Examensarbeit, 2003
80 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Grundlagen, Voraussetzungen und Überlegungen zum gemeinsamen Unterricht
2.1 Gemeinsamer Unterricht als logische Konsequenz des Wandels im Behinderungsbegriff
2.2 Die bildungspolitischen Rahmenbedingungen aus dem Blickfeld des gemeinsamen Unterrichts
2.3 Überlegungen zur schulischen Integration von ‚geistig behinderten’ Kindern
2.4 Eine Schule für alle: Schüler mit ‚schwerer Behinderung’ im Gemeinsamen Unterricht
3. Kooperation von Lehrern im Gemeinsamen Unterricht
3.1 Methode
3.2 Schule konkret: Gespräch mit einer Sonderpädagogin
3.3 Situation und Aufgaben der Sonderpädagogen
3.4 Situation und Aufgaben der Grundschullehrer aus sonderpädagogischer Sicht
3.5 Rollenerwartungen im Team
3.6 Konflikte in der Kooperation
3.7 Bedingungen für eine erfolgreiche Kooperation
4. Reflexion
5. Schlussbemerkung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Kooperation von Regelschullehrern und Sonderpädagogen im Gemeinsamen Unterricht. Das primäre Ziel ist es, die vielschichtigen Anforderungen an die Zusammenarbeit sowie die Rolle und den Aufgabenbereich von Lehrern bei der Integration von Kindern mit geistiger oder schwerer Behinderung in allgemeinen Schulen praxisnah zu beleuchten und kritisch zu reflektieren.
3.6 Konflikte in der Kooperation
Konflikte in der Kooperation sind bisher schon an verschiedenen Stellen zu Tage getreten, sie können auf vier Ebenen verursacht werden.
Persönlichkeitsebene
„Der intensive offene Umgang mit Kollegen ist bedrohlich, weil man etwas von sich selbst zeigen muss“ (Kreie 1985, S.54). Die Lehrer müssen offen sein, was aber aufgrund der oben besprochenen Problematik zu Konflikten führt. Die Offenheit muss ausgehalten werden, hierzu bedarf es außer der Bereitschaft aber auch einer stabilen und selbstbewussten Persönlichkeit, um alle Fehler und Schwächen, die man bei anderen wahrnimmt, auch bei sich selber wahrzunehmen und eingestehen zu können.
Sachebene
Die Auseinandersetzung auf der Sachebene erfolgt vor dem Hintergrund der fachlichen Kompetenzen und den Aufgabenbereichen der Grundschullehrer und der Sonderpädagogen durch die Bewältigung der Rollenveränderung, so wie es schon in den Kapiteln 3.3-3.5 beschrieben wurde. Dort wurde ebenfalls auf das Konfliktpotential eingegangen, das sich durch die unterschiedlichen Qualifikationen und Kompetenzen von Regel- und Sonderpädagogen ergibt.
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Notwendigkeit der Kooperation zwischen Regelschullehrern und Sonderpädagogen für eine gelingende Integration behinderter Kinder und stellt das zentrale Thema der Arbeit dar.
2. Grundlagen, Voraussetzungen und Überlegungen zum gemeinsamen Unterricht: Dieses Kapitel liefert ein theoretisches Fundament zur integrativen Pädagogik, beleuchtet den Wandel des Behinderungsbegriffs und diskutiert die bildungspolitischen sowie schulischen Rahmenbedingungen.
3. Kooperation von Lehrern im Gemeinsamen Unterricht: Der Hauptteil analysiert auf Basis eines Experteninterviews die tatsächliche Praxis der Kooperation, beschreibt die Rollen von Sonderpädagogen und Grundschullehrern und evaluiert Bedingungen für eine gelingende Teamarbeit.
4. Reflexion: Der Autor reflektiert den Entstehungsprozess der Arbeit, die Herausforderungen bei der methodischen Gestaltung des Interviews und zieht persönliche Schlüsse aus den gewonnenen Erkenntnissen.
5. Schlussbemerkung: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Betrachtung der Kooperation als dynamischen Einigungsprozess, der fortwährende Reflexion und eine hohe Bereitschaft zur Veränderung erfordert.
Gemeinsamer Unterricht, Kooperation, Sonderpädagogik, Integration, Grundschule, Rollenerwartungen, Team-Teaching, Inklusion, Schulentwicklung, Behinderung, Förderschwerpunkt, Interdisziplinäre Zusammenarbeit, Schulkultur, Unterrichtsgestaltung.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der praktischen Gestaltung der Zusammenarbeit zwischen Lehrerinnen und Lehrern, die gemeinsam Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf in Regelschulen unterrichten.
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Integration, die verschiedenen Rollenbilder und Aufgabenbereiche der beteiligten Pädagogen sowie die organisatorischen und zwischenmenschlichen Herausforderungen der Kooperation.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, unter welchen Bedingungen kooperative Prozesse bei der Arbeit mit Kindern mit geistiger Behinderung in allgemeinen Schulen erfolgreich gestaltet werden können.
Die Arbeit nutzt ein teilstandardisiertes qualitatives Interview mit einer im Gemeinsamen Unterricht tätigen Sonderpädagogin, um praxisnahe Einblicke in das Beziehungsgeflecht und die täglichen Anforderungen der Kooperation zu gewinnen.
Der Hauptteil analysiert die konkrete Arbeitssituation, die Rollenkonflikte zwischen Regelschul- und Sonderschullehrern, auftretende Konflikte auf verschiedenen Ebenen und leitet daraus notwendige Bedingungen für eine erfolgreiche Teamarbeit ab.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Gemeinsamer Unterricht, Kooperation, Integration, Rollenerwartungen und Team-Teaching charakterisiert.
Der Autor sieht den Status der Erprobung als kritisch an, da er hofft, dass keine Jahrzehnte vergehen, bis ein uneingeschränkter Zugang für alle Kinder in weiterführende Schulen etabliert ist.
Eine Vorlaufphase wird als essenziell erachtet, damit sich Kooperationspartner kennenlernen, Rollen klären und eine Vertrauensbasis aufbauen können, bevor der eigentliche Unterricht beginnt.
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