Diplomarbeit, 2009
84 Seiten, Note: 1,7
1 Problemstellung
2 Analyse der Zentralbankinterventionen bei Liquiditätsschocks
2.1 Transformation des Ausgangsmodells
2.1.1 Zeitliche Struktur des transformierten Modells
2.1.2 Der Interbankenmarkt
2.1.3 Der Kreditverbriefungsmarkt
2.1.4 Der Liquiditätsschock ohne Zentralbankintervention
2.1.5 Intervention der Zentralbank auf dem Interbankenmarkt
2.2 Statische Analyse des Modells
2.2.1 Analyse ohne Zentralbankintervention
2.2.2 Analyse der diskretionären Zentralbankintervention
2.2.3 Analyse der regelbasierten Zentralbankintervention
2.2.3.1 Unbegrenzter Lender of Last Resort
2.2.3.2 Begrenzter Lender of Last Resort
2.2.3.3 LOLR begrenzt auf große Liquiditätsschocks
2.2.3.4 Optimaler Lender of Last Resort
2.2.4 Gewichtung der Preis- und Outputlücke
2.3 Dynamische Analyse
2.3.1 Das dynamische Modell
2.3.2 Simulation ohne Zentralbankintervention
2.3.3 Simulation mit diskretionärer und regelbasierter Zentralbankintervention
2.3.4 Analyse der Persistenz in den Lag-Parametern
2.3.5 Gewichtung der Outputlücke im dynamischen Kontext
3 Liquiditätsversorgung durch die Europäische Zentralbank
4 Liquiditätsregulierung bei Banken
5 Schlussfolgerungen und kritische Würdigung
Diese Arbeit untersucht Zentralbankinterventionen bei Liquiditätsschocks mittels eines Liquiditätsmodells, um daraus Implikationen für künftige Ereignisse und eine optimierte Finanzmarktregulierung abzuleiten. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert auf die optimale Gestaltung geldpolitischer Interventionen unter Berücksichtigung von Trade-Offs wie Finanzmarktstabilität und Moral Hazard.
2.1.4 Der Liquiditätsschock ohne Zentralbankintervention
Der Liquiditätsschock wird bei Sauer (2007a, S. 9, 14ff) als Präferenzschock bei den Investoren konzipiert, welcher jedoch nicht weiter konkretisiert wird. Im transformierten Modell wird die Konkretisierung vorgenommen. Die Präferenzänderung wird durch einen Kreditlinienschock ausgelöst. Die Banken haben in t = 0 Kreditlinien in unbekanntem Umfang gewährt, ohne jedoch ausreichend Liquidität zur Gewährung dieser Linien zurückzulegen. Grund ist die Nominalrendite von Null auf liquide Mittel und die damit verbundenen hohen Opportunitätskosten einer zusätzlichen Liquiditätsreserve. Die Kreditlinien verpflichten die Banken früher als geplant in t = 1, Kreditverbriefungen von der SPE anzukaufen bzw. dieser außerplanmäßige Liquidität zur Verfügung zu stellen.
D.h., alle Banken werden in gleichem Maße durch den Kreditlinienschock beansprucht und zu Verkäufen auf dem Interbankenmarkt in t = 1 gedrängt. Wie in Kapitel 2.1.2 bereits erläutert, kann der Preis der Commercial Paper (q) große Liquiditätsschocks jedoch nicht kompensieren, weil nicht ausreichend Liquidität im Interbankenmarkt zur Verfügung steht. In der Folge müssen die Banken einen Teil ihrer Commercial Paper liquidieren, um den Kreditlinienschock auszugleichen. Die Liquidationen haben jedoch negative Folgen für den Kreditverbriefungsmarkt bzw. die SPE. Aufgrund der Liquidation der CP wird die Eigenkapitalbasis der SPE und folglich das Produktionspotential für die nächste Periode t = 2 verringert. In t = 2 sinkt die Kreditvergabe an Unternehmen und das Angebot an Verbriefungen, das von den Banken und Arbeitern aufgekauft wird.
1 Problemstellung: Einleitung in die Thematik der Zentralbankinterventionen bei Liquiditätsschocks und Erläuterung der Motivation sowie des methodischen Aufbaus der Arbeit.
2 Analyse der Zentralbankinterventionen bei Liquiditätsschocks: Detaillierte mathematische Modellierung und Untersuchung verschiedener Interventionsszenarien (statisch und dynamisch) sowie deren Auswirkungen auf Banken und Realwirtschaft.
3 Liquiditätsversorgung durch die Europäische Zentralbank: Empirischer Überblick über die geldpolitischen Reaktionen der EZB während der aktuellen Finanzkrise unter Nutzung realer Marktdaten.
4 Liquiditätsregulierung bei Banken: Kritische Diskussion bestehender Regulierungsansätze wie LiqV und MaRisk im Hinblick auf Prozyklität und systemische Risiken.
5 Schlussfolgerungen und kritische Würdigung: Zusammenfassende Bewertung der Modellergebnisse und kritische Reflexion der Robustheit sowie der Grenzen des gewählten Ansatzes.
Liquiditätsschock, Zentralbankintervention, Lender of Last Resort, ELA, Interbankenmarkt, Kreditverbriefung, Moral Hazard, Geldpolitik, Finanzmarktregulierung, Liquiditätsrisiko, DSGE, Dynare, Commercial Paper, Eigenkapital, Finanzkrise.
Die Arbeit analysiert, wie Zentralbanken bei Liquiditätsschocks effektiv intervenieren können, um Finanzmarktturbulenzen abzufedern und die Realwirtschaft zu stützen.
Die Arbeit behandelt die Modellierung von Bankenverhalten, Interbankenmärkte, die Rolle von "Lender of Last Resort"-Fazilitäten und die Interaktion mit der Bankenregulierung.
Ziel ist es, eine optimale Strategie für Zentralbanken zu identifizieren, die den "Moral Hazard" bei Banken minimiert und gleichzeitig die Stabilität des Finanzsystems sichert.
Die Arbeit nutzt ein mikro-fundiertes "Macro-Finance"-Modell, das statisch analysiert und anschließend mittels dynamischer stochastischer allgemeiner Gleichgewichtsmodelle (DSGE) unter Verwendung der Software Dynare simuliert wird.
Im Hauptteil werden verschiedene Interventionsszenarien – von diskretionär bis regelbasiert – mathematisch hergeleitet und ihre Effekte auf Produktion und Preisniveau verglichen.
Die Arbeit zeichnet sich durch die Verbindung von theoretischer Modellierung, numerischer Simulation und einem empirischen Abgleich mit den EZB-Daten der Finanzkrise aus.
Die Transformation ermöglicht es, den Bankkapitalkanal und die Rolle von Zweckgesellschaften (SPE) explizit in das Modell zu integrieren, was die Analyse moderner Kreditverbriefungsmechanismen erlaubt.
Die diskretionäre ELA wird von Marktteilnehmern nicht antizipiert, während ein "Lender of Last Resort" (LOLR) ein regelbasiertes Regime darstellt, das Banken in ihrem Optimierungskalkül einpreisen können.
Der Autor weist darauf hin, dass das Modell bei einer gewissen Parameterwahl (omega-Variation) an Schwachstellen stößt, da die Nichtnegativitätsbedingung für einige Variablen in der numerischen Simulation nicht immer gewährleistet ist.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

