Bachelorarbeit, 2019
37 Seiten, Note: 1,0
Diese Arbeit untersucht die literarischen Techniken, die Heiner Müller in seinem Geschichtsdrama „Germania Tod in Berlin“ einsetzt. Im Zentrum steht die Analyse der geschichtsphilosophischen Denkweise Müllers, die durch die Einflüsse Walter Benjamins und Ernst Bloch geprägt ist. Dabei wird beleuchtet, wie Müller Brechts pädagogisches Theater umsetzt und welches Deutschlandbild er aus der Historie zeichnet.
Die Einleitung führt in das Thema der Arbeit ein und stellt die Fragestellung vor, die untersucht werden soll. Im zweiten Kapitel wird Hans Magnus Enzensbergers These vom Schriftsteller als Geschichtsschreiber vorgestellt und anhand seiner Analyse von Golo Manns „Deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts“ und Alfred Döblins „Berlin Alexanderplatz“ erläutert. Kapitel 3 beschäftigt sich mit Heiner Müllers Geschichtsphilosophie und beleuchtet die Einflüsse Walter Benjamins und Ernst Blochs auf seine Denkweise. Kapitel 4 befasst sich mit Müllers Dramenkonzeption und setzt sie in Bezug zur literarischen Postmoderne. Der Exkurs analysiert die Bedeutung Bertolt Brechts für Heiner Müllers Werk. In Kapitel 5 werden die Struktur und Sprache des Dramas „Germania Tod in Berlin“ analysiert. Kapitel 6 geht auf die inhaltlichen Aspekte des Stücks ein, darunter die Motive der Totenbeschwörung, Anachronismus, Intertextualität und Gewalt. Das Deutschlandmotiv wird als wichtiger Bestandteil der Analyse betrachtet.
Heiner Müller, Germania Tod in Berlin, Geschichtsphilosophie, Walter Benjamin, Ernst Bloch, Bertolt Brecht, Dramenkonzeption, Postmoderne, Deutschlandmotiv, Gewalt, Totenbeschwörung, Anachronismus, Intertextualität, Sprache, Struktur.
Das Stück setzt sich kritisch mit der deutschen Geschichte auseinander und nutzt eine extreme Dramaturgie, um Wahrnehmungsmuster zu hinterfragen und die Vergangenheitsbewältigung zu thematisieren.
Benjamins geschichtsphilosophische Denkweise, insbesondere das Verständnis von Geschichte als Trümmerhaufen und die Kritik am Fortschrittsglauben, prägte Müllers Werk stark.
Müller orientiert sich an Brechts Konzept von Theater als „Lusthaus und Schreckenskammer“, radikalisiert jedoch die Form, um den Zuschauer in Entscheidungssituationen zu zwingen.
Die Totenbeschwörung dient dazu, die Last der Geschichte und die unbewältigte Vergangenheit der Deutschen bildhaft auf die Bühne zu bringen.
Die Arbeit untersucht das Stück im Kontext der literarischen Postmoderne, insbesondere aufgrund seiner fragmentarischen Struktur, Intertextualität und dem Bruch mit linearen Erzählweisen.
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