Magisterarbeit, 2004
98 Seiten, Note: 1,0
I. Einleitung
1. Thema und Fragestellung
2. Forschungsdiskussion
II. Moderne Literatur und Literatur der Moderne
1. Geschichte der Modernität
2. Die selbsternannte Moderne und ihre Paradigmen
3. Die Epoche der Moderne: Definitionen der Literaturwissenschaft
4. Literarische Moderne und gesellschaftliche Modernisierung
III. Stefan Georges Poetologie und Gesellschaftsbild im zeitgenössischen Kontext
1. Die „Blätter für die Kunst“
2. Auseinandersetzung mit dem Naturalismus
3. Die Kunsttheorie der „Blätter für die Kunst“
4. Einflüsse des französischen Ästhetizismus’
5. Nietzsche-Rezeption
6. Begriffsbestimmung: ‚Décadence’, Symbolismus, Ästhetizismus
IV. Der „Algabal“-Zyklus
1. Grundlegendes: Stoff und Struktur
a) Algabal – Heliogabal – Elagabal: Historischer Kern und Stoffgeschichte
b) Bauprinzip und Strukturmerkmale
2. Der Ästhetizismus des „Unterreiches“
a) Elemente einer Gegenwelt
b) Krisenmoment I: Macht und verlorene Unschuld
c) Krisenmoment II: Natur und Künstlichkeit
3. Die Wirklichkeit der „Tage“
a) Situierung der Handlung
b) Ritualisierte Zeit
c) Ritualisierter Raum
d) Versuche der Krisenbewältigung
e) Der Tod als ästhetisches Ereignis
f) Rettung durch Deutung
g) Die Ästhetik der Amoral als Leitprinzip der „Tage“
4. Die Selbsterfahrung der „Andenken“
a) Anatomie der Schuld
b) Sinnkrise
5. Der „Algabal“-Zyklus als Ästhetizismus-Diskurs
V. Wie modern ist die ästhetische Moderne?
1. Stefan George als Vertreter der ästhetischen Moderne
2. Stefan George und der ästhetische Fundamentalismus
VI. Fazit
Die Arbeit untersucht Stefan Georges Gedichtzyklus „Algabal“ im Spannungsfeld von Moderne und Antimoderne. Ziel ist es, die spezifische Ästhetik des Werkes durch eine systematische Textanalyse zu erschließen und die Rolle Georges als Vertreter der ästhetischen Moderne unter Berücksichtigung kulturhistorischer sowie soziologischer Modernisierungsaspekte kritisch zu hinterfragen.
3. Die Wirklichkeit der „Tage“
Das „Unterreich“, so lässt sich wiederholen, ist eine Versuchsanordnung zu dem Zweck, der Natur eine ideale Kunstwelt entgegenzusetzen. Dieser Versuch wird unter hermetischen Umständen unternommen, alles Soziale und Gesellschaftliche ist erfolgreich ausgeschlossen. Dennoch trägt dieser Versuch von Beginn an den Nukleus des Scheiterns in sich. Er ist nicht von außen induziert, sondern strukturimmanent. Zwei Krisendiskurse entfalten sich dabei. Zum einen scheint die Macht der Schöpfungskraft nicht mit dem Ideal der unbefleckten Unschuld vereinbar zu sein. Moralische Vergehen des Kaisers müssen vorgefallen sein, von denen jedoch noch nichts berichtet wird. Zum anderen wird das Projekt der artifiziellen Gegenwelt an sich in Frage gestellt, denn der paradoxe Wunsch nach einer sich fortpflanzenden Künstlichkeit scheint nicht erfüllbar.
I. Einleitung: Einführung in das Thema, die Fragestellung sowie eine Übersicht der aktuellen Forschungsdiskussion.
II. Moderne Literatur und Literatur der Moderne: Begriffsgeschichtliche und literaturwissenschaftliche Herleitung des Modernebegriffs.
III. Stefan Georges Poetologie und Gesellschaftsbild im zeitgenössischen Kontext: Analyse von Georges „Blätter für die Kunst“ und seiner Einordnung in den Ästhetizismus.
IV. Der „Algabal“-Zyklus: Detaillierte systematische Textanalyse des Zyklus hinsichtlich Struktur, Ästhetik und inhaltlicher Krisen.
V. Wie modern ist die ästhetische Moderne?: Kritische Reflexion der Modernität von Stefan George unter Berücksichtigung gesellschaftsgeschichtlicher Faktoren.
VI. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse zur Modernität und Antimodernität im Werk Georges.
Stefan George, Algabal, Ästhetizismus, Moderne, Antimoderne, Symbolismus, Décadence, Kunstautonomie, Lyrik, Zivilisationskritik, ästhetischer Fundamentalismus, Literatursoziologie, Kaiser Heliogabal, hermetische Dichtung.
Die Arbeit analysiert Stefan Georges Gedichtzyklus „Algabal“ als zentrales Werk im Kontext der deutschen ästhetischen Moderne.
Schwerpunkte sind die Poetologie Georges, das Verhältnis von Kunst und Gesellschaft sowie die Einordnung seiner Lyrik in europäische ästhetizistische Strömungen.
Es wird erforscht, wie George in seinem Zyklus mit den Spannungsfeldern zwischen Kunstautonomie und dem gesellschaftlichen Anspruch der Moderne umgeht.
Der Autor nutzt eine systematische Textanalyse in Verbindung mit literatursoziologischen Ansätzen, um das Werk historisch und poetologisch zu verorten.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Zeitschriften-Poetologie der „Blätter für die Kunst“ und die tiefgehende Untersuchung des dreiteiligen Aufbau des „Algabal“-Zyklus.
Besonders prägend sind die Begriffe Ästhetizismus, Symbolismus und der von Stefan Breuer eingeführte Begriff des ästhetischen Fundamentalismus.
Die Figur dient als Kristallisationspunkt für ästhetische und moralische Krisen und ermöglicht George die Konstruktion einer artifiziellen Gegenwelt.
Weil das Gedicht die zuvor etablierten Symbole und Motive des gesamten Zyklus aufgreift und in eine pessimistische Bilanz über die Möglichkeit dichterischer Idealität überführt.
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