Masterarbeit, 2008
155 Seiten, Note: 1,3
1. AKTUELLER STAND UND ENTWICKLUNGSTENDENZEN DER REHABILITATION
1.1 Rehabilitation als gesellschaftliche Notwendigkeit
1.2 Chancen für innovative Versorgungskonzepte
1.3 Strukturverschiebungen bei Leistungen der Rehabilitation
2. ZUR THEORIE DER REHABILITATION: DIE WHO ALS IMPULSGEBER
2.1 Die ICIDH der WHO von 1980
2.2 Die ICIDH-2 der WHO von 1997
2.3 Bedeutung der WHO-Klassifikation für die Rehabilitation
2.4 Das Theoriemodell der Rehabilitation nach GERDS & WEIS (2000)
2.5 Rehabilitation als Gegenstand der Versorgungsforschung
3. ÜBERBLICK ÜBER DIE STRUKTUR DES GESUNDHEITSSYSTEMS ZUR EINORDNUNG DER REHABILITATION
3.1 Exkurs zur stationären Versorgung
3.2 Exkurs zur ambulanten ärztlichen und zahnärztlichen Versorgung
3.3 Exkurs zur stationären und ambulanten Pflege
3.4 Exkurs zur rehabilitativen Versorgung
4. STRUKTURELLE MERKMALE DER REHABILITATION
4.1 Träger für Leistungen zur Teilhabe
4.2 Finanzvolumen des Vorsorge- und Rehabilitationsmarktes
4.3 Leistungsbeschreibung nach dem SGB IX
4.4 Leistungen zur Teilhabe: Leistungsgruppen nach § 5 SGB IX
4.4.1 Leistungen zur medizinischen Rehabilitation
4.4.2 Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben
4.4.3 Unterhaltssichernde und andere ergänzende Leistungen
4.4.4 Leistungen zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft
4.5 Zuständigkeiten der Rehabilitationsträger
4.5.1 Zuständigkeit nach dem Versichertenstatus des Betroffenen
4.5.2 Zuständigkeit nach dem Ort der Antragsstellung
4.5.3 Zuständigkeit nach der Richtigkeit des Kostenträgers
4.5.4 Zuständigkeit nach den primären Zieldimensionen
4.5.5 Zuständigkeit bei Leistungen außerhalb der Kernkompetenz
4.5.6 Zuständigkeit nach Begutachtung
4.6 Daten und Fakten des Rehabilitationswesens
5. BEZIEHUNGEN DER REHABILITATIONSBETEILIGTEN UNTER STRUKTURELLER BETRACHTUNG
5.1 Beziehung zwischen Kostenträgern und Leistungserbringern
5.2 Beziehung zwischen Kostenträgern und Versicherten
5.3 Die Beziehung zwischen Leistungserbringern und Patienten
5.4 Zwischenfazit: Die Organisation der Schnittstellen von Rehabilitation
6. ZWISCHENFAZIT
1. ANSÄTZE DER NEUEN INSTITUTIONENÖKONOMIK
2. INSTITUTIONEN
2.1 Allgemeines Verständnis
2.2 Institutionen als Gegenstand der NIÖ
2.3 Entwicklung von Institutionen
2.4 Nutzen von Institutionen
2.5 Anwendung des Institutionenbegriffs
2.6 Zwischenfazit
3. DER VERFÜGUNGSRECHTSANSATZ (PROBERTY RIGHTS)
3.1 Einführung (Grundlagen)
3.2 Verfügungsrechte: Definitionsversuche und Beispiele
3.3 Die Internalisierung externer Effekte
4. DER TRANSAKTIONSKOSTENANSATZ
4.1 Transaktionskostentheorie
4.2 Transaktionskostentheorie und Verträge
4.3 Eigenschaften von Transaktionen
4.3.1 Unsicherheiten
4.3.2 Spezifität
4.3.3 Häufigkeit
4.4 Arten von Transaktionskosten
5. DER PRINZIPAL-AGENT-ANSATZ
5.1 Einführung in die Prinzipal-Agent-Theorie (PAT)
5.2 Vertragliche Gestaltung von Austauschbeziehungen
5.3 Versagen des Marktes
5.4 Vier Problemtypen von Prinzipal-Agent-Beziehungen
5.5 Lock-in Effekt und das Hold up Problem
5.6 Lösungsmöglichkeiten für PA-Probleme
5.6.1 Reduktion von Informationsdefiziten
5.6.2 Zielkonflikte auflösen
5.6.3 Vertrauensbildungen: Reputation und Commitment
1. ANALYSE UND PROBLEMBESCHREIBUNG DER PRINZIPAL-AGENT-BEZIEHUNGEN (PAB)
1.1 Die PAB zwischen Patient und Leistungserbringer
1.1.1 Informationsdefizite des Patienten (Versicherten)
1.1.1.1 Hidden Characteristics des Arztes
1.1.1.2 Hidden Information des Arztes
1.1.1.3 Hidden Action des Arztes
1.1.2 Informationsdefizite des Arztes
1.1.2.1 Hidden Characteristics des Patienten
1.1.2.2 Hidden Information und Hidden Action des Patienten
1.1.3 Das Hold-up Risiko
