Bachelorarbeit, 2022
53 Seiten, Note: 1,0
I. Das Medium Erklärvideo als Chance und Herausforderung
II. Inhaltlicher Aufbau und Machart der Videos
1. Allgemeines zu den Erklärvideos, Kanälen und Betreiber:innen
2. Aufbau der Videos
2.1 Inhaltlicher Aufbau
2.2 Machart der Videos
3. Fachliche Gegenstandsanalyse
4. Geschichtsdidaktische Analyse
4.1 Geschichtsdidaktische Unterrichtsprinzipien
4.2 Dimensionen des Geschichtsbewusstseins
4.3 Geschichtskultur
5. Einbettung des Erklärvideos von Simple History in eine Unterrichtsstunde
III. Schlussbetrachtung
IV. Anhang
Die Arbeit verfolgt das Ziel, Erklärvideos auf ihre Eignung und Qualität für den Geschichtsunterricht zu untersuchen. Im Zentrum steht eine vergleichende Analyse des deutschsprachigen Kanals „MrWissen2go Geschichte“ und des englischsprachigen Kanals „Simple History“ anhand der Thematik des mittelalterlichen Dorflebens, um Potentiale und Schwächen bei der Vermittlung historischer Inhalte aufzudecken.
System der Grundherrschaft
Fachlich korrekt und vereinfacht erläutern beide Erklärvideos das System der Grundherrschaft. Drotschmann nennt die beteiligten Parteien und erklärt die Pflichten bzw. Rechte, um in einem nächsten Punkt das daraus resultierende Abhängigkeitsverhältnis darzulegen. Er verdeutlicht das Machtgefälle zwischen Grundherrn und höriger Bauernschaft und geht hierbei auch auf die Rangordnung und Abstufungen der Bewohner*innen innerhalb des Dorfes ein. Korrekt stellt er auch das Dorf als einen eigenständigen Friedens- und Rechtsbereich dar. Vernachlässigt wird jedoch der Fakt, dass dies ein Prozess war, denn das Dorf entwickelte sich erst im Laufe des Spätmittelalters „zu einem Rechtsverband mit eigenen Organen“.
I. Das Medium Erklärvideo als Chance und Herausforderung: Das Kapitel beleuchtet YouTube als modernes Leitmedium für Jugendliche und die daraus resultierenden Chancen sowie Herausforderungen im Bildungskontext.
II. Inhaltlicher Aufbau und Machart der Videos: Hier werden die Kanäle und Erklärvideos hinsichtlich ihrer Struktur, ihrer Medialität und ihres informativen Anspruchs analysiert und verglichen.
3. Fachliche Gegenstandsanalyse: Dieser Abschnitt unterzieht die inhaltlichen Aussagen der Videos einer kritischen Prüfung auf fachliche Richtigkeit und beleuchtet die Transparenz der eingesetzten Quellen.
4. Geschichtsdidaktische Analyse: Die Videos werden auf ihre geschichtsdidaktische Qualität geprüft, insbesondere im Hinblick auf Prinzipien wie Quellenorientierung, Gegenwartsbezug sowie die Förderung des Geschichtsbewusstseins.
5. Einbettung des Erklärvideos von Simple History in eine Unterrichtsstunde: Dieses Kapitel skizziert konkret, wie die analysierten Erklärvideos unter Berücksichtigung der Lehrpläne gewinnbringend in den Unterricht eingebunden werden können.
III. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Eignung von Erklärvideos als pädagogisches Werkzeug im Geschichtsunterricht.
IV. Anhang: Der Anhang bietet ergänzendes Material wie Literaturverzeichnisse, Quellenblätter sowie Textfassungen zur Verwendung im Unterricht.
Geschichtsdidaktik, Erklärvideos, MrWissen2go Geschichte, Simple History, Mittelalter, Dorfleben, Grundherrschaft, Geschichtsbewusstsein, Quellenorientierung, Gegenwartsbezug, Medienkompetenz, Historizitätsbewusstsein, Edutainment, LehrplanPLUS, Unterrichtskonzept
Die Arbeit untersucht, wie Erklärvideos aus dem Internet, die historische Themen behandeln, fachdidaktisch bewertet werden können und wie sie in der schulischen Praxis als Medium für den Geschichtsunterricht eingesetzt werden können.
Die Untersuchung konzentriert sich auf eine vergleichende Analyse der YouTube-Kanäle „MrWissen2go Geschichte“ und „Simple History“ anhand der Thematik des Lebens im mittelalterlichen Dorf.
Das Ziel ist es, die fachliche Qualität und die didaktische Eignung der ausgewählten Videos zu hinterfragen, um aufzuzeigen, wie sie trotz inhaltlicher Verkürzungen sinnvoll mit ergänzendem Material im Unterricht genutzt werden können.
Der Autor führt eine vergleichende sachanalytische und geschichtsdidaktische Untersuchung durch, die das inhaltliche Konzept der Videos mit fachwissenschaftlicher Literatur abgleicht und auf didaktische Qualitätskriterien prüft.
Der Hauptteil befasst sich mit dem inhaltlichen Aufbau und der Machart der Videos, einer fachlichen Sachanalyse, einer geschichtsdidaktischen Bewertung unter Einbezug des Geschichtsbewusstseins und der konkreten Einbettung in ein Unterrichtsvorhaben.
Sie bietet neben einer kritischen Reflexion über die Qualität und die Gefahren (wie mangelnde Quellenarbeit) von Erklärvideos auch einen praktischen Leitfaden für die Unterrichtsgestaltung, inklusive Arbeitsblättern und methodischer Hinweise.
Obwohl auch dieses Video Schwächen hat, bietet es eine transparentere Quellenbasis in der Videobeschreibung und zeigt den historischen Wandel (z. B. durch Auswirkungen der Pest) differenzierter auf als das deutschsprachige Pendent.
Der Autor betont, dass Erklärvideos nie ein Ersatz für den Geschichtsunterricht sein können, sondern dass eine Einbindung stets eine Vor- und Nachbereitung sowie eine kritische Dekonstruktion durch die Lehrkräfte und Schüler erfordert.
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