Bachelorarbeit, 2021
49 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Brinkmanns Rom, Blicke
1.2 Brinkmann als (Anti-)Mythologe?
2. Sprachkritik und Sprachutopie
2.1 Roland Barthes Lektion
2.1.1 Die Kritik (in) der Lektion
2.1.2 Die Utopie in der Lektion
2.1.3 Die Disziplin der lustvollen Semiologie
2.2 Die Mythen des Alltags zwischen Kritik und Utopie
2.2.1 Das strukturalistische Faible
2.2.2. Der Mythos und seine Gegenmittel
2.2.3 Der lustvolle Außenseiter
2.2.4 Das (utopische) diverse Leben
2.3 Die Vergleichskriterien zum (Anti-)Mythologen
3. Rolf Dieter Brinkmann als (Anti-)Mythologe
3.1 Inmitten einer falschen Natur – Demontage und Kritik
3.1.1 Agonie zwischen Objektsprache und Gegenmythen
3.1.2 Brinkmann und Barthes im Kritikvergleich
3.2 Inmitten der Gesellschaft – Kritik und Utopie
3.2.1 Brinkmann und Barthes als Außenseiter
3.2.2 Utopie des Lebens und Kritik des Todes
4. Rolf Dieter Brinkmann – Mythologe oder nicht?
4.1 Ein Nachwort zur unausgesprochenen Utopie
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spiegelverhältnis zwischen Rolf Dieter Brinkmanns Werk Rom, Blicke und Roland Barthes’ Mythen des Alltags. Ziel ist es, die Gemeinsamkeiten und methodischen Unterschiede beider Autoren hinsichtlich ihrer Kulturkritik und ihres Verständnisses des Mythologen zu analysieren, um zu klären, inwieweit Brinkmann als „Antimythologe“ bezeichnet werden kann.
1.1 Brinkmanns Rom, Blicke
„Wörtern sind wir aufgesessen statt Leben, Begriffen statt Lebendigkeit“ (RB, 139), klagt Brinkmann 1972 in Rom und artikuliert damit seine Not, die ihn seit seinen ersten Schriften peinigt: die durch Sprache verstellte Wirklichkeit. In Rom, Blicke widmet sich Brinkmann diesem Thema in einer experimentellen Form, die er zu diesem Zeitpunkt noch nicht lange kennt: der Collage. Dabei erzählt er in einer Serie von Briefen, diaristischen Aufzeichnungen und beschriebenen Postkarten von seinem Stipendienaufenthalt in Italien, hauptsächlich Rom. Ergänzt mit Zeitungsausschnitten, literarischen Auszügen (wie etwa von Hans Henny Jahnn und Arno Schmidt), eigens gemachten Snapshots, aber auch „materielle[n] Lebensspuren“ wie bekritzelten Stadtplänen, Restaurantbelegen, Fahr- und Eintrittskarten ist es eine multimediale Ansammlung aus – wie Brinkmann es nennt – „Materialalben“ (RB, 274). Doch obwohl es mit diesem Begriff so anmutet – Rom, Blicke ist weder das Fotoalbum, das einen Italienurlaub in schönen Erinnerungen festhält noch der mit Fotos verzierte Reisebrief, der das stereotypische Sehnsuchtsziel der Deutschen adressiert. Brinkmanns „Blick auf Rom ist der nackte Blick der radikalen Desillusion“; ein Blick, der die Fassaden kultureller Gesten und Ideen entlarvt und einer Verwahrlosung des Authentischen bezichtigt; der in den Menschen „Automaten“ sieht, „die von [anderen] Menschen zu Automaten gemacht worden waren“ (RB, 163); und der in der konsumgeprägten „Eitelkeit, Mode [und] Aufmachung“ (RB, 147) die Abstumpfung menschlicher Sinne erkennt.
1. Einleitung: Einführung in die Ambivalenz Brinkmanns sowie Vorstellung der Forschungsfrage bezüglich seines Status als (Anti-)Mythologe.
2. Sprachkritik und Sprachutopie: Theoretische Untersuchung von Barthes’ Konzepten der Lektion, der Semiologie und der Mythen sowie Herleitung von Vergleichskriterien.
3. Rolf Dieter Brinkmann als (Anti-)Mythologe: Detaillierte Analyse und Anwendung der erarbeiteten Kriterien auf Brinkmanns Rom, Blicke unter Berücksichtigung von Demontage, Kritik und Außenseiterperspektive.
4. Rolf Dieter Brinkmann – Mythologe oder nicht?: Fazit der vergleichenden Analyse mit einer abschließenden Einordnung von Brinkmann als Antimythologe.
Rolf Dieter Brinkmann, Roland Barthes, Rom Blicke, Mythen des Alltags, Sprachkritik, Mythologe, Antimythologe, Ideologiekritik, Semiotik, Collage, Außenseiter, Moderne Konsumgesellschaft, Kulturwissenschaft, Subjektivität, Dekonstruktion.
Die Bachelorarbeit vergleicht die Kultur- und Sprachkritik des deutschen Autors Rolf Dieter Brinkmann mit den theoretischen Ansätzen des französischen Zeichentheoretikers Roland Barthes.
Im Fokus stehen die Begriffe der Sprachkritik, der Utopie gegenüber gesellschaftlichen Normen, die Rolle des Außenseiters sowie die methodische Demontage von Mythen und künstlichen Wirklichkeiten.
Ziel ist es zu ergründen, ob Rolf Dieter Brinkmann durch seine Vorgehensweise in Rom, Blicke als Mythologe im Sinne von Barthes gelten kann oder ob er eher als ein „Antimythologe“ einzuordnen ist.
Die Arbeit nutzt eine komparative literaturwissenschaftliche Analyse, bei der Barthes’ strukturalistische und poststrukturalistische Konzepte (wie Mythen, Mathesis, Mimesis) auf Brinkmanns textliche Collage-Technik in Rom, Blicke angewendet werden.
Der Hauptteil analysiert, wie Brinkmann die Umgebung in Rom wahrnimmt, sie in ihre Einzelteile zerlegt (Inventarisierung) und wie er gegen die Ideologien der Konsumgesellschaft und mediale Inszenierungen anarbeitet.
Neben den Namen der beiden Protagonisten sind Begriffe wie Sprachkritik, Mythologie, Antimythologe, Ideologiekritik, Semiotik und Individualität essenziell für die Arbeit.
Der Autor zeigt auf, dass Brinkmann das „Abendland“ als ein zerfallendes, von der Idee des Todes besessenes Konstrukt wahrnimmt, das er durch seine destruktive Schreibweise und Zerstückelung der Blicke ironisiert.
Sowohl Barthes als auch Brinkmann nutzen die Distanz zur Gesellschaft als methodisches Werkzeug, um die Mechanismen der Identitätsbildung und Sprachkonventionen kritisch zu demaskieren – wenn auch Brinkmann aus einer persönlicheren Betroffenheit heraus als der eher professionell distanzierte Barthes.
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