Examensarbeit, 2009
158 Seiten, Note: 1,3
I Einleitung
II Hauptteil
1 Theoretische Grundlagen
1.1 Kooperation: Begriffserklärung
1.2 Einordnung kooperativen Lernens
1.2.1 Begriffliche Erläuterungen
1.2.2 Kooperatives Lernen als sozial aktivierende Methode
1.2.3 Basiselemente kooperativen Lernens
1.2.4 Perspektiven kooperativen Lernens
1.2.5 Kooperative Lernmethoden
1.2.6 Kooperatives Lernen im Mathematikunterricht der Grundschule
1.3 Das Gruppenpuzzle als kooperatives Lernmodell
1.3.1 Merkmale des Gruppenpuzzles
1.3.2 Phasen des Gruppenpuzzles
1.3.3 Kooperatives Lernen im Gruppenpuzzle
1.4 Interaktion und Partizipation im Gruppenpuzzle
1.4.1 Interaktion
1.4.2 Partizipation
1.4.3 Interaktive und partizipative Strukturen im Gruppenpuzzle
1.5 Erläuterungen zur Fragestellung und Zielsetzung
2 Grundlagen zur empirischen Studie
2.1 Hintergründe, Teilnehmer und Ablauf
2.2 Die Arbeitsauftrag für das Gruppenpuzzle
2.2.1 Beschreibung der Aufgabenstellung
2.2.2 Sachanalyse und mögliche Lösungsansätze
2.2.3 Kooperative Bedingungen der Aufgabe
3 Methodik: Instrumentarien und Analyseverfahren
3.1 Erläuterungen zum methodischen Vorgehen
3.1.1 Interaktionsanalyse als qualitative Forschungsmethode
3.1.2 Die Analysegrundlage: Transkript
3.2 Die Analyseeinheiten
3.2.1 Die Interaktionsanalyse
3.2.2 Die Argumentationsanalyse
3.2.3 Die Partizipationsanalyse
3.2.3.1 Das Produktionsdesign
3.2.3.2 Das Rezipientendesign
3.3 Methodisches Vorgehen
4 Durchführung der Interaktions- und Partizipationsanalyse
4.1 Szene 1: Lösungsansätze
4.1.1 Interaktionsanalyse und Rezeptionsanalyse
4.1.2 Partizipationsanalyse
4.1.3 Zusammenfassung
4.2 Szene 2: Üben des Vortrags
4.2.1 Interaktionsanalyse
4.2.2 Partizipationsanalyse
4.2.4 Zusammenfassung
4.3 Szene 3: Vortrag in der Stammgruppe
4.3.1 Interaktionsanalyse
4.3.2 Partizipationsanalyse
4.3.3 Zusammenfassung
5 Resümee - Zusammenfassung der Analyseergebnisse
III Schluss
Die Arbeit untersucht die Interaktions- und Partizipationsstrukturen von Zweitklässlern während der kooperativen Lernmethode des Gruppenpuzzles in einer Mathematikeinheit zur Raumgeometrie. Ziel ist es, zu analysieren, wie Kinder kooperativ an einer Lösungsfindung arbeiten, welche Interaktionsmuster dabei entstehen und welche Partizipationsrollen die einzelnen Gruppenmitglieder einnehmen, ohne dabei den Lernerfolg direkt zu evaluieren.
1.1 Kooperation: Begriffserklärung
In der folgenden Hausarbeit werde ich fortlaufend den Begriff der Kooperation verwenden und im Zusammenhang mit Lernen, Interaktion und Partizipation behandeln. Aus diesem Grund möchte ich diesen zunächst lexikalisch definieren. Laut Mayers Lexikon gibt es eine allgemein geltende Definition für „Kooperation: Zusammenarbeit, -wirken“ (Meyers großes Universallexikon 1983, 112). Im Wahrig Fremdwörterlexikon (2004) wird der Begriff nach seiner lateinischen Bedeutung definiert: „(lat. Cooperatio) Mitwirkung, Mitarbeit“ (Wahrig Fremdwörterlexikon 2004, 521). Eine weitere, ausdifferenziertere Definition gibt die Bundeszentrale für politische Bildung: „Kooperation ist eine politische, wirtschaftliche oder soziale Strategie, die auf Zusammenarbeit und Austausch mit anderen basiert und zielgerichtet den (möglichen) eigenen Nutzen auf den Nutzen der Kooperationspartner abstimmt“(Schubert/Klein 2003, 172).
Man sieht hier, dass in den Lexikoneinträgen verschiedene Definitionen für das gleiche Wort angeboten werden. „Kooperation ist ein in alltäglichen und wissenschaftlichen Kontexten vielfältig gebrauchter und daher in seinem Bedeutungsgehalt verschwommener Terminus. Dabei lassen sich verschiedene Bedeutungsvarianten unterscheiden“ (Bloh 2000, 9)
Trotz dieser Mehrdeutigkeit, denke ich, dass die hier angeführten Definitionen sich inhaltlich annähern und ich deshalb in der vorliegenden Hausarbeit den Begriff der Kooperation ohne größere Verstehensmissverständnisse verwenden kann. Inwiefern die Begriffe der Interaktion und Partizipation als Teil der Kooperation gesehen werden können, wird im Kapitelabschnitt 1.4 erläutert.
1 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert Kooperation und kooperatives Lernen, erläutert die Methode des Gruppenpuzzles, führt zentrale Begriffe wie Interaktion und Partizipation ein und begründet das Forschungsinteresse.
2 Grundlagen zur empirischen Studie: Hier werden der Kontext des BLK-Projekts, die Teilnehmer und der Ablauf der untersuchten Unterrichtseinheit dargelegt sowie die Aufgabenstellung und deren kooperative Bedingungen analysiert.
3 Methodik: Instrumentarien und Analyseverfahren: Dieser Abschnitt erläutert das methodische Vorgehen, insbesondere die qualitative Interaktions- und Partizipationsanalyse basierend auf dem Modell von Krummheuer und Fetzer.
4 Durchführung der Interaktions- und Partizipationsanalyse: Das Hauptkapitel analysiert drei spezifische Szenen einer Unterrichtseinheit, um die Interaktionsstrukturen und Partizipationsrollen der Schüler im Gruppenpuzzle zu rekonstruieren.
5 Resümee - Zusammenfassung der Analyseergebnisse: Dieses Kapitel fasst die empirischen Befunde zusammen, reflektiert sie kritisch vor dem theoretischen Hintergrund und zieht Schlussfolgerungen zur Partizipation der Schüler.
Kooperatives Lernen, