Bachelorarbeit, 2021
52 Seiten, Note: 2,7
1. Einleitung
2. Begriffe und Definitionen
2.1. Die Grundlage der sozialen Ungleichheit
2.2. Chancengleichheit und -ungleichheit
2.3. Bildungsferne und -nähe
2.4. Die Schichtung der Gesellschaft
2.5. Das Phänomen der Bildungsexpansion
3. Theoretische Ansätze: Bourdieu vs. Boudon
4. Forschungsstand
5. Institutioneller Kontext
5.1. Ausgangslage Grundschule
5.2. Verbindliche oder unverbindliche Entscheidungen?
6. Einfluss der sozialen Herkunft auf die Übergangs-entscheidungen
6.1. Bildungsaspiration der Eltern
6.2. Erfolgswahrscheinlichkeit
6.3. Beurteilungen des Lehrpersonals
7. Tatsächlicher Übergang
7.1. Schulische Leistungsungleichheiten
7.2. Übergangsempfehlungen
7.3. Individuelles Entscheidungsverhalten
7.4. Einfluss der Lehrer*innen
7.5. Herkunftseffekte
7.6. Welcher Grad an Verbindlichkeit dämmt soziale Ungleichheit wirksamer ein?
8. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der sozialen Herkunft auf das individuelle Entscheidungsverhalten von Eltern und Kindern beim Übergang von der Grundschule in die Sekundarstufe I unter Berücksichtigung verschiedener institutioneller Rahmenbedingungen in Deutschland.
6.3. Beurteilungen des Lehrpersonals
Da das Lehrpersonal entweder selbst die Übergangsempfehlung gemäß der Gruppe eins trifft, diese beeinflusst oder zumindest die Eltern berät und die Schulleistungen entsprechend den Gruppierungen zwei und drei bewertet, sollten auch die Lehrkräfte in den Blick genommen werden. Bisher wurde in Bezug auf die individuelle Übergangsentscheidung die Theorie von Boudon mit primären und sekundären Herkunftseffekten erläutert. Betreffend des Einflusses der Lehrer*innen kann dieser Ansatz gemäß Esser durch das Modell of Ability Tracking um eine tertiäre Auswirkung erweitert werden. Je nach institutionellen Handlungsrahmen, können Lehrer*innen die Kinder strikt nach Schulleistungen auf verschiedene Schulformen sortieren (vgl. Esser/ Relikowski 2015: 9).
Dennoch können auch sozial verzerrte Annahmen angesichts der sozialen Abstammung sowohl die Leistungsbeurteilung als auch die Empfehlung bestimmen (vgl. ebd.). Deshalb ergänzt Esser Boudons Theorie um einen tertiären Faktor, der die Wirkung des sozialen Hintergrundes auf die Erwartungen, Bewertungen und Sortierung des Lehrpersonals berücksichtigt (vgl. ebd.: 9f). Hierbei werden die Schullaufbahnempfehlungen nach stereotypischen Vorurteilen der Kinder getroffen, wobei davon ausgegangen wird, dass Schüler*innen aus unprivilegierten Schichten weniger Unterstützung und Förderung Zuhause bekommen können und Lehrer*innen ihnen deshalb keine Empfehlung auf eine hohe Bildungsform aussprechen. Umgekehrt wird angenommen, dass Kinder aus höheren Schichten bessere Voraussetzungen für eine hohe Schulform besitzen.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Reproduktion sozialer Ungleichheit beim Übergang von der Primar- in die Sekundarstufe I ein und definiert die Forschungsfrage.
2. Begriffe und Definitionen: In diesem Kapitel werden grundlegende sozialwissenschaftliche Termini wie soziale Ungleichheit, Chancengleichheit, Bildungsferne und Sozialschichtung für den weiteren Kontext der Arbeit erarbeitet.
3. Theoretische Ansätze: Bourdieu vs. Boudon: Hier werden die maßgeblichen bildungssoziologischen Theorien zur Erklärung individueller Bildungsentscheidungen und deren Zusammenhang mit dem sozialen Hintergrund gegenübergestellt.
4. Forschungsstand: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über bestehende empirische Studien und weiterführende Forschungsmodelle, die sich mit Bildungsdisparitäten befassen.
5. Institutioneller Kontext: Die Darstellung des institutionellen Rahmens beleuchtet die Rolle der Grundschule sowie die unterschiedlichen Übergangssysteme und Verbindlichkeitsgrade in den deutschen Bundesländern.
6. Einfluss der sozialen Herkunft auf die Übergangs-entscheidungen: Hier werden spezifische Mechanismen wie elterliche Bildungsaspirationen, Erfolgswahrnehmungen und Lehrereinflüsse detailliert untersucht.
7. Tatsächlicher Übergang: Das Kapitel analysiert empirisch die tatsächlichen Übergangsprozesse, schulische Leistungsungleichheiten und die Wirksamkeit der unterschiedlichen Verbindlichkeitsgrade auf die Reproduktion von Disparitäten.
8. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, beantwortet die Forschungsfrage und diskutiert die Grenzen der Arbeit sowie Potenziale für zukünftige Forschungen.
Soziale Herkunft, Bildungsübergang, Sekundarstufe I, Bildungsungleichheit, Soziale Schichtung, Bildungsexpansion, Rational-Choice-Theorie, Habitus, Schullaufbahnempfehlung, Primäre Herkunftseffekte, Sekundäre Herkunftseffekte, Tertiäre Herkunftseffekte, Bildungsaspiration, Leistungsgesellschaft, Institutioneller Kontext.
Die Arbeit untersucht, wie die soziale Herkunft von Kindern den Übergang von der Grundschule in die weiterführenden Schulen der Sekundarstufe I in Deutschland beeinflusst.
Im Fokus stehen der Zusammenhang zwischen sozioökonomischem Status, elterlichen Bildungsentscheidungen, der institutionellen Rahmung schulischer Übergänge sowie die Rolle von Schulleistungen und Lehrkraftbeurteilungen.
Die zentrale Forschungsfrage lautet, welchen Einfluss die soziale Herkunft von Kindern auf den Übergang in die Sekundarstufe I hat und wie sich dieser Prozess bildungssoziologisch erklären lässt.
Die Arbeit nutzt eine umfassende Literaturanalyse, um theoretische Ansätze und empirische Forschungsergebnisse zur Bildungssoziologie kritisch zu diskutieren und miteinander zu verknüpfen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die Analyse des institutionellen Kontextes, die Untersuchung spezifischer Herkunftseffekte (primär, sekundär, tertiär) sowie eine empirische Diskussion zum Übergangsgeschehen.
Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie soziale Herkunft, Bildungsungleichheit, Sekundär- und Primäreffekte nach Boudon, Bildungsempfehlung und institutionelle Übergangsregelungen charakterisiert.
Die Arbeit vergleicht verschiedene Übergangsregelungen in den Bundesländern, insbesondere im Hinblick auf die Verbindlichkeit von Grundschulempfehlungen, um deren Einfluss auf die soziale Selektion aufzuzeigen.
Tertiäre Effekte beschreiben den Einfluss von subjektiven Vorurteilen und stereotypen Annahmen des Lehrpersonals über Kinder aus verschiedenen sozialen Schichten bei der Vergabe von Schullaufbahnempfehlungen.
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