methoden: Dieser Teil gibt Empfehlungen zur Gestaltung eines experimentellen Untersuchungsdesigns im Bereich Eye-Tracking.
10. Kritische Reflexion: Eine Auseinandersetzung mit den methodischen Möglichkeiten, Chancen und Risiken der beschriebenen Forschungsansätze.
11. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und ein Ausblick auf zukünftige Anforderungen an die Forschung zum Lernen mit Multimedia.
Multimedia, Lernen, Personalisierung, Eye-Tracking, Blickverlaufsmessung, kognitive Grundlagen, Aufmerksamkeit, visuelle Wahrnehmung, Cognitive-Load-Theory, Bild und Text, Lernmotivation, soziale Einbindung, Informationsverarbeitung, Medientechnik, Bildungsforschung.
Die Arbeit befasst sich mit der Wirkung von motivationalen Faktoren beim Lernen mit multimedialen Präsentationsformen, insbesondere unter dem Fokus auf das Personalisierungsprinzip.
Die Themen umfassen multimediales Lernen, kognitive Grundlagen der visuellen Wahrnehmung, die Anwendung der Eye-Tracking-Methode und die Auswirkungen von Personalisierung auf den Lernprozess.
Ziel ist es, das Spannungsfeld zwischen multimedialem Lernen und dem Personalisierungsprinzip theoretisch aufzuarbeiten und zu untersuchen, wie Eye-Tracking als Methode Erkenntnisse über Lernprozesse liefern kann.
Die Arbeit ist eine theoretisch-analytische Arbeit, die primär auf einer Literaturanalyse beruht und die Methode des Eye-Trackings (Blickverlaufsmessung) intensiv methodisch reflektiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Multimedialernens, die kognitiven Grundlagen inklusive Gedächtnis und Aufmerksamkeit sowie eine detaillierte Erörterung der Eye-Tracking-Methode.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Multimedia, Lernen, Personalisierung, Eye-Tracking, kognitive Grundlagen, Aufmerksamkeit und Cognitive-Load-Theory.
Sie dient als theoretische Basis, um zu erklären, wie begrenzte kognitive Ressourcen durch multimediale Gestaltung beeinflusst werden und wie Elemente wie Personalisierung die kognitive Belastung modifizieren können.
Die Personalisierung, etwa durch die Verwendung von Personalpronomen, soll soziale Hinweise geben, die die Lernmotivation steigern und die Aufmerksamkeit auf das Lernmaterial lenken können.
Herausforderungen sind unter anderem die Komplexität der Datenauswertung, die schwierige Vergleichbarkeit von Studien durch unterschiedliche Algorithmen sowie die Validität in künstlichen Rezeptionssituationen.
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