Bachelorarbeit, 2008
40 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 „Don´t drink too much – stay gold!”
1.2 Ziel und Aufbau der Arbeit
2 Begriffe und Anwendungsbereiche von Angst in der Werbung
2.1 Angst und Furcht
2.2 Anwendung von Angstappellen in der Werbung
2.2.1 Was versteht man unter Angstappelle?
2.2.2 Weshalb wird die Angst in der Werbung eingesetzt?
2.2.3 Wie häufig werden Angstappelle in der Werbung eingesetzt?
2.2.4 Wo werden Angstappelle eingesetzt?
2.2.5 Wie werden die Angstappelle gestaltet?
3 Modelle der Angstappelle von 1953 bis heute
3.1 Das Modell der „Drive Theories“
3.2 Das Parallel Response-Modell
3.3 Das SEU-Modell
3.4 Extended Parallel Process-Modell
3.5 Fazit
4 Wirksamkeit von Angstappellen
4.1 Einflussfaktoren auf die Wirksamkeit von Angstappellen
4.1.1 Die Intensität des Angstappells – je mehr, desto besser?
4.1.1.1 Kein Zusammenhang
4.1.1.2 Negativer Zusammenhang
4.1.1.3 Positiver Zusammenhang
4.1.1.4 Verknüpfung der gegensätzlichen Ergebnisse
4.1.1.5 Fazit
4.1.2 Situation und persönliche Disposition
4.1.3 Persönliches Involvement der Botschaft
4.2 Langzeitwirkung von Angstappellen
5 Kritik an Werbung mit Angstappellen
5.1 Unethisch und nicht moralisch
5.2 Angstwerbung erzeugt unnötige Angst
5.3 Zweifel an der Glaubwürdigkeit
6 Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den Einsatz und die Wirkung von Angstappellen in der Werbung. Das primäre Ziel ist es, dem Leser einen fundierten theoretischen Überblick über verschiedene Erklärungsmodelle zu geben und kritisch zu hinterfragen, unter welchen Bedingungen Angstwerbung effektiv ist oder kontraproduktive Abwehrmechanismen beim Rezipienten auslöst.
4.1.1.2 Negativer Zusammenhang
Mit der als „klassisch“ bezeichneten Untersuchung von Janis und Feshbach aus dem Jahre 1953 bekam die Angstappellforschung ihren ausschlaggebenden Anstoß. Dieses Experiment beweist die negative Beziehung zwischen Angsthöhe und einer Einstellungsbeeinflussung, d. h. je höher die erzeugte Angst ist, desto weniger erreicht man eine Änderung der Einstellung oder des Verhaltens.
Bei dieser Studie wurde geprüft, inwieweit eine Angst erzeugende Werbung Einstellungen von Personen verändern kann und darüber hinaus, ob verschiedene Intensitäten von Angstreizen unterschiedliche Einflüsse auf die Versuchspersonen ausüben. Diesem Experiment liegt dabei die Annahme zugrunde, dass Angstappelle, die anfangs im Empfänger eine bestimmte emotionale Spannung hervorrufen, durch die im anschließenden Teil der beruhigenden Empfehlungen kompensiert werden können. Bei den Versuchspersonen handelte es sich um 200 High-School-Schüler aus den USA, die mit dem Thema Zahnhygiene in unterschiedlichen Intensitätsgraden von Angsterregung konfrontiert wurden.
1 Einleitung: Einführung in die Problematik mittels einer aktuellen Anti-Alkoholkampagne und Darstellung des Zieles der Arbeit.
2 Begriffe und Anwendungsbereiche von Angst in der Werbung: Definition der zentralen Begriffe Angst und Furcht sowie Untersuchung, in welchen Branchen diese Appelle eingesetzt werden.
3 Modelle der Angstappelle von 1953 bis heute: Detaillierte Betrachtung theoretischer Erklärungsansätze von den frühen Drive Theories bis zum modernen Extended Parallel Process-Modell.
4 Wirksamkeit von Angstappellen: Analyse der entscheidenden Einflussfaktoren auf die Wirkung von Angstappellen, wie Intensität, persönliche Disposition und Involvement.
5 Kritik an Werbung mit Angstappellen: Auseinandersetzung mit ethischen Bedenken, moralischen Zweifeln und Fragen der Glaubwürdigkeit bei angstinduzierter Werbung.
6 Fazit: Zusammenfassende Bewertung und Ausblick auf die Erfolgsaussichten von Angstkampagnen unter Berücksichtigung der theoretischen Erkenntnisse.
Angstappelle, Furchtappelle, Werbung, Konsumentenpsychologie, Werbewirksamkeit, Involvement, Einstellungsänderung, Verhaltensänderung, Drive Theories, Parallel Response-Modell, Extended Parallel Process-Modell, Angst, Prävention, Ethik, Bedrohung
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung und Wirksamkeit von Angstappellen in der modernen Werbung und den damit verbundenen psychologischen Wirkungsmechanismen beim Konsumenten.
Die zentralen Felder sind die theoretische Fundierung durch Angstmodelle, die Analyse von Wirkungsfaktoren wie Intensität und Involvement sowie die ethische Einordnung von Angstwerbung.
Das Ziel ist ein umfassender Überblick über die theoretischen Grundlagen zu Angstappellen, deren Wirkungsweisen sowie eine kritische Hinterfragung der Erfolgsaussichten und ethischen Zulässigkeit.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die verschiedene empirische Studien und klassische sowie moderne psychologische Theoriemodelle (z.B. Janis/Feshbach, Witte) zusammenträgt und vergleicht.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Modelle, die Untersuchung der Einflussfaktoren auf die Wirksamkeit (Intensität, Involvement, Disposition) und eine kritische Diskussion.
Angstappelle, Werbewirkung, Konsumentenverhalten, Bedrohung, Involvement und psychologische Reaktionen.
Die Arbeit greift auf psychologische Unterscheidungen zurück, bei denen Angst als unklares, nicht abgrenzbares Gefühl bei einer Bedrohung des Selbst definiert wird, während Furcht eine Reaktion auf eine eindeutig bestimmbare Gefahr darstellt.
Zu starke Angst kann dazu führen, dass Rezipienten Abwehrmechanismen wie Leugnung, Ablehnung oder blinden Widerstand aufbauen, anstatt die beworbene Lösung anzunehmen.
Das Involvement beschreibt, wie wichtig ein Thema für den Rezipienten ist. Hoch involvierte Personen reagieren bei entsprechenden Themen eher auf Angstappelle, während diese bei gering involvierten Personen oft wirkungslos bleiben.
Die Literatur legt nahe, dass Angstappelle mittlerer Intensität oft die größte Überzeugungskraft besitzen, da sie genug Aufmerksamkeit erregen, ohne die erwähnten kontraproduktiven Abwehrreaktionen auszulösen.
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