Bachelorarbeit, 2020
138 Seiten, Note: 1,0
1. EINLEITUNG
1.1 KONTEXT
1.2 GESCHLOSSENE WOHNANLAGEN
1.3 FRAGESTELLUNG
2. THEORETISCHER RAHMEN
3. FORSCHUNGSDESIGN
3.1 METHODISCHES VORGEHEN
3.2 SAMPLING
4. DIE SOPHIENTERRASSEN
4.1 STÄDTEBAU
4.2 DER CAMPUS AM MITTELWEG
4.3 STADTHÄUSER
4.4 SOPHIENPALAIS
4.5 PARKVILLEN
4.6 ALSTERVILLEN
4.7 WEGE UND STRABEN
4.8 BÄUME
4.9 BEZUG ZUR UMGEBUNG
5. DARSTELLUNG DER FORSCHUNGSERGEBNISSE
5.1 SOZIALE EXKLUSION DURCH ÖKONOMISCHES KAPITAL
5.2 SOZIALE EXKLUSION DURCH DEN OFFERIERTEN LEBENSSTIL
5.3 PHYSISCHE INSTRUMENTE DER EXKLUSION
5.4 ÜBERWACHUNG UND KONTROLLE
5.4.1 Technische Überwachung durch Kameras
5.4.2 Personelle Überwachung
5.5 SYMBOLISCHE GRENZEN
5.5.1 Pflasterung
5.5.2 Licht und Beleuchtung
5.5.3 Eingangsportale
5.6 ATMOSPHÄRE
5.7 EXKLUDIERENDE GESTALTUNG ÖFFENTLICHER PLÄTZE
5.8 EXKLUSIVE BAUWERKE UND EXKLUSIVE RÄUME
5.8.1 Private, gemeinschaftlich genutzte Anlagen
5.8.2 Private, gemeinschaftlich genutzt Räume
5.8.3 Private Tiefgarage
5.9 PERSONAL ALS INSTRUMENT ZUR HERSTELLUNG VON EXKLUSIVITÄT
5.10 INSTRUMENTE DER SYMBOLISCHEN AUFWERTUNG
5.10.1 Brunnen
5.10.2 Flaggen
5.10.3 Historische Bezüge
5.11 VERHÄUSLICHUNG DES STÄDTISCHEN WOHNENS
5.12 ÄSTHETISCHE HOMOGENISIERUNG
5.13 NÄHE ZU SELTENEN GÜTERN
6. FAZIT
Die Arbeit untersucht, mit welchen Instrumenten hochpreisige, geschlossene Wohnkomplexe im Segment der Luxusimmobilien soziale Exklusion nach außen und Exklusivität sowie ein homogenes Bewohner:innenmilieu nach innen erzeugen, wobei die Sophienterrassen in Hamburg-Harvestehude als Fallbeispiel dienen.
4. Die Sophienterrassen
Im Folgenden wird ein Überblick über das Quartier, dessen Geschichte und städtebauliches Konzept gegeben. Die in Abbildung 1 dargestellten Sophienterrassen sind eine Luxuswohnanlage mit einer Fläche von 44.000 Quadratmetern im Hamburger Stadtteil Harvestehude am westlichen Alsterufer. Das Investitionsvolumen betrug rund 380 Millionen Euro. In der Anlage entstanden 191 Wohnungen und fünf Villen, sowie 24 Stadthäuser. Durch die Konversion des Areals muss die Entstehung der Wohnanlage von aktuellen Gentrifizierungsdiskursen abgegrenzt werden. Konversion bezeichnet die Umwandlung von brachliegenden Flächen in Wohnraum. Meist wird damit die Umwandlung von ehemals militärischen Gebieten bezeichnet. Deswegen waren zumindest unmittelbar bei der Entstehung der Sophienterrassen keine Mieter:innen von Verdrängung betroffen, wie dies häufig bei Sanierungen von Altbaubeständen und der Errichtungen von luxuriösen Eigentumswohnungen im innerstädtischen Bereichen geschieht.
