Bachelorarbeit, 2022
43 Seiten, Note: 1,7
1. THEORETISCHER HINTERGRUND
1.1 AUTORITARISMUS
1.1.1 ENTWICKLUNG VON AUTORITARISMUS
1.1.2 EINFLUSSFAKTOREN AUF DIE AUSPRÄGUNG VON AUTORITARISMUS
1.1.2.1 ERZIEHUNGSERFAHRUNGEN DER HEUTE 18-35-JÄHRIGEN/ KOHORTENEFFEKT
1.1.2.2 GESCHLECHTERUNTERSCHIEDE
1.1.2.3 REGIONALE UNTERSCHIEDE
1.2 EMPATHIE
1.2.1 ENTWICKLUNG UND FÖRDERUNG VON EMPATHIE
1.2.2 GESCHLECHTERUNTERSCHIEDE
1.2.3 KOHORTENEFFEKT
1.3 ZUSAMMENHANG VON AUTORITARISMUS UND EMPATHIE
1.3.1 AUTORITARISMUS UND EMPATHIE
1.3.2 PERSPEKTIVENÜBERNAHME UND AUTORITARISMUS
1.3.3 REDUZIERTE EMPATHIE UND AUTORITÄRISMUS
1.3.4 EMPATHIE UND AUTORITÄRE AGGRESSION
1.3.5 DIE KONSTRUKTE ALS ANTAGONISTEN
1.4 HYPOTHESEN
2. METHODE
2.1 STICHPROBE
2.2 VERWENDETE TESTVERFAHREN
2.2.1 RIGHT- WING- AUTHORITARIANISM- SCALE
2.2.2 INTERPERSONAL REACTIVITY SCALE
2.3 ABLAUF
2.4 DATENANALYSE
3. ERGEBNISSE
3.1 DESKRIPTIVE STATISTIKEN UND VORAUSSETZUNGSPRÜFUNG
3.2 MITTELWERTE UND STREUUNG
3.3 KORRELATIONEN
3.4 VARIANZANALYSE
3.5 RELIABILITÄT UND TRENNSCHÄRFEN
4. DISKUSSION
4.1 LIMITATIONEN DER ARBEIT
4.2 IMPLIKATIONEN FÜR DIE PRAXIS/ EMPFEHLUNG FÜR WEITERE FORSCHUNG
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Empathie und Autoritarismus bei jungen Männern in Südbaden, um zu prüfen, ob Autoritarismusneigungen durch ein gezieltes Training der Empathie, insbesondere der Perspektivenübernahme, reduziert werden können.
1.1.1 Entwicklung von Autoritarismus
Es existiert keine einheitliche, von allen Disziplinen akzeptierte Erklärung der Entstehung autoritärer Persönlichkeiten bzw. autoritärer Einstellungen. Die Ursachen bzw. Bedingungen zur Entwicklung von Autoritarismus werden von verschiedenen Subdisziplinen der Psychologie diskutiert und haben sich historisch gewandelt. Hier behandelt werden sollen lediglich die zwei verbreitetsten Theorien zur Entstehung: Die klassische Konzeption und der lerntheoretische Erklärungsansatz.
Bereits 1936 wurde von Horkheimer der besondere Einfluss früherer Sozialisationserfahrungen auf die politische Einstellung diskutiert. Die zu dieser Zeit vorherrschenden Familiendynamiken vermittelten den Kindern ein patriarchales System eines dominanten Vaters, welchem sie sich (ebenso wie die Mutter) unterzuordnen hatten (Seipel et al., 2015). Der Holocaust in Deutschland motivierte die gezwungenermaßen in die USA ausgewanderten ForscherInnen Adorno, Frenkel-Brunswik, Levinson und Sanford zu einem Antisemitismus- Projekt, welches 1950 unter dem Titel The Authoritarian Personality veröffentlicht wurde. Dabei kombinierten die Autoren qualitative und quantitative Methoden, um die Neigungen der Versuchspersonen zu faschistischen Ideologien zu erfassen. Besonders das von Frenkel-Brunswik verfasste Kapitel Conception of childhood environment befasst sich mit der frühen Prägung der Kinder u.a. durch die Erinnerung und das Bild der Eltern und deren Umgang mit Disziplin. Sie räumt jedoch die Schwierigkeit der Bewertung ein, ob ein von den Versuchspersonen wiedergegebenes Bild der Eltern der Realität oder eher subjektiven Wahrnehmungen entspricht (Adorno et al., 1950). Sie betont jedoch die untergeordnete Rolle dieser Differenzierung, da die durch das Kind wahrgenommene Realität der Eltern- Kind- Beziehung psychologisch relevant sei, ob sie nun der Realität entspräche oder nicht.
