Magisterarbeit, 2008
181 Seiten, Note: 1,6
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
Einleitung
1. Weltbilder
1.1. Sie und die Welt
1.2. Eine objektive Welt?
1.3. Idealisierte Wahrheit
2. Klassische Mechanik
2.1. Kontinuierlichkeit
2.2. Reversibilität
2.2.1. Ontologie
2.2.2. Determinismus
3. Intersubjektivität
4. Gödel und die Unvollständigkeit
5. Präsuppositionen der klassischen Mechanik
5.1. Gleichzeitigkeit
5.2. Materie
5.3. Der Griff nach dem Feuer
6. Klassische Welten
6.1 Die abstrakte Welt
6.2. Die Welt an sich
7. Relativität
7.1. Die Grundlage der Relativitätstheorien
7.2. Die Spezielle Relativitätstheorie
7.3. Relative Gleichzeitigkeit
7.4. E = mc²
7.5. Die vierdimensionale Minkowski Raumzeit
7.6. Das Raumzeit-Intervall
7.7. Kontinuierliche Raumzeit
7.8. Kausalität und Zeitrichtung in der SRT
7.9. Die physikalische Struktur der Raumzeit
7.10. Determinismus und kosmologische Einordnung der SRT
7.11. Ihr relatives Welterleben
7.12. Die Allgemeine Relativitätstheorie
7.13. Der Begriff des Feldes
7.14. Erneute Bestätigung der physikalischen Struktur der Raumzeit
7.15. Kosmologische Aussichten
7.16. Ihr ART-Zimmer
8. Solitonen
8.1. Iteration
8.2. Experimentelles
8.3. Stehende Wellen
9. Der Weltprozess im Mikrokosmos
9.1. Der Disput zwischen Welle und Teilchen
9.2. Das Planksche Wirkungsquantum
9.3. Einsteins photoelektrischer Effekt
9.4. Der Doppelspalt
9.5. Die Heisenbergsche Unbestimmtheitsrelation
9.6. Nachtrag zum photoelektrischen Effekt
9.7. Konsequenzen für die Raumzeit
10. Quantenphänomene
10.1. Die Wellenmechanik
10.2. Der Sprung in die klassischen Welt
10.3. Die Kopenhagener Deutung
10.4. Die Dekohärenztheorie
10.5. Die Qual der Wahl
10.6. Kritik an der Quantenmechanik
11. Außerhalb von Raum und Zeit
11.1 Wie viele Engel können auf der Spitze Ihres Kugelschreibers tanzen?
11.2. Instantane Zustandsübertragungen und diskrete Bahnübergänge
11.3. Das Phänomen der Selbstinterferenz
12. Chaos und Kosmos
13. Das neue Bild der Raumzeit
13.1. Die diskrete Raumzeit
13.2. Dimensionalitäten
13.3. Die Richtung der Raumzeit
14. Die Komplementarität von ARZ und diskreter Raumzeit
14.1. Ist die Ausdehnung unserer Welt bloßer Schein?
14.2. Das Pendant der Expansion
14.3. Der Casimir-Effekt
14.4. Dunkle Materie
15. Eine mathematische Welt?
16. Realprozesse
16.1. Pauli in neuem Licht
16.2. Gebrochene Symmetrie
16.3. Iterationshemmung durch Higgs-WiPro
16.4. Prozess und Materiewellen
16.5. Die Grenze zwischen quantenmechanischer und quasiklassischer Welt
16.6. Der Tunneleffekt
16.7. A watched pot never boils
17. Kosmologie
17.1. Menschliche Perspektiven und ihre Grenzen
17.2. Ein diskretes Universum
17.3. Das subjektive Weltbild
18. Ihre Welt liegt in Ihrer Verantwortung
19. non fingo?
20. Praktische Konsequenzen
Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch das ontologische Weltbild und dessen Grundlage in der klassischen Physik, um dieses anhand physikalischer Erkenntnisse, insbesondere des Komplementaritätsprinzips und der Quantenmechanik, zu hinterfragen und zu dekonstruieren. Das zentrale Ziel ist es, die Subjektivität menschlicher Welterkenntnis aufzuzeigen und die Unhaltbarkeit objektiver, absoluter Wahrheiten zu belegen, um den Leser zur aktiven Verantwortung für sein eigenes subjektives Weltbild zu führen.