1.1.4 Die Transaktionsbeziehung zwischen Leistungserbringer und Patient
1.1.5 Die Transaktionsbeziehung zwischen den Leistungserbringern
1.2 Die PAB zwischen Patient und Kostenträger (GKV & DRV)
1.2.1 Hidden Characteristics des Versicherten
1.2.2 Hidden Action und Hidden Information des Versicherten
1.2.3 Die Transaktionsbeziehung zwischen Versicherten und Kostenträgern
1.3 Die PAB zwischen Kostenträger und Leistungserbringer
1.3.1 Hidden Characteristics der Leistungserbringer
1.3.2 Hidden Action der Leistungserbringer
1.3.3 Die Transaktionsbeziehung zwischen Leistungserbringer und Kostenträger
2. LÖSUNGSVORSCHLAG I: ABBAU VON INFORMATIONSDEFIZITEN
2.1 Der mündige Patient
2.2 Monitoring- und Kontrollsysteme
2.3 Informations- und Kommunikationssysteme
2.4 Signalling-Maßnahmen: Im Fokus steht der Patient
3. LÖSUNGSVORSCHLAG II: EINSATZ VON INSTRUMENTEN ZUR STEUERUNG REHABILITATIVER LEISTUNGEN
3.1 Netzwerkmanagement
3.2 Case Management
3.3 Disease Management
3.4 Patientenpfade (Clinical Pathways)
3.5 Entlassungs- und Überleitungsmanagement
3.6 Patientenberatung und -schulung
4. LÖSUNGSVORSCHLAG III: ANREIZORIENTIERTE VERGÜTUNG (IM RAHMEN DER INTEGRIERTE VERSORGUNG)
4.1 Integrierte Versorgung und Rehabilitation
4.2 Integrierte Versorgung und Rehabilitation im Rahmen der DRV
4.3 Alternative Vergütungsformen
4.3.1 Status Quo: Tagesgleiche Pflegesätze
4.3.2 Patientenklassifikationssysteme als Finanzierungsgrundlage
4.3.3 Rehabilitations-Fallpauschalen (Reha-DRG)
4.3.4 Komplexfallpauschalen
4.3.5 Qualitätsorientierte Vergütung
4.3.6 Ergebnisorientierte Vergütung
Die Arbeit verfolgt das Ziel, das deutsche Rehabilitationssystem aus der Perspektive der Neuen Institutionenökonomik (NIÖ) zu analysieren, um strukturelle Ineffizienzen, Informationsasymmetrien und Anreizprobleme in den Vertragsbeziehungen der beteiligten Akteure zu identifizieren und Lösungswege aufzuzeigen.
Die PAB zwischen Patient und Leistungserbringer
Die klassischste Beziehung im Gesundheitswesen stellt die Arzt-Patienten Beziehung dar. Diese ist durch einen hohen Anspruch an Vertrauen gekennzeichnet. So besitzt der Arzt durch seine fachspezifische Ausbildung komplexes Wissen über Krankheiten, denen der Patient i.d.R. nur als Laie begegnen kann. Diese Wissensunterschiede zu Gunsten des Arztes, stellen ein wesentliches Merkmal im Leistungsanbieter-Leistungsempfänger-Verhältnis dar. Es existieren auf beiden Seiten Informationsvorsprünge und Informationsdefizite. So kann der Arzt durch seine Diagnostik Informationen zum weiteren Verlauf der Erkrankung generieren, muss diese jedoch auch patientengerecht aufbereiten, um nicht unnötig den Patienten zu verunsichern. Auf der anderen Seite kann der Patient, z.B. aus Angst oder Scham, Informationen zurückhalten, die dem Arzt jedoch in seiner therapeutischen Intervention unterstützen könnten.
Unter institutionenökonomischer Betrachtung spricht man von der Arzt-Patienten-Beziehung als die klassische Prinzipal-Agent-Beziehung. Die beidseitigen Informationsasymmetrien, d.h. die Informationsvorsprünge (liegen überwiegend beim Arzt) führen dazu, dass der Patient diese Beziehung eingeht. Er tritt als Auftraggeber (Prinzipal) auf und hofft auf ein Vertrauensverhältnis zu seinem Agenten, dem Arzt. Das Problem, welches für beide Parteien besteht, ist die Findung einer institutionellen Struktur (vertragliche Regelung), die gewährleistet, dass der Arzt einen Anreiz hat, sich trotz unterstellter Einkommensmaximierung den Interessen des Patienten entsprechend zu verhalten. Jedoch ohne dabei das gesamte Risiko der Behandlung zu tragen, da dessen Höhe nicht nur von seinem Einsatz abhängt, sondern auch vom Verhalten des Patienten sowie von exogenen Faktoren.
