Diplomarbeit, 2009
53 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
2 Vom Finanzcrash zur Wirtschaftskrise
3 Konjunkturelle Ursachen der Automobilkrise
3.1 Auswirkungen auf die Automobilindustrie
3.2 Auswirkungen auf den Automobilhandel
3.2.1 Das Autojahr 2008
3.2.2 Das Autojahr 2009
3.2.2.1 Die Umweltprämie - Chancen und Risiken
3.2.2.2 Finanzierung und Liquidität
3.2.2.3 Leasing- und Flottengeschäft
4 Strukturelle Ursachen der Automobilkrise
4.1 Verändertes Käuferverhalten
4.1.1 Mobilitätskosten
4.1.2 Segmentverschiebung - „Downsizing“
4.1.3 Neues Umweltbewusstsein
4.2 Spannungsfeld Hersteller und Handel
4.2.1 Produktions- und Preispolitik der Hersteller
4.2.2 Problematik der Leasingrückläufer
4.2.3 Investitionen im Automobilhandel
4.2.4 Neue Geschäftsmodelle
5 Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die krisenhafte Situation im deutschen Automobilhandel unter dem Einfluss der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise. Das primäre Ziel ist es, sowohl konjunkturelle Ursachen als auch zugrundeliegende strukturelle Probleme zu analysieren, die das Überleben der Autohäuser in einem sich verändernden Marktumfeld bedrohen.
1.1 Problemstellung
„General Motors steht vor der Insolvenz“, „Toyota schreibt für das Geschäftsjahr 2008 erstmalig Verluste“, „Daimler beantragt Kurzarbeit“, „Gewinneinbruch bei BMW“, „Autozulieferern droht das Aus“, „Die 15 deutschen Autohäuser der Kroymans-Gruppe melden Insolvenz an“, „Deutschlands ältester BMW-Händler ist pleite.“ Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht so oder ähnlich lautendende Meldungen in den Nachrichten verbreitet werden. Die Finanzkrise ist, so der Tenor der Meldungen, in der so genannten „realen“ Wirtschaft angekommen, die Automobilwirtschaft steckt weltweit in ihrer größten Krise. Viele Experten sehen in der augenblicklichen Lage der Autobranche nicht eine sondern drei Krisen, eine Liquiditätskrise, eine Absatzkrise und eine Innovationskrise. Das Besondere an der aktuellen Situation ist, dass alle drei (Teil-) Krisen zusammenfallen.
Die Automobilwirtschaft gilt nicht nur in Deutschland als Schlüsselindustrie. In der Bundesrepublik sind es rund 750.000 Beschäftigte allein bei den Automobilherstellern und Zulieferern und ca. 650.000 Arbeitsplätze im Autohandel und Service. Dazu kommen noch die vielen Stellen in Wirtschaftszweigen, die von der Automobilindustrie abhängen. Hier gehen die Berechnungen allerdings weit auseinander. Während der Verband der Automobilindustrie (VDA), und dieser Zahl schließen sich die verantwortlichen Politiker fast ausnahmslos an, von über 3,5 Millionen ausgeht und damit in Deutschland jeder siebte Arbeitsplatz direkt oder indirekt von der Automobilindustrie abhängt, sehen viele Fachleute in ihren Berechnungen die Abhängigkeit gerade mal halb so hoch.
1 Einleitung: Beschreibt die prekäre Lage der globalen Automobilwirtschaft und die Relevanz der Branche als Schlüsselindustrie für Deutschland.
2 Vom Finanzcrash zur Wirtschaftskrise: Analysiert den chronologischen Verlauf der Finanzmarktkrise und deren Übergreifen auf die reale Wirtschaft.
3 Konjunkturelle Ursachen der Automobilkrise: Untersucht die unmittelbaren negativen Einflüsse auf Hersteller und Händler sowie die Auswirkungen staatlicher Konjunkturprogramme wie der Umweltprämie.
4 Strukturelle Ursachen der Automobilkrise: Beleuchtet langfristige Veränderungen wie das "Downsizing" und die Spannungen zwischen Herstellerinteressen und der Rentabilität des Handels.
5 Schlussbetrachtung: Führt die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit neuer Geschäftsmodelle für eine nachhaltige Zukunft des Automobilhandels.
Automobilhandel, Finanzkrise, Wirtschaftskrise, Umweltprämie, Strukturwandel, Kaufverhalten, Downsizing, Leasingrückläufer, Automobilindustrie, Rezession, Absatzkrise, Liquidität, Hersteller, Markengebundener Handel, Konsolidierung.
Die Arbeit analysiert die kritische Lage des deutschen Automobilhandels, die durch das Zusammenwirken der Finanzkrise, konjunktureller Abschwünge und struktureller Veränderungen in der Branche ausgelöst wurde.
Die Schwerpunkte liegen auf dem veränderten Konsumentenverhalten, der Rolle der Umweltprämie, der Finanzierungssituation der Händler sowie der angespannten Beziehung zwischen Herstellern und dem Handel.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die aktuelle Krise nicht nur konjunkturell bedingt ist, sondern durch tieferliegende strukturelle Probleme verschärft wurde, die neue Geschäftsmodelle erforderlich machen.
Die Arbeit basiert primär auf einer Literatur- und Datenanalyse zeitnaher Quellen wie Verbänden, Fachzeitschriften, Pressemitteilungen und Berichten öffentlicher Institutionen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung konjunktureller Ursachen (z.B. Auswirkungen auf Zulieferer und Händler) sowie struktureller Faktoren (z.B. Mobilitätskosten, Segmentverschiebung und Investitionsdruck auf Autohäuser).
Kernbegriffe sind Automobilkrise, Strukturwandel, Umweltprämie, Absatzfinanzierung, Leasingrisiko und der sogenannte "Dacia-Effekt".
Viele Händler tragen das Restwertrisiko der Leasingrückläufer. Aufgrund gesunkener Gebrauchtwagenpreise müssen sie diese Fahrzeuge unter ihrem tatsächlichen Wert annehmen, was ihre Liquidität massiv belastet.
Die Bewertung ist ambivalent: Während sie kurzfristig die Nachfrage belebt hat, wird sie von vielen Experten als bloßer Mitnahmeeffekt oder kurzfristiges Instrument kritisiert, das keine langfristigen strukturellen Probleme löst.
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