1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der geschlossenen Wohnanlagen anhand des Beispiels Sophienterrassen und Darstellung des gesellschaftlichen Kontextes.
2. THEORETISCHER RAHMEN: Theoretische Fundierung der Arbeit durch soziologische Konzepte, insbesondere Pierre Bourdieus Theorien zum sozialen Raum.
3. FORSCHUNGSDESIGN: Erläuterung des methodischen Vorgehens, das sich an der Ethnografie orientiert und die Datenerhebung durch Begehungen umfasst.
4. DIE SOPHIENTERRASSEN: Umfassende städtebauliche Beschreibung der Anlage, ihrer Gebäudetypen und der städtebaulichen Einbettung.
5. DARSTELLUNG DER FORSCHUNGSERGEBNISSE: Analyse der identifizierten Kernkategorien, durch die Exklusion und Exklusivität in der Wohnanlage produziert werden.
6. FAZIT: Synthese der Forschungsergebnisse und Beantwortung der zentralen Forschungsfrage zur Funktionsweise der Exklusionsmechanismen.
Sophienterrassen, Luxusimmobilien, Gated Communities, Soziale Exklusion, Exklusivität, Hamburg-Harvestehude, Stadtsoziologie, Pierre Bourdieu, Gentrifizierung, Wohnraumpolitik, Räumliche Segregation, Urbane Planung, Symbolische Abgrenzung, Überwachung, Architektur.
Die Arbeit analysiert die Mechanismen sozialer Exklusion und die Erzeugung von Exklusivität in hochpreisigen, geschlossenen Luxuswohnanlagen am Beispiel der Sophienterrassen in Hamburg.
Die zentralen Themen umfassen physische und symbolische Abgrenzungsstrategien, Überwachungsmaßnahmen, die Rolle des Personals sowie die ästhetische Gestaltung als Mittel zur Schaffung eines homogenen Bewohner:innenmilieus.
Die Forschungsfrage lautet, inwieweit und durch welche Instrumente hochpreisige, geschlossene Wohnkomplexe im Segment der Luxusimmobilien soziale Exklusion nach außen sowie Exklusivität und ein homogenes Bewohner:innenmilieu nach innen erzeugen.
Die Arbeit verwendet einen ethnografisch orientierten Forschungsansatz, der durch Begehungen des Quartiers, teilnehmende Beobachtung und die Analyse von Werbematerialien unter Anwendung der Grounded Theory zur Codierung der Daten durchgeführt wurde.
Im Hauptteil werden neben der städtebaulichen Beschreibung der Anlage detailliert verschiedene Instrumente der Ausgrenzung analysiert, darunter ökonomisches Kapital, Überwachungstechnik, bauliche Gestaltung, symbolische Grenzziehungen und die Rolle des Concierge-Services.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Gated Communities, Soziale Exklusion, Exklusivität, Stadtsoziologie, räumliche Segregation und urbane Raumproduktion geprägt.
Die Umwandlung des ehemaligen Militärgeländes in eine Luxuswohnanlage dient als Beispiel für eine Konversion, die jedoch durch die architektonische und symbolische Inszenierung bewusst eine Abgrenzung zum städtischen Umfeld vornimmt.
Die spezifische Pflasterung dient als symbolisches Instrument der Grenzziehung, da sie einen ästhetisch hochwertigen und homogenen Raum markiert und somit für Außenstehende eine deutliche Abgrenzung zu öffentlichen Flächen darstellt.
Der Concierge-Service fungiert als „Gatekeeper“, der sowohl repräsentative Aufgaben übernimmt als auch für die Sicherheit und den Komfort der Bewohner:innen zuständig ist, was den elitären Charakter der Wohnanlage verstärkt.
Die aufwendige und gezielte Beleuchtung der privaten Wege schafft eine spezifische Atmosphäre und dient dazu, Kontraste zum umgebenden Stadtgebiet zu erzeugen sowie das Sicherheitsgefühl der Bewohner:innen zu erhöhen.
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