AKTUELLER STAND UND ENTWICKLUNGSTENDENZEN DER REHABILITATION: Das Kapitel beleuchtet die Dynamik des deutschen Gesundheitssystems und die wachsende Bedeutung der Rehabilitation als gesellschaftlich notwendige Aufgabe angesichts demografischer Veränderungen.
ZUR THEORIE DER REHABILITATION: DIE WHO ALS IMPULSGEBER: Hier werden die Klassifikationsmodelle der WHO (ICIDH und ICIDH-2) sowie ihre Bedeutung für das moderne Rehabilitationsverständnis in Deutschland und die wissenschaftliche Versorgungsforschung diskutiert.
ÜBERBLICK ÜBER DIE STRUKTUR DES GESUNDHEITSSYSTEMS ZUR EINORDNUNG DER REHABILITATION: Dieses Kapitel liefert eine systemische Analyse der verschiedenen Sektoren (stationär, ambulant, Pflege) und ordnet die rehabilitative Versorgung in dieses Geflecht ein.
STRUKTURELLE MERKMALE DER REHABILITATION: Der Abschnitt erläutert die komplexe Trägerstruktur und die rechtlichen Grundlagen der verschiedenen Rehabilitationsleistungen nach dem SGB IX.
BEZIEHUNGEN DER REHABILITATIONSBETEILIGTEN UNTER STRUKTURELLER BETRACHTUNG: Hier werden die Interaktionen zwischen Kostenträgern, Leistungserbringern und Versicherten analysiert, wobei Ineffizienzen durch sektorale Trennungen hervorgehoben werden.
ANSÄTZE DER NEUEN INSTITUTIONENÖKONOMIK: Es werden die theoretischen Grundlagen der NIÖ (Verfügungsrechte, Transaktionskosten, Prinzipal-Agent-Theorie) dargestellt, die als Analyserahmen für den weiteren Verlauf der Arbeit dienen.
ANSÄTZE EINER INSTITUTIONENÖKONOMISCHEN ANALYSE DES REHABILITATIONSMARKTES: Dieser Teil überträgt die theoretischen Instrumente der NIÖ auf den Rehabilitationsmarkt und leitet konkrete Handlungsempfehlungen zur Effizienzsteigerung ab.
Rehabilitation, Neue Institutionenökonomik, Prinzipal-Agent-Theorie, Transaktionskosten, Verfügungsrechte, Gesundheitswesen, Versorgungsforschung, Patientenorientierung, Integrierte Versorgung, Informationsasymmetrie, Leistungsträger, Qualitätsmanagement, Anreizstrukturen, Monitoring, Managed Care
Die Arbeit analysiert das deutsche Rehabilitationssystem aus der wirtschaftswissenschaftlichen Perspektive der Neuen Institutionenökonomik, um bestehende Ineffizienzen und Anreizprobleme zwischen den Akteuren aufzudecken.
Die Themenfelder umfassen die strukturelle Organisation der Rehabilitation, die Bedeutung von Verträgen und Transaktionskosten sowie die Analyse der Beziehungen zwischen Patienten, Kostenträgern und Leistungserbringern.
Das Ziel ist die Modellierung eines Analyserasters, mit dem Probleme in den vertraglichen Beziehungen im Rehabilitationsmarkt erklärt und Lösungsmöglichkeiten für eine effizientere Versorgung abgeleitet werden können.
Die Arbeit nutzt die Instrumente der Neuen Institutionenökonomik, insbesondere den Verfügungsrechtsansatz, den Transaktionskostenansatz und die Prinzipal-Agent-Theorie, um komplexe Marktmechanismen zu dekonstruieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine empirische Bestandsaufnahme des Rehabilitationsmarktes in Deutschland und eine institutionenökonomische Analyse mit daraus abgeleiteten Lösungsvorschlägen.
Schlüsselbegriffe sind Institutionenökonomik, Rehabilitation, Prinzipal-Agent-Problematik, Transaktionskosten, Integrierte Versorgung und Effizienzsteigerung.
Während im Krankenhaussektor DRG-Fallpauschalen dominieren, basiert die Vergütung in der medizinischen Rehabilitation traditionell überwiegend auf tagesgleichen Pflegesätzen, wobei neue leistungsorientierte Modelle diskutiert werden.
Der Arzt verfügt über einen Informationsvorsprung hinsichtlich der Qualität und Notwendigkeit von Behandlungen, was den Patienten in eine Prinzipal-Agent-Abhängigkeit bringt und Risiken wie Moral Hazard oder angebotsinduzierte Nachfrage birgt.
Da Einrichtungen oft spezifische Investitionen tätigen, um bestimmte Anforderungen von Kostenträgern zu erfüllen, entsteht eine Abhängigkeit, die Kostenträger opportunistisch ausnutzen könnten, was die Einrichtung erpressbar macht.
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