Magisterarbeit, 2009
86 Seiten, Note: 1
1 Einleitung
2 Zeitkritik in den „Songs of Innocence and of Experience”
2.1 Form & Funktion
2.1.1 Lieder & Zeitkritik
2.1.2 (Doppelte) Adressiertheit?
2.1.3 Zeitkritik vs. ‚Illuminated Books’
2.1.4 „An Artist and Nothing Else“? Blake & die Waffen des Künstlers
2.1.5 Blakes Kindersoldaten
2.2 „A Poet’s Interpretation of His Own Time“: Blakes Kritik am London & England des 18. Jahrhunderts
2.2.1 Blakes Angriffsziele
2.2.2 Kindheit im England des 18. Jahrhunderts
2.2.2.1 Kinderarbeit am Beispiel der ‚Climbing Boys’: „The Chimney Sweeper” (SI) & „The Chimney Sweeper” (SE)
2.2.2.2 Das Elend der ‚Charity Children’: „Holy Thursday” (SI) & „Holy Thursday” (SE)
2.2.3 Die Situation der Schwarzen: „The Little Black Boy“
2.2.4 Ein Panorama großstädtischen Elends: „London“
2.2.5 „Blood down palace walls“: Kritik an Monarchie & Politik
2.2.6 „Dear Mother, the Church is cold“: Kritik an der Kirche
2.2.6.1 Der Einfluss der Bibel auf die „Songs“
2.2.6.2 Kirche als Kollaborateur: The „Chimney Sweeper” (SE) & „London“
2.2.6.3 Sinnenfeindlichkeit & Kontrollzwang: „The Garden of Love“
2.2.6.4 Kirche & Kälte: „The Little Vagabond”
2.2.6.5 Ein Opfer der Aufklärung: „A Little Boy Lost”
2.2.6.6 Der Gott der „Songs of Innocence”: „On Anothers Sorrow”
2.2.7 Kritik am Bildungs-‚system’: „The School-Boy“
2.3 ‚Blaketopia’
2.3.1 Leben im Einklang mit der Natur: „The Fly”
2.3.2 Natur mit Vorbildfunktion: „The Shepherd”
2.3.3 Treffen der Generationen & glückliche Kindheit: „The Ecchoing Green”
3 Schluss
Die vorliegende Arbeit untersucht die zeitkritischen Aspekte in William Blakes „Songs of Innocence and of Experience“. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie Blake soziale Missstände des ausgehenden 18. Jahrhunderts in England, wie Kinderarbeit, kirchliche Unterdrückung und staatliche Willkür, in seiner Lyrik verarbeitet und ob er darin konkrete Lösungsansätze für die Gesellschaft formuliert.
2.2.2.1 Kinderarbeit am Beispiel der ‚Climbing Boys’: „The Chimney Sweeper” (SI) & „The Chimney Sweeper” (SE)
Mit dem Schornsteinfegerlehrling hat Blake das extremste Beispiel für Kinderarbeit, das das 18. Jahrhundert hergab, gewählt. Er hält sich nicht mit den weniger schlimmen Fällen auf, sondern wählt denjenigen, mit dem er seinen Leser am meisten schockieren und dadurch wachrütteln kann. Hinzu kommt, dass es sich bei den Leiden dieser Kinder um die Zeit der Abfassung der „Songs“ herum um ein hochaktuelles Thema handelte: „His [Hanways] work was taken up by David Porter, a master-chimney-sweeper …. Porter, supported by ‘a committee of gentlemen’ petitioned Parliament in 1788 for an Act for the protection of apprentices.“ Die Koinzidenz der Kampagne für die Verbesserung der Lebensumstände der ‚climbing boys’ und der Enstehung des ersten „Chimney-Sweeper“-Gedichtes kann wohl kaum als Zufall abgetan werden, sondern muss als Indiz dafür gesehen werden, dass Blake sich sehr nah am Puls der Zeit bewegte.
