Examensarbeit, 2009
89 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Märchen
2.1. Geschichte der Märchen
2.2. Die Gebrüder Grimm
2.3. Andere Märchensammler
2.4. Funktion und Merkmale der Volksmärchen
2.4.1. Themen und Motive
2.4.2. Ablauf und stilistische Mittel
2.4.2.1. Personen und Dinge
2.4.2.2. Sprachliche Mittel
2.4.2.3. Bilder und Symbole
2.5. Abgrenzung gegen benachbarte Gattungen
2.6. Märchenforschung
3. Märchentheorien
3.1. Literaturwissenschaftliche Theorien
3.1.1. Märchen als einfache Formen nach André Jolles
3.1.2. Stilanalyse der Märchen nach Max Lüthi
3.1.3. Strukturanalyse nach Vladimir Propp
3.2. Volkskundliche Theorien
3.2.1. Ursprungs- und Erweiterungstheorie nach Antti Aarne
3.2.2. Analyse und Interpretation von Märcheninhalten nach Lutz Röhrich
3.3. Psychologische Theorien
3.3.1. Tiefenpsychologische Märchenanalyse nach Carl Gustav Jung
3.3.2. Entwicklungspsychologische Analyse nach Bruno Bettelheim
3.4. Ausblick zu den Theorien
4. Umsetzung der Märchen im Deutschunterricht
4.1. Ursprüngliche Ziele und Funktionen
4.2. Heutige Ziele und Funktionen der Märchen
4.3. Kindliche Rezeption – Wirkung der Märchen auf Kinder
4.4. Märchen als Unterrichtsgegenstand
4.5. Wie können Märchen im Unterricht wirken?
4.5.1. Lesen und Schreiben
4.5.2. Sprechen und Zuhören
4.6. Konsequenzen der unterschiedlichen Theorien für den Unterricht
4.7. Entwurf einer Unterrichtseinheit
5. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht wissenschaftliche Märchentheorien aus verschiedenen Disziplinen wie Literaturwissenschaft, Psychologie und Volkskunde und analysiert deren praktische Anwendungsmöglichkeiten im Deutschunterricht der Mittelschule, um die pädagogische Funktion und Bedeutung von Märchen für die kindliche Entwicklung und Leseförderung zu beleuchten.
2.4.2.2. Sprachliche Mittel
Bereits Anfang und Ende des Märchens sind formelhaft gestaltet. Am häufigsten findet man das bekannte „Es war einmal…“ als Einleitung. Hingegen beginnt das erste Märchen der Brüder Grimm mit dem Satz „In den alten Zeiten, wo das Wünschen noch geholfen hat…“, dieser wurde nur noch einmal wiederholt. Es gibt aber auch eine umständliche Beteuerung, dass die Geschichte der Wahrheit entspricht, indem gesagt wird: „Es war einmal, was einmal war. Wäre es nicht gewesen, würde es nicht erzählt“. Viele Texte setzen aber auch mit der unmittelbaren Handlung ein, wie in „Der junge Riese“ („Ein Bauersmann hatte einen Sohn…“) oder in „Des Teufels rußiger Bruder“ („Ein abgedankter Soldat hatte nichts zu leben…“). Ebenso formelhaft enden auch viele Märchen. Das berühmte „Und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch heute“, findet sich allerdings nur einmal in den Aufzeichnungen der Brüder Grimm in „Fundevogel“.
