Magisterarbeit, 2009
105 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
1. Der Versuch, etwas „Anderes“ zu benennen
1.1. Die Entwicklung eines Namens
1.2. Kultur und Identität
1.2.1. Der dynamische Kulturbegriff
1.2.2. Kulturelle Identität
1.3. Trans, Inter und Hybrid
2. Textauswahl
2.1. Emine Sevgi Özdamar: Die Karawanserei
2.1.1. „Schreiben mit Akzent“
2.1.2. Identität im Durchgang
2.2. Feridun Zaimoglu: Vom Rande der Gesellschaft
2.2.1. „Der Kanake hat das Wort“. Für ein „weder noch“
2.2.2. Liebesmale – Der Versuch einer „Auswilderung“
2.3. Yadé Kara: Das Durchlässigwerden der Grenzen
2.3.1. Selam Berlin. Räume und Transit
2.3.2. Transkulturalität in „Selam Berlin“. Den Türken gibt es nicht.
3. Ist Migration ein hinreichendes Genremerkmal?
Die vorliegende Arbeit untersucht die Konzeption von (kultureller) Identität in der ‚deutsch-türkischen’ Gegenwartsliteratur. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, ob eine Kategorisierung von Autoren und Texten anhand des Herkunftskriteriums oder des Bindestrichs zwischen ‚deutsch’ und ‚türkisch’ wissenschaftlich sinnvoll ist oder ob diese Modelle die tatsächliche hybride Realität der Identitätsbildung verfehlen.
1. Der Versuch, etwas „Anderes“ zu benennen
Nicht nur in der Literatur, sondern auch in der gesellschaftlichen Realität herrscht fünf Jahrzehnte, nachdem die ersten Türken größtenteils noch als Gastarbeiter in die Bundesrepublik kamen, vor allem Ungewissheit darüber, wie die Identität von Menschen, die in Deutschland leben, ohne dass ihre Eltern und Großeltern hier geboren wurden, zu begreifen ist, und weiter, wie ihre Repräsentanten nun zu benennen sind. So ist man auf der Suche nach Möglichkeiten definitiver Ein- und Zuordnung und findet Begriffe, deren Funktion es laut Stuart Hall vor allem ist, „uns eine ungestörte Nachtruhe zu verschaffen.“8
Einleitung: Es wird die Problematik der Benennung und Kategorisierung von Literatur deutschsprachiger Autoren türkischer Herkunft erläutert sowie das Ziel der Arbeit, Identitätskonzepte zu untersuchen, definiert.
1. Der Versuch, etwas „Anderes“ zu benennen: Dieses Kapitel zeichnet die begriffliche Entwicklung von Gastarbeiterliteratur hin zu neuen Kategorien nach und diskutiert theoretische Ansätze von Kultur und Identität, wie den postkolonialen Ansatz.
2. Textauswahl: Hier werden die Romane von Emine Sevgi Özdamar, Feridun Zaimoglu und Yadé Kara als Fallbeispiele herangezogen, um ihre unterschiedlichen Entwürfe von Identität und Kulturzugehörigkeit zu analysieren.
3. Ist Migration ein hinreichendes Genremerkmal?: Das Fazit hinterfragt die Validität der Kategorisierung ‚deutsch-türkischer’ Literatur und argumentiert, dass Hybridität ein allgemeines Merkmal kultureller Identität ist und nicht auf Migranten beschränkt bleibt.
Deutsch-türkische Literatur, Identität, kulturelle Hybridität, Migration, Postkolonialismus, Transkulturalität, Interkulturalität, Identitätsbildung, Raumkonzepte, Kanak Sprak, Gastarbeiterliteratur, Performativität, Fremdwahrnehmung, Selbstwahrnehmung, dritte Generation.
Die Arbeit analysiert, wie in der modernen ‚deutsch-türkischen’ Literatur kulturelle Identität konzipiert und dargestellt wird.
Die zentralen Felder sind die Problematik der Literaturbenennung, die Konstruktion von Identität in einer hybriden Gesellschaft und die Analyse spezifischer narrativer Strategien in drei ausgewählten Romanen.
Das Ziel ist es, zu untersuchen, ob die Einordnung von Literatur nach Herkunftskriterien sinnvoll ist oder ob sie ein homogenisierendes Konstrukt darstellt, das der Realität nicht gerecht wird.
Die Autorin kombiniert eine diskursanalytische Betrachtung der Begrifflichkeiten mit tiefgehenden Textanalysen der ausgewählten Romane unter Einbeziehung postkolonialer und kulturwissenschaftlicher Theorien.
Im Hauptteil werden die Werke von Emine Sevgi Özdamar, Feridun Zaimoglu und Yadé Kara detailliert analysiert, wobei besonders der Sprachgebrauch, die Bedeutung von Raum und die performative Identitätskonstruktion im Vordergrund stehen.
Die wichtigsten Begriffe sind Hybridität, ‚deutsch-türkisch’, Identität, Transkulturalität, Migration und performative Identitätsbildung.
Zaimoglu entwirft den „Kanaken“ in „Kanak Sprak“ und „Liebesmale, scharlachrot“ als eine bewusste, performative Selbstbehauptung gegen etablierte Fremdbilder, wobei Sprache als identitätsstiftendes Idiom genutzt wird.
Der „Dritte Raum“ dient als theoretisches Werkzeug, um zu erklären, wie Autoren sich aus der binären Logik von „deutsch“ oder „türkisch“ lösen und eine hybride Identität jenseits festgefahrener Repräsentationen artikulieren können.
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