Bachelorarbeit, 2009
41 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Theorie und Methode
2.1 Quellenlage und Forschungsstand
2.2 Definition von „Radikalisierung“
2.3 Das Problem der Theorie und der Stellenwert der Methode
3. Zeithistorischer Kontext
3.1 Studentenbewegung und Journalismus
3.2 RAF und Terrorismus
4. Analyse der zentralen Texte
4.1 Wasserwerfer – auch gegen Frauen
4.1.1 Zum Text
4.1.2 Semantik
4.1.3 Syntax
4.1.4 Rhetorik und Stil
4.2 Das Konzept Stadtguerilla
4.2.1 Zum Text
4.2.2 Semantik
4.2.3 Syntax
4.2.4 Rhetorik und Stil
5. Auswertung
6. Fazit und Ausblick
7. Literatur
Die Arbeit untersucht, ob und wie sich die Sprache von Ulrike Meinhof im Zeitraum von 1968 bis 1971 radikalisiert hat, wobei der Schwerpunkt auf einem Vergleich zwischen ihren journalistischen Texten bei „konkret“ und den theoretischen Schriften der RAF liegt.
4.1.1 Zum Text
Meinhofs Essay „Wasserwerfer“ behandelt die gegenseitige Annäherung der Presse im Rahmen der Berichterstattung über die Studentenunruhen.
Meinhofs Aufhänger ist dabei der Tod Ohnesorgs, den sie als Grund für den Ausbruch verschiedener Konflikte in der Bundesrepublik Deutschland sieht: „Endlich gibt es wieder Generationenkonflikte, Konflikte zwischen Männern und Frauen, Meinungsgegnern. Freunden und Feinden“.
Als Überleitung zur Kritik an der einseitigen Presseberichterstattung konstatiert sie, dass die bundesdeutschen Medien ein Interesse daran haben, dass gesellschaftliche Konflikte nicht zu Tage getragen werden, da sie darunter nicht leiden und von deren Verschleierung profitieren. Im Folgenden eruiert sie vier Verschleierungsmodelle und belegt diese mit Zitaten aus der Springer- und Regionalpresse sowie aus dem „Spiegel“.
Das erste Verschleierungsmodell bezieht sich auf die Kritik, dass die Studenten die „bürgerliche Wohlanständigkeit“ verletzt haben, was von den eben genannten Medien beanstandet wird.
Verschleierungsmodell zwei bezeichnet sie als „Die Unschuld des Systems“. Meinhof zeigt auf, dass die Studentenunruhen laut der konkurrierenden Zeitungen ein Problem der Studenten selbst seien und der Staat keine Schuld daran trägt. „Das System [zu kritisieren] ist tabu“, gelte nach Meinhof als Maxime der bundesdeutschen Presse.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Fragestellung der sprachlichen Radikalisierung von Ulrike Meinhof ein und definiert das Untersuchungsziel sowie die methodische Herangehensweise.
2. Theorie und Methode: Dieses Kapitel setzt sich mit dem Forschungsstand auseinander, definiert den Begriff „Radikalisierung“ für den Kontext der Arbeit und erläutert die gewählten sprachanalytischen Methoden.
3. Zeithistorischer Kontext: Hier werden die biografischen und historischen Zäsuren der Jahre 1967 bis 1971 skizziert, die für Meinhofs Entwicklung und die Entstehung der RAF von Bedeutung sind.
4. Analyse der zentralen Texte: Der Hauptteil unterzieht zwei ausgewählte Texte einer detaillierten semantischen, syntaktischen, rhetorischen und argumentationsanalytischen Untersuchung.
5. Auswertung: Die gewonnenen Erkenntnisse werden synthetisiert, um die Forschungsfrage nach einer sprachlichen Radikalisierung auf Basis der definierten Indikatoren zu beantworten.
6. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert Implikationen für die weitere Meinhof- und RAF-Forschung sowie mögliche Theorieerweiterungen.
7. Literatur: Das Verzeichnis listet sämtliche verwendeten Quellen und die für die Untersuchung herangezogene wissenschaftliche Literatur auf.
Ulrike Meinhof, RAF, Radikalisierung, Politolinguistik, Textanalyse, Konzept Stadtguerilla, Wasserwerfer, Freund-Feind-Schema, Ideologiesprache, Stigmawörter, Sprachwandel, Journalismus, Terrorismus, Rhetorik, Argumentationsanalyse
Die Arbeit untersucht sprachliche Merkmale in Texten von Ulrike Meinhof, um festzustellen, ob ein nachweisbarer Prozess der Radikalisierung zwischen 1968 und 1971 stattgefunden hat.
Die Themenfelder umfassen die journalistische Sprache Meinhofs in der Zeitschrift „konkret“ im Vergleich zur theoretischen Sprache der RAF im „Konzept Stadtguerilla“ sowie den Einfluss des historischen Kontexts.
Das Ziel ist es, wissenschaftlich zu prüfen, inwiefern sich die Sprache von Ulrike Meinhof im genannten Zeitraum verändert hat und ob diese Veränderung als „Radikalisierung“ bezeichnet werden kann.
Es wird ein linguistischer Ansatz gewählt, der Elemente der Semantik, Syntax, Rhetorik und Argumentationsanalyse nutzt, basierend auf einem selbst erstellten Indikatorraster.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der beiden Primärtexte „Wasserwerfer – auch gegen Frauen“ und „Das Konzept Stadtguerilla“, jeweils unterteilt in die Ebenen Semantik, Syntax sowie Rhetorik und Stil.
Die Arbeit ist charakterisiert durch Begriffe wie Ulrike Meinhof, Radikalisierung, RAF, Politolinguistik, Sprachanalyse und das Freund-Feind-Schema.
Die Analyse zeigt, dass Meinhof insbesondere in späteren Texten zunehmend Stigmawörter verwendet, um Gegner zu diffamieren und eine klare Grenze zwischen ihrer Gruppe und dem „System“ zu ziehen.
Der Autor kommt zu dem Ergebnis, dass eine sprachliche Radikalisierung vorliegt, insbesondere in den Bereichen der Freund- und Feindbezeichnungen, im Stil und in der Argumentationsstruktur.
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