Häufig werden die Schlusssätze „Sie lebten vergnügt bis an ihr Ende“ (z.B. „Dornröschen“) und „… lebten lange Jahre in Glück und Frieden“ („Die sechs Schwäne“, u.a.) verwendet. In der Grimmschen Sammlung meldet sich teilweise der Erzähler am Schluss zu Wort, indem er unter anderem sagt: „Ich wollte, du und ich, wir wären auch dabei gewesen“. Damit wird der Zuhörer unmittelbar angesprochen und in das glückliche Ende einbezogen. Formelhaft wirken auch die unterschiedlichen Reime, die in die Erzählungen eingebaut wurden. So zum Beispiel Aschenputtels Spruch „Bäumchen, rüttel dich und schüttel dich, wirf Gold und Silber über mich“ und die Worte der Gänsemagd „Weh, weh, Windchen, nimm Kürdchen sein Hütchen“. Dies scheint die Art zu sein, in der überirdische Mächte sprechen. Von diesen Versen abgesehen, sind Märchen größtenteils in Prosa erzählt.
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt das Ziel der Arbeit, die Märchentheorien aus verschiedenen Disziplinen mit der didaktischen Umsetzung im Schulunterricht zu verknüpfen.
2. Märchen: Dieses Kapitel erläutert etymologische Wurzeln, die historische Entwicklung sowie die Bedeutung von Märchensammlern wie den Brüdern Grimm.
3. Märchentheorien: Hier werden zentrale literaturwissenschaftliche, volkskundliche und psychologische Ansätze vorgestellt, die das Märchen und seine Strukturen analysieren.
4. Umsetzung der Märchen im Deutschunterricht: Dieses Kapitel behandelt die didaktischen Ziele, die Rolle der Märchen als Unterrichtsgegenstand und entwirft ein konkretes Beispiel für den Unterricht in der 5. Klasse.
5. Schlussbetrachtung: Die Arbeit resümiert, dass Märchen trotz wissenschaftlicher Debatten über ihre Deutung einen unverzichtbaren und wertvollen Platz im Deutschunterricht einnehmen.
Märchen, Volksmärchen, Märchenforschung, Gebrüder Grimm, Literaturwissenschaft, Psychoanalyse, Entwicklungspsychologie, Märchendidaktik, Unterrichtsentwurf, Märchenstrukturen, Symbolik, Rezeption, Leseförderung, Volkskunde, Märchenmotive.
Die Arbeit untersucht Märchentheorien aus Literaturwissenschaft, Volkskunde und Psychologie und analysiert deren Bedeutung für den Deutschunterricht der Mittelschule.
Thematisiert werden die Geschichte des Märchens, wissenschaftliche Analysemodelle, die Rolle der Märchensammler und die didaktische Einbettung in den Schulunterricht.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche wissenschaftliche Sichtweisen auf das Märchen die pädagogische Arbeit unterstützen und die Leseförderung sowie Charakterbildung fördern können.
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse existierender Fachliteratur und vergleicht theoretische Ansätze (z.B. nach Lüthi, Propp, Jung, Bettelheim) mit praktischen Anforderungen des Deutschunterrichts.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Betrachtung verschiedener Märchentheorien und die anschließende Untersuchung, wie Märchen in der 5. Klasse einer Mittelschule methodisch umgesetzt werden können.
Wesentliche Begriffe sind Märchenstrukturen, Volksmärchen, psychologische Märchendeutung, didaktische Funktion und literarisches Lernen.
Die Brüder Grimm gelten als Begründer der modernen Märchenforschung, deren Sammlung maßgeblich dazu beitrug, Märchen buchfähig zu machen und als Erziehungslektüre zu etablieren.
Die Arbeit enthält einen konkreten Entwurf für eine Unterrichtseinheit zum Thema "Märchen selbst schreiben", inklusive Grob- und Feinziele sowie einer detaillierten Stundenplanung.
Propp konzentriert sich nicht auf Inhalte, sondern auf die Identifikation von 31 konstanten Funktionen in der Handlung von Zaubermärchen, um eine universelle Struktur des Märchens zu belegen.
Märchen bieten laut Arbeit einen zeitlosen Raum für die Auseinandersetzung mit menschlichen Grundkonflikten, unterstützen die Identitätsbildung und helfen bei der Bewältigung emotionaler Spannungen durch den spielerischen Umgang mit Phantasie.
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