1.2. Eine objektive Welt?
Schließen Sie nun bitte die Augen und stellen Sie sich Ihr Zimmer in Ihrer Abwesenheit vor! All die Eigenschaften, die Sie soeben sinnlich wahrgenommen haben, erscheinen nun wieder rein objektiv als Eigenschaften der Realität des Zimmers und somit unabhängig von Ihnen. Diesem Gedankengang liegt eine Abstraktion zugrunde, in der das Subjekt außen vorgelassen wird. So wird eine objektive Welt geschaffen. Beachten Sie diese Schöpfung in den Aussagen Ihrer Mitmenschen oder auch in Ihren eigenen Gedanken: „Zwei plus zwei ist gleich vier.“ „Es ist kalt.“ „Der Film ist langweilig.“ „Die Pizza ist ungenießbar.“ „Das Gemälde hat schöne Grüntöne.“ „Vier Bier sind ein Schnitzel.“ „Das ist Diebstahl.“ „Jesus ist Gottes Sohn.“ „Die Zeit verfließt gleichförmig.“ Die objektive Welt des naiven Realismus ist eine „Das ist so“-Welt. Dabei wird von einem denkenden, sprechenden, empfindenden, rechnenden und somit bedeutungs- und strukturgebenden Subjekt abstrahiert. Es wird eine reale objektive Welt postuliert, indem man die Eindrücke, die jeder einzelne Mensch subjektiv hat, von seinen Wurzeln abschneidet. Dieser Schnitt führt ein Ideal des Menschen ein, welches Ursache vieler Konflikte geworden ist. Aus „Ich sehe das so!“ und „Ich sehe es aber nicht so, sondern so!“ wurde im naiven Realismus „Das ist so!“ und „Nein, es nicht so, sondern so!“
Indem vom Subjekt abstrahiert wird, entschwindet die Fehlbarkeit des menschlichen Denkens und an dessen Stelle tritt die objektive Wahrheit. Seitdem diese Wahrheit sprachlich formuliert werden kann, wird sie von vielen beansprucht. Religionen berufen sich auf die Wahrheit der Aussagen und Schriften, die ihren Glauben begründen und auch alle Rechtssysteme beruhen auf dieser, denn jede objektive Aussage nimmt Wahrheit für sich in Anspruch. Auch liegt es im Wesen und in der Intention der Naturwissenschaften, objektives Wissen zu erarbeiten. Als Beleg für die Objektivität der Realität wird oft die Mathematik angeführt. Nun gibt es viele Autoren, insbesondere aus den Reihen des Konstruktivismus, aber auch Vertreter des Realismus sowie sogar Größen der modernen Physik, die diesen Aspekt der Objektivität bezweifeln. So stellt Erwin Schrödinger in seinem Werk Geist und Materie fest: „Die Welt gibt es für mich nur einmal, nicht eine existierende und eine wahrgenommene Welt. Subjekt und Objekt sind nur eines. Man kann nicht sagen, die Schranke zwischen ihnen sei unter dem Ansturm neuester physikalischer Erfahrungen gefallen; denn diese Schranke gibt es gar nicht.“ (Schrödinger, Erwin: Geist und Materie, 1959, 38)
1. Weltbilder: Erläutert die subjektive Wahrnehmung der Welt und hinterfragt das Konzept des naiven Realismus, der eine von uns unabhängige objektive Realität postuliert.
2. Klassische Mechanik: Analysiert die physikalischen Grundannahmen der klassischen Mechanik, wie Kontinuierlichkeit, Reversibilität und Determinismus, und zeigt deren Grenzen in einem ontologischen Weltbild auf.
3. Intersubjektivität: Untersucht, wie soziale Übereinkünfte und Sprache den Anschein von Objektivität erzeugen, obwohl jegliche Erkenntnis auf subjektiven Vorstellungen basiert.
4. Gödel und die Unvollständigkeit: Nutzt Gödels Unvollständigkeitssatz, um die prinzipielle Unmöglichkeit eines in sich geschlossenen, widerspruchsfreien wissenschaftlichen Systems zu begründen.
5. Präsuppositionen der klassischen Mechanik: Deckt die stillschweigenden Voraussetzungen wie Gleichzeitigkeit und die Teilbarkeit von Materie auf, die das klassische Weltbild stützen.
6. Klassische Welten: Unterscheidet zwischen der abstrakten, durch mathematische Modelle konstruierten Welt und der schwer fassbaren Realität "an sich".
7. Relativität: Führt die Spezielle und Allgemeine Relativitätstheorie als Weiterentwicklung ein, die den naiven Realismus durch ein System komplementärer Perspektiven ersetzt.