Eine strikte, rigide Erziehung, sowie ein hohes Maß an Respekt und blinder Gehorsam prägten vorwiegend die Beziehung zwischen dem Vater und den Kindern (Seipel et al., 2015). Die Aggression, welche die Kinder zwangsläufig durch harte Strafen selbst bei geringen Vergehen empfinden, können jedoch aus Angst vor weiteren, harten Strafen nicht offen ausgelebt werden (Furnham, 2010). Die Kinder wenden aus einem inneren Bedürfnis heraus und weil sie unfähig sind, Mitglieder der In- Group zu attackieren, ihre Aggressionen gegen Mitglieder einer Out- Group (Adorno et al., 1950).
THEORETISCHER HINTERGRUND: Dieses Kapitel definitiert die Konstrukte Autoritarismus und Empathie umfassend, beleuchtet deren Entwicklung und erörtert deren statistischen und inhaltlichen Zusammenhang im Kontext psychologischer Forschung.
METHODE: Die Methodik beschreibt die Stichprobenrekrutierung von 287 Männern in Freiburg sowie die Anwendung standardisierter Messinstrumente (RWA-Skala und IRI) zur quantitativen Datenerhebung.
ERGEBNISSE: Der Ergebnisteil präsentiert die statistische Auswertung der Daten, wobei der Fokus auf Korrelationsanalysen und der Prüfung der vier aufgestellten Hypothesen im Hinblick auf den Zusammenhang von Autoritarismus und Empathie liegt.
DISKUSSION: In der Diskussion werden die empirischen Befunde interpretiert sowie Limitationen der Arbeit benannt, um daraus schließlich Implikationen für die künftige pädagogische Praxis und weiterführende Forschung abzuleiten.
Autoritarismus, Empathie, Rechter Autoritarismus, Perspektivenübernahme, Autoritäre Aggression, Sozialverhalten, Pädagogische Psychologie, Persönlichkeitsforschung, RWA-Skala, Interpersonal Reactivity Index, Generation Y, Erziehungseinflüsse, Vorurteilsreduktion, Quantitative Psychologie, Korrelationsanalyse.
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Empathie und autoritären Persönlichkeitsmerkmalen bei jungen Männern mit dem Ziel, Ansätze für eine Verringerung von Autoritarismusneigungen zu finden.
Die zentralen Felder sind die psychologische Fundierung von Autoritarismus, die Struktur der Empathie sowie deren Interaktion bei der Entstehung von Vorurteilen und menschenfeindlichen Einstellungen.
Ziel ist es zu klären, ob Empathie und Autoritarismus statistisch negativ korrelieren und ob speziell die Perspektivenübernahme als kognitive Komponente einen Ansatzpunkt zur aktiven Reduktion autoritärer Aggression bietet.
Es handelt sich um eine quantitative Studie, bei der Daten von 287 Teilnehmern mittels standardisierter psychologischer Skalen (RWA und IRI) erhoben und statistisch analysiert wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die methodische Vorgehensweise, die deskriptive und inferenzstatistische Ergebnispräsentation sowie eine kritische Diskussion der Befunde.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Rechter Autoritarismus, Empathie, Perspektivenübernahme und Vorurteilsprävention charakterisieren.
Die Perspektivenübernahme wird in dieser Arbeit als gezielt erlernbare, kognitive Komponente der Empathie hervorgehoben, die theoretisch einen direkteren Einfluss auf die Minderung autoritärer Aggression ausüben kann als rein affektive Empathie.
Die Studie betrachtet die spezifischen Erziehungserfahrungen dieser Kohorte und deren Auswirkungen auf die Ausprägung von Autoritarismus im Vergleich zu früheren Generationen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

