Bachelorarbeit, 2017
76 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Erkenntnisinteresse der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Organisationstheoretische Grundlagen
2.1 Das Prinzip gemeinschaftlicher Arbeitsteilung: Zur Differenzierung von Organisationen und Gesellschaft
2.2 Die allgemeine Differenzierung der Organisationsbegriffe
2.2.1 Der instrumentelle Organisationsbegriff
2.2.2 Der institutionelle Organisationsbegriff
2.2.3 Organisation als Tätigkeitsbegriff: Das Organisieren
2.3 Zusammenfassung
3 Die Organisationspädagogik als erziehungswissenschaftliche Teildisziplin
3.1 Die Organisationspädagogik als Forschungsdisziplin
3.2 Die pädagogische Sichtweise auf Organisation
4 Der organisationspädagogische Blick auf Struktur und Individuum
4.1 Struktur
4.1.1 Die Bildung und Funktion von Strukturen aus Sicht der Organisationssoziologie
4.1.2 Die Regelung der Mitgliedschaft aus der Sicht der Organisationssoziologie
4.1.3 Der Strukturbegriff aus organisationspädagogischer Sicht
4.2 Individuum
4.2.1 Das Individuum aus der Sicht der Lernpsychologie
4.2.2 Das Individuum aus organisationspädagogischer Sicht
5 Das Spannungsverhältnis zwischen Struktur und Individuum
5.1 Schnittstelle
5.2 Wechselwirkung
5.3 Widerspruch
6 Fazit
Die Bachelor-Thesis untersucht das komplexe Spannungsverhältnis zwischen organisationalen Strukturen und dem handelnden Individuum aus einer spezifisch organisationspädagogischen Perspektive, um zu analysieren, wie die Disziplin diese Dualität thematisiert und in pädagogischen Kontexten handhabbar macht.
1.1 Erkenntnisinteresse der Arbeit
Spätestens mit der Wahrnehmung sich drastisch verändernder gesellschaftlicher Verhältnisse rückt, zusammenhängend das Erforschen von Organisationen in den Vordergrund des Erkenntnisinteresses vieler Wissenschaftsdisziplinen (vgl. Kuper 2010, S. 5; Tacke 2004, S. 19). Eine reflexive Auseinandersetzung mit dem Aspekt Organisation, wird im erziehungswissenschaftlichen Diskurs jedoch lange Zeit ausgeklammert (vgl. Böttcher/Terhart 2004, S. 7). Organisation wird als eine „Bedrohung“ (Engel/Sausele-Bayer 2014, S. 10) in der Ausübung pädagogischer Praxis angesehen, also als eine Barriere in der unmittelbaren pädagogischen Arbeit mit der Klientel (vgl. Böttcher/Terhart 2004, S. 7). Hingegen ist zur Verwirklichung pädagogischer Praxis organisatorisches Handeln eine notwendige Prämisse (z. B. das Organisieren von geeigneten Lernorten oder Lernmedien (vgl. ebd.; Strikker/Timmermann 152).
Aufgrund von Hilflosigkeit und/oder Aussichtslosigkeit im Umgang mit neuen Heraus- und Handlungsanforderungen der sich fortwährend wandelnden Gesellschaften, sowie Individuen in deren „Subjektwerdung“ (Bernhard 2011, S. 83) grundlegend lernbegleitend zu unterstützen, sind gegenwärtig nicht zuletzt „alle Lebensalter (…) lernbedürftig“ (Giesecke 2013, S. 15) und somit auf professionelle ‚Lernhilfe‘ (ebd., S. 16) zu deren Überwindung angewiesen (vgl. Bremer 2007, S. 28f.; Giesecke 2013, S. 15f.). Um dementsprechend die Lernhilfe für eine in sich heterogene und individuelle Gruppe an Menschen zu weiterhin zu ermöglichen, sind Pädagog*innen auf das Prinzip der gemeinschaftlichen „Arbeitsteilung“ (ebd., S. 23), für die Gewährleistung professioneller Lernhilfe, angewiesen.
