Diplomarbeit, 2007
87 Seiten, Note: 1,0
1. Einführung
1.1 Zielsetzung der Arbeit
1.2 Gang der Untersuchung
2. Hauptteil
2.1 Machiavellis Methodik und Stil
2.2 Die (politische) Anthropologie des Niccolò Machiavelli
2.2.1 Der große Transformationsprozess vom Mittelalter zur frühen Neuzeit
2.2.2 Der italienische Renaissancehumanismus
2.2.3 Das Menschenbild der Renaissance und des Humanismus
2.2.3.1 Der geistesphilosophische Ansatz der Renaissancephilosophie
2.2.3.2 Anthropologische Totalität und humanistischer Pragmatismus: Cristoforo Landino
2.2.3.3 Der Vorrang des Guten vor dem Wahren: Coluccio Salutati
2.2.4 Die politische Situation in Florenz
2.2.5 Die anthropologischen Grundprämissen Machiavellis
2.2.5.1 Machiavellis humanismuskritische Renaissanceanthropologie
2.2.5.2 Machiavellis Distanz zur metaphysischen zoon politikon-Anthropologie der Antike
2.2.5.2.1 Das politische Menschenbild in der Antike
2.2.5.2.2 Machiavellis Menschenbild
2.2.5.3 Die maßlose Begierde der menschlichen Natur
2.2.5.3.1 Machiavellis allegorisches Gedicht „Über den Ehrgeiz“
2.2.5.3.2 Die Möglichkeit der politischen Erziehbarkeit des Menschen zum „Guten“
2.3 Die Moralkonzeption bei Machiavelli
2.3.1 Die Moralphilosophie der Renaissance: Ethik des bürgerlichen Lebens, Philosophie der Freundschaft und Metaphysik der Liebe
2.3.2 Das Verhältnis von Politik und Moral bei Machiavelli
2.3.2.1 Machiavellis Bruch mit der Tradition der Fürstenspiegel und dessen Hinwendung zur Macht
2.3.2.2 Das Hauptanliegen des „principe nuovo“: Die Steigerung der politischen Handlungsmacht
2.3.2.3 „Ragione di stato“ – die Trennung von Politik und Moral bei Machiavelli
2.3.3 Ist Machiavelli ein amoralischer Theoretiker von Politik und Staat? Die politikwissenschaftliche Debatte über Machiavellis politischen Amoralismus
3. Schluss
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, inmitten einer unüberschaubaren Rezeptionsfülle Machiavellis politische Anthropologie sowie seine Moralkonzeption systematisch und widerspruchsfrei herauszuarbeiten, wobei die historische Einbettung in den Renaissancehumanismus als Grundlage dient.
Die maßlose Begierde der menschlichen Natur
„Die Menschen werden niemals befriedigt, und kaum haben sie etwas, so begnügen sie sich nicht mehr damit und wollen noch mehr [...], und wenn sie einmal nicht aus Not zu kämpfen brauchen, so tun sie es aus Ehrgeiz; denn dieser ist in der Brust eines jeden Menschen so mächtig, daß er ihn nie verläßt, wie hoch er auch steigen mag. Die Ursache dieser Erscheinung liegt darin, daß die Natur die Menschen so geschaffen hat, daß sie zwar alles begehren, aber nicht alles erreichen können. Da nun das Verlangen, etwas zu erwerben, immer größer ist als die Fähigkeit hierzu, so entsteht daraus Unzufriedenheit mit dem, was man besitzt, und ferner die Erkenntnis, welch geringe Befriedigung der Besitz gewährt.“
In Machiavellis Augen ist der Mensch ein sich in seiner Begierde unablässig expandierendes, wetteiferndes Triebwesen, das von seinen Gelüsten und Leidenschaften stetig vorwärtsgetrieben wird. Das hervorstechende Charakteristikum menschlicher Begierde – und eben darin unterscheidet sie sich von tierischer Begierde – ist die immanente Unbegrenztheit und nahezu krankhafte, gierige Maßlosigkeit. Der Mensch ist schlicht unersättlich. Seine Begierden sind – in Anlehnung an den Weberschen Machtbegriff - soziologisch amorph. Es geht um den Kampf „um höhere Ehre, größeren Besitz, schönere Weiber, das Ringen um höheres gesellschaftliches oder irgendwie spezialisiertes Ansehen“.
1. Einführung: Darstellung der kontroversen Rezeptionsgeschichte Machiavellis und Definition des Forschungsziels, seine Anthropologie und Moralkonzeption zu explizieren.
2. Hauptteil: Untersuchung von Machiavellis induktiver Methodik, seiner kritischen Abgrenzung zum humanistischen Menschenbild sowie seiner eigenen pessimistischen Anthropologie, die in der Autonomie der Politik gegenüber der Moral mündet.
3. Schluss: Resümee über die fortdauernde Aktualität Machiavellis als Begründer des neuzeitlichen politischen Denkens und dessen Abkehr von klassischen Normvorstellungen.
Niccolò Machiavelli, Politische Anthropologie, Renaissancehumanismus, Ambizione, Moralkonzeption, Staatsraison, Ragione di stato, Politische Ethik, Machtpolitik, Principe, Menschenbild, Historizität, Zweckrationalität, Politische Handlungslehre, Anthropologischer Pessimismus
Die Arbeit analysiert die anthropologischen Grundlagen und das Moralverständnis von Niccolò Machiavelli, eingebettet in den Kontext des italienischen Renaissancehumanismus.
Im Zentrum stehen die Abkehr von metaphysischen Menschenbildern der Antike, die Bedeutung der "ambizione" (Ehrgeiz) für das politische Handeln und die Trennung von Politik und Moral.
Das Ziel ist es, in der Fülle der Machiavelli-Literatur eine präzise und widerspruchsfreie Rekonstruktion seiner politischen Anthropologie und seiner Auffassung von staatlichem Handeln zu liefern.
Die Untersuchung konzentriert sich schwerpunktmäßig auf eine textnahe Analyse der zwei Hauptwerke „Discorsi“ und „Il Principe“, ergänzt durch den Einbezug fachwissenschaftlicher Literatur zur Renaissance-Geistesgeschichte.
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Herangehensweise Machiavellis, die detaillierte Darstellung seiner Anthropologie (insbesondere den Pessimismus gegenüber der menschlichen Natur) und die kritische Diskussion seiner Moralkonzeption.
Zu den prägenden Begriffen zählen neben dem Namen Machiavelli selbst die Konzepte der Staatsraison, der Zweckrationalität, des politischen Amoralismus und der Transformation der Fürstenspiegel-Tradition.
Während die Antike den Menschen als "zoon politikon" (von Natur aus politisch) sah, begreift Machiavelli den Menschen als ein primär triebhaftes, eigennütziges Wesen, dessen politische Ordnung nicht metaphysisch vorgegeben, sondern durch äußere Disziplinierung erreicht werden muss.
Die Bezeichnung rührt von seiner Forderung her, dass ein Herrscher im Interesse des Machterhalts und der Staatsstabilität bereit sein muss, konventionelle moralische Gebote zu brechen und den Schein von Tugendhaftigkeit zu wahren, ohne sie zwingend zu besitzen.
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