Masterarbeit, 2008
69 Seiten, Note: 1,7
Teil 1: Einleitung
A. Gegenstand und Ziel der Untersuchung
B. Gang der Untersuchung
Teil 2: Begriffserklärungen und historische Entwicklung
A. Begriffe und Definitionen
I. Die wirtschaftliche Betätigung
II. Das öffentliche Unternehmen
III. Die Daseinsvorsorge
B. Historische Entwicklung der kommunalen Wirtschaftstätigkeit
I. Die Entwicklung bis zum Ersten Weltkrieg
II. Die Entwicklung zwischen den Weltkriegen
III. Die Entwicklung seit dem Dritten Reich
IV. Die Entwicklung ab den 90er Jahren bis heute
Teil 3: Verfassungsrechtliche Rahmenbedingungen, Regelungen und Grenzen kommunalwirtschaftlicher Betätigung
A. Die Wirtschaftsverfassung im Grundgesetz
B. Die Zulässigkeit staatlicher Wirtschaftstätigkeit
C. Art. 28 II GG – die Selbstverwaltungsgarantie
I. Art. 28 II GG als Legitimationsgrundlage
1. Die Verfassungsgarantie der kommunalen Selbstverwaltung
2. Die Kommunalwirtschaft als Form der Selbstverwaltungsgarantie aus Art. 28 II GG
II. Art. 28 II GG als Grenze kommunaler Wirtschaftstätigkeit
1. Der Gesetzesvorbehalt aus Art. 28 II S.1 GG
2. Das Territorialprinzip
3. Der öffentliche Zweck
4. Beschränkungen durch Wirtschaftsgrundrechte
Teil 4: Kommunalrechtliche Regelungen und Grenzen kommunaler Wirtschaftstätigkeit in Hessen
A. Die Kommunalrechtsnovelle in Hessen vom 26. Januar 2005
B. Die Schrankentrias gemäß § 121 I HGO
I. Der öffentliche Zweck gemäß § 121 I Nr. 1 HGO
1. Das Erfordernis der öffentlichen Zwecksetzung
2. Die negative Konkretisierung des öffentlichen Zwecks
3. Nebentätigkeiten kommunaler Unternehmen
II. Die Relationsklausel gemäß § 121 I Nr. 2 HGO
III. Das Subsidiaritätsprinzip gemäß § 121 I Nr. 3 HGO
1. Das einfache und das echte Subsidiaritätsprinzip
2. Die Ausgestaltung des Subsidiaritätsprinzips in Hessen
3. Der Drittschutzcharakter der Subsidiaritätsklausel in Hessen
C. Die überörtliche Betätigung kommunaler Unternehmen
Teil 5: Nationale Wettbewerbs- und kartellrechtliche Regelungen und Grenzen kommunaler Wirtschaftstätigkeit
A. Das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB)
I. Zur Anwendbarkeit des GWB
II. Die §§ 19, 20 als wesentliche Normen des GWB
B. Das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb (UWG)
I. Die Anwendbarkeit des UWG und Rechtswegzuständigkeit
II. Die §§ 3, 4 Nr.11 UWG als Marktzutrittsschranken kommunalwirtschaftlicher Betätigung
Die vorliegende Arbeit untersucht die rechtlichen Rahmenbedingungen, Möglichkeiten und Grenzen kommunaler Wirtschaftstätigkeit im Bundesland Hessen unter besonderer Berücksichtigung der Kommunalrechtsnovelle von 2005.
A. Die Wirtschaftsverfassung im Grundgesetz
Zahllose Einzelfragen der staatlichen Wirtschaftstätigkeit und ihres Verhältnisses zur Privatwirtschaft gehören zu den „Dauerbrennern“ des öffentlichen Rechts. Es erscheint somit sinnvoll, einen Blick auf den Begriff der Wirtschaftsverfassung und deren Bedeutung im Grundgesetz zu werfen.
Der Begriff der Wirtschaftsverfassung findet in der Bundesrepublik Deutschland keine einheitliche Verwendung. Überwiegend wird der Begriff formell für die Bestimmungen des Grundgesetzes verwandt, welche die Ordnung des Wirtschaftslebens regeln. Zu weit geht jedoch das ebenso vertretene Verständnis der Wirtschaftsverfassung, nachdem hierunter materiell die Summe aller das Wirtschaftsleben regelnden Normen, gleich auf welcher Hierarchieebene, verstanden wird. Im Sinne dieser Arbeit soll der Begriff der Wirtschaftsverfassung als die Summe der verfassungsrechtlichen Bestimmungen, die wirtschaftlichen Aussagegehalt haben und so die Ordnung der Wirtschaft determinieren, Verwendung finden. Unter „Wirtschaftsverfassung“ wird im Folgenden somit die Summe der verfassungsrechtlichen Gestaltungselemente der Wirtschaft verstanden.
Allgemein mag man versucht sein, im Grundgesetz nach einer abgeschlossenen, einheitlichen Wirtschaftskonzeption zu suchen, wie sie etwa noch die Weimarer Reichsverfassung kannte. Im Grundgesetz finden sich jedoch im Gegensatz zur Weimarer Reichsverfassung keine zusammenfassenden und ausdrücklichen Regelungen über die Wirtschaftsverfassung. In der Rechtsprechung und Literatur nahezu unumstritten ist, dass das Grundgesetz wirtschaftspolitisch neutral ist, also kein Wirtschaftssystem vorgegeben wird.
Teil 1: Einleitung: Darstellung der aktuellen Bedeutung kommunaler Wirtschaftsunternehmen und Erläuterung der Fragestellung dieser Arbeit.
Teil 2: Begriffserklärungen und historische Entwicklung: Definition der für die Arbeit zentralen Begriffe wie wirtschaftliche Betätigung und Daseinsvorsorge sowie Überblick über die geschichtliche Entwicklung vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart.
Teil 3: Verfassungsrechtliche Rahmenbedingungen, Regelungen und Grenzen kommunalwirtschaftlicher Betätigung: Analyse der verfassungsrechtlichen Grundlagen, insbesondere der Wirtschaftsverfassung und der Selbstverwaltungsgarantie gemäß Art. 28 II GG.
Teil 4: Kommunalrechtliche Regelungen und Grenzen kommunaler Wirtschaftstätigkeit in Hessen: Untersuchung der spezifisch hessischen Rechtslage inklusive der Kommunalrechtsnovelle 2005, der Schrankentrias und der Subsidiaritätsklausel.
Teil 5: Nationale Wettbewerbs- und kartellrechtliche Regelungen und Grenzen kommunaler Wirtschaftstätigkeit: Erörterung der Anwendbarkeit von GWB und UWG auf die wirtschaftliche Betätigung von Kommunen und deren Bedeutung als Marktzutrittsschranken.
Kommunale Wirtschaftstätigkeit, Daseinsvorsorge, Hessische Gemeindeordnung, Kommunalrechtsnovelle 2005, Art. 28 II GG, Selbstverwaltungsgarantie, Öffentlicher Zweck, Subsidiaritätsprinzip, Drittschutz, Wettbewerbsrecht, GWB, UWG, Privatisierung, Konzern Kommune, Marktzutrittsschranken.
Die Masterarbeit befasst sich mit der rechtlichen Zulässigkeit und den Grenzen wirtschaftlicher Aktivitäten von Kommunen im Bundesland Hessen, wobei das Spannungsfeld zwischen öffentlicher Daseinsvorsorge und privatem Wettbewerb analysiert wird.
Die Arbeit behandelt die verfassungsrechtliche Verankerung der kommunalen Selbstverwaltung, die spezifischen hessischen kommunalrechtlichen Vorgaben (§ 121 HGO) sowie die Anwendbarkeit von Wettbewerbsrecht auf kommunale Unternehmen.
Das Ziel ist es, dem Leser einen Überblick über die rechtlichen Grundlagen der kommunalwirtschaftlichen Betätigung in Hessen zu geben und insbesondere die Auswirkungen der Kommunalrechtsnovelle von 2005 auf die Zulässigkeit solcher Tätigkeiten zu bewerten.
Es handelt sich um eine juristische Untersuchung, die auf der Analyse von Gesetzestexten, verfassungsrechtlichen Grundlagen, Rechtsprechung und relevanter rechtswissenschaftlicher Literatur basiert.
Im Hauptteil werden neben den verfassungsrechtlichen Grundlagen die kommunalrechtliche "Schrankentrias" (öffentlicher Zweck, Leistungsfähigkeit, Subsidiarität) in Hessen sowie die nationale Wettbewerbs- und kartellrechtliche Kontrolle kommunaler Aktivitäten detailliert dargelegt.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Kommunalrecht, Hessen, Subsidiaritätsprinzip, öffentlicher Zweck, Drittschutz, Art. 28 II GG, Wettbewerbsrecht, GWB und UWG.
Die Novelle hat die rechtlichen Rahmenbedingungen in Hessen grundlegend verändert, indem sie eine echte Subsidiaritätsklausel, eine Markterkundungspflicht und einen expliziten Drittschutz für private Wettbewerber eingeführt hat.
Das Territorialprinzip beschränkt die kommunale Selbstverwaltung grundsätzlich auf Angelegenheiten der örtlichen Gemeinschaft. Die Arbeit untersucht, inwieweit diese Bindung durch die Reformen in Hessen gelockert wurde, um überörtliche Betätigungen zu ermöglichen.
Die Arbeit zeigt, dass private Konkurrenten durch die Einführung der Subsidiaritätsklausel und des Drittschutzes in Hessen einen verbesserten Rechtsschutz gegenüber rechtswidriger Konkurrenzwirtschaft durch Kommunen erhalten haben.
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