8. Solitonen: Stellt dispersionsfreie Wellenphänomene vor, die als stabile energetische Prozesse ein Gegenmodell zum klassischen Materiebegriff bieten.
9. Der Weltprozess im Mikrokosmos: Erforscht die Quantenwelt, in der klassische Konzepte wie Teilchen und Welle ihre ontologische Gültigkeit verlieren.
10. Quantenphänomene: Diskutiert verschiedene Interpretationen der Quantenmechanik, wie die Kopenhagener Deutung und die Dekohärenztheorie, im Hinblick auf deren metaphysische Annahmen.
11. Außerhalb von Raum und Zeit: Entwickelt das Konzept der "ARZ" (Außerhalb von Raum und Zeit) für Quantenprozesse, um nichtlokale Korrelationen zu erklären.
12. Chaos und Kosmos: Beschreibt das Zusammenspiel von Ordnung und Chaos und stellt die Frage, ob der Weltprozess eher durch Iteration und prozesshafte Muster bestimmt ist.
13. Das neue Bild der Raumzeit: Entwirft eine Sicht auf die Raumzeit als diskretes Netzwerk energetischer Wirkprozesse anstelle eines kontinuierlichen Feldes.
14. Die Komplementarität von ARZ und diskreter Raumzeit: Synthetisiert die Konzepte von ARZ und Raumzeit zu einer einheitlichen, wenn auch komplementären Weltsicht.
15. Eine mathematische Welt?: Reflektiert kritisch über die Rolle der Mathematik als menschliches Konstrukt zur Beschreibung statt zur absoluten Erklärung der Welt.
16. Realprozesse: Vertieft die prozesshafte Sicht auf Materie als energetische "Wirkprozesse" und hinterfragt die Stabilität durch Iterationshemmung.
17. Kosmologie: Überträgt die gewonnenen Erkenntnisse auf kosmologische Fragestellungen und die Grenzen menschlicher Erkenntnismöglichkeit.
18. Ihre Welt liegt in Ihrer Verantwortung: Appelliert an die individuelle Freiheit, das eigene Weltbild bewusst zu gestalten und die Verantwortung für diese Konstruktion zu übernehmen.
19. non fingo?: Reflektiert als Fazit die Unmöglichkeit objektiver Wahrheiten und betont den experimentellen Charakter der vorgestellten Weltsicht.
20. Praktische Konsequenzen: Fordert eine Modernisierung der wissenschaftlichen Begrifflichkeiten und eine philosophische Rückbesinnung auf die Subjektivität.
Quantenmechanik, Relativitätstheorie, Ontologie, Subjektivität, Intersubjektivität, Komplementarität, Raumzeit, Determinismus, Kausalität, Solitonen, Wellenmechanik, Dekohärenz, Prozessphilosophie, Weltbild, Metaphysik.
Das Buch bietet eine philosophisch-naturwissenschaftliche Kritik am klassischen ontologischen Weltbild und zeigt auf, dass unsere Vorstellungen von einer "objektiven" Welt nur subjektive Konstrukte sind.
Die Themen umfassen die Geschichte der physikalischen Paradigmen (klassische Mechanik bis Quantenmechanik), erkenntnistheoretische Analysen von Wahrheit und Objektivität sowie die kosmologische Bedeutung von Raum, Zeit und Materie.
Das Ziel ist es, den Leser zur Hinterfragung seines Weltbildes anzuregen, die Subjektivität menschlichen Schaffens anzuerkennen und Verantwortung für die individuelle Weltkonstruktion zu übernehmen.
Die Arbeit stützt sich auf eine interdisziplinäre Methode, die physikalische Erkenntnisse der modernen Physik mit erkenntnistheoretischen und philosophischen Analysen verbindet.
Im Hauptteil werden die Relativitätstheorie, die Quantenmechanik und das Konzept des "Weltprozesses" detailliert diskutiert, um die klassische Ontologie zu widerlegen und durch eine prozesshafte Sichtweise zu ersetzen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Quantenmechanik, Subjektivität, Prozessphilosophie, Komplementarität und die Kritik am naiven Realismus definiert.
Ein Realprozess (RePro) ist eine Bezeichnung des Autors für die dynamische, energetische Beschaffenheit dessen, was wir normalerweise als stabile Materie oder "Dinge" bezeichnen.
Der Autor argumentiert, dass Raum und Zeit keine Bühne sind, sondern sich erst aus den wechselseitigen energetischen Bezugsverhältnissen (Wirkprozessen) zwischen den Elementen des Universums ergeben.
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