Mit dem Wissen, dass Lernen eine alltägliche Dimension des Menschen darstellt, muss sie sich hinzukommend eingestehen, dass es scheinbar neben pädagogischen Einrichtungen, weitere Lernorte – ausgenommen informeller Lern- und Erfahrungsräume – gibt, die „eine pädagogische Wirkung“ (Geißler 2000, S. 1) auf ihre Adressaten ausstrahlen wie bspw. der Arbeitsplatz eines Menschen (vgl. ebd.). Dadurch, dass Organisationen mittlerweile zu einem festen sowie selbstverständlichen Bestandteil des menschlichen Lebensalltags gehören (vgl. Feld/Meisel 2009, S. 37), ist es dem Individuum oftmals nicht bewusst, dass viele seiner angestrebten Ziele im Leben über Organisationen beeinflusst werden (vgl. ebd.) (z. B. das Anstreben von höheren Bildungsabschlüssen über Bildungsorganisationen).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Organisationsforschung innerhalb der Erziehungswissenschaft ein und definiert das Erkenntnisinteresse sowie den Aufbau der Arbeit.
2 Organisationstheoretische Grundlagen: Das Kapitel erörtert die Voraussetzungen für die Entstehung von Organisationen, ihre Abgrenzung zu Gesellschaftssystemen und systematisiert verschiedene Organisationsbegriffe wie den instrumentellen, institutionellen und tätigkeitsorientierten Ansatz.
3 Die Organisationspädagogik als erziehungswissenschaftliche Teildisziplin: Hier wird die Etablierung der jungen Teildisziplin Organisationspädagogik reflektiert, wobei insbesondere der pädagogische Blick auf Organisationen als Lernräume und Akteure im Mittelpunkt steht.
4 Der organisationspädagogische Blick auf Struktur und Individuum: Dieses Kapitel analysiert isoliert die Begriffe Struktur und Individuum, erstere organisationssoziologisch und letzteres lernpsychologisch, um sie im organisationspädagogischen Kontext zu vergleichen.
5 Das Spannungsverhältnis zwischen Struktur und Individuum: Das Kernkapitel untersucht die Dynamik zwischen den beiden Polen mittels der drei Teilaspekte Schnittstellen, Wechselwirkungen und Widersprüche anhand konkreter Beispiele aus der pädagogischen Praxis.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, beantwortet die Forschungsfrage und gibt einen Ausblick auf die weitere Entwicklung der Disziplin im Umgang mit der Komplexität von Organisationen.
Organisationspädagogik, Sozialgebilde, Arbeitsteilung, Struktur, Individuum, organisationales Lernen, Lernhilfe, Subjektwerdung, pädagogische Praxis, Organisationsentwicklung, Systemtheorie, Praxismuster, Interaktion, Handlungsanforderungen, Personalentwicklung.
Die Arbeit analysiert die Rolle von Organisationen als Lern- und Lebensräume aus einer erziehungswissenschaftlichen Perspektive, mit einem Fokus auf das Spannungsgefüge zwischen starren Strukturen und individueller Freiheit.
Zentrale Themen sind die organisationstheoretischen Grundlagen, die Entstehung der Organisationspädagogik, die Rolle von Strukturen (Regeln, Hierarchien) sowie die Analyse des Individuums als lernendes und handelndes Subjekt innerhalb dieser Systeme.
Die Arbeit fragt danach, wie die Organisationspädagogik das Spannungsverhältnis zwischen Struktur und Individuum theoretisch thematisiert und in der Praxis handhabt.
Die Arbeit erfolgt als theoretische Analysereflexion, die soziologische Erkenntnisse mit lernpsychologischen Modellen kombiniert, um den besonderen Status der Organisationspädagogik innerhalb der Erziehungswissenschaft herauszuarbeiten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Begriffe Struktur und Individuum sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Schnittstellenproblematik, den Wechselwirkungen und den inhärenten Widersprüchen in Organisationen.
Neben dem zentralen Begriff der Organisationspädagogik sind das "organisationale Lernen", die "Praxismuster" sowie die Differenzierung zwischen formalen Strukturen und dem menschlichen Miteinander prägend.
Da die Organisationspädagogik in ihrer Entwicklung stark auf soziologische Konzepte zurückgreift, dient diese Analyse dazu, die nötige Basis für den spezifisch pädagogischen Blickwinkel zu schaffen.
Praxismuster stellen wiederkehrende Handlungs- und Kommunikationsstrukturen dar, die Sicherheit und Identität stiften, aber auch den Lernprozess und eine notwendige Weiterentwicklung blockieren können.
Die Autorin betont, dass trotz der steuernden Wirkung formaler Strukturen das Individuum als lernendes und intendiert handelndes Subjekt nicht ignoriert werden kann, da Organisationen letztlich auf diesem kollektiven Handeln basieren.
Das Ziel ist nicht rein ökonomische Effizienz, sondern eine ethisch reflektierte Begleitung der Organisation unter Einbezug der individuellen Lernbedarfe ihrer Mitglieder.
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