Dorothy George schildert in „London Life in the Eighteenth Century“ die Lebensumstände dieser Kinder und die ersten Schritte, die in Richtung ihrer Erleichterung unternommen wurden:
There was one particularly forlorn set of children – the little climbing boys or chimney-sweepers. The beginning of a movement for their protection seems to have been a letter to the Public Advertiser in 1760 (probably by Hanway) addressed to the magistrates of London and Westminster, urging them to instruct the ‘proper offices’ to summon the master of any boy found ‘without covering for his nakedness’. […] In 1767 when Hanway was protesting against the apprenticing of very young children by the parishes his attention naturally turned to the climbing boys:
“Among those who have placed out children so young as seven years of age, there are several parishes who apprentice them to chimney-sweepers. Chimney-sweepers ought to breed their own children to the business, then perhaps they will wash, clothe and feed them. As it is, they do neither, and these poor black urchins have no protectors and are treated worse than a humane person would treat a dog. … They often beg in the streets, and seem to be much more real need than common beggars.”
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Blake-Kritik ein und erläutert die Absicht, die konkreten Zeitbezüge der „Songs“ als Mittel der Sozialkritik zu untersuchen.
2 Zeitkritik in den „Songs of Innocence and of Experience”: Dieses Kapitel analysiert formale Aspekte und Blakes Rolle als zeitkritischer Dichter, der sich mit den drängenden sozialen Problemen Englands auseinandersetzt.
2.1 Form & Funktion: Untersucht werden die Gattung des Liedes, die Adressiertheit sowie Blakes Selbstverständnis als Künstler, der die Imagination als Waffe gegen soziale Missstände einsetzt.
2.2 „A Poet’s Interpretation of His Own Time“: Blakes Kritik am London & England des 18. Jahrhunderts: Dieses Hauptkapitel beleuchtet die gezielte Kritik an Institutionen wie der Kinderarbeit, der Kirche und dem Staat in der zeitgenössischen Gesellschaft.
2.3 ‚Blaketopia’: Abschließend wird Blakes Vision einer idyllischen Gegenwelt präsentiert, die als Ideal und notwendige Alternative zur harten Realität dient.
3 Schluss: Hier wird resümiert, dass Blakes „Songs“ keineswegs ein bloßes Beruhigungsmittel sind, sondern durch ihre aufrüttelnde Zeitkritik eine eindringliche Aufforderung zur Veränderung darstellen.
4 Bibliographie: Listet die verwendeten Quellen und Forschungsliteratur auf.
William Blake, Songs of Innocence, Songs of Experience, Zeitkritik, Kinderarbeit, Soziale Gerechtigkeit, Imagination, Englische Literatur des 18. Jahrhunderts, Kirchenkritik, Armenhaus, Reformen, Politischer Protest, Kindheit, Romantik, Industrielle Revolution
Die Arbeit analysiert die „Songs of Innocence and of Experience“ von William Blake unter dem Aspekt der Zeitkritik und zeigt auf, wie der Autor soziale und politische Missstände seiner Epoche in lyrischer Form verarbeitet.
Die zentralen Themen sind der Schutz und die Ausbeutung von Kindern (Kinderarbeit), die Rolle von Kirche und Staat als Unterdrücker, sowie die Möglichkeiten der Literatur, durch Vorstellungskraft und Visionen soziale Veränderungen anzustoßen.
Das Ziel ist es, den Nachweis zu erbringen, dass Blake kein „utopischer Träumer“ war, sondern die Lebenswirklichkeit der einfachen Bevölkerung Londons sehr genau beobachtete und durch seine Gedichte eine radikale Kritik an den gesellschaftlichen Machtverhältnissen übte.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die die Gedichte in den historischen Kontext der Epoche einbettet und durch den Vergleich mit zeitgenössischen Quellen und Forschungsliteratur interpretiert.
Der Hauptteil gliedert sich in formale Aspekte, die detaillierte Untersuchung konkreter sozialer Probleme (Kinderarbeit, Sklaverei, Armut) sowie eine fundierte Analyse der Kirchenkritik und der politischen Struktur Englands.
Wichtige Begriffe sind Zeitkritik, Kinderarbeit, soziale Missstände, Imagination, politischer Protest und die kritische Auseinandersetzung mit der organisierten Religion.
Die Arbeit zeigt auf, dass Blake die Kirche scharf kritisiert, da sie ihrer moralischen Verantwortung für die Schutzlosen (besonders Kinder) nicht nachkommt, sondern stattdessen durch Furcht und Repression die bestehende Ordnung stützt.
Kindheit dient bei Blake einerseits als schutzbedürftiges Ideal und andererseits als moralisches Korrektiv; die Kinder in den „Songs“ fungieren oft als „prophetische“ Kritiker, die die Scheinheiligkeit der Erwachsenenwelt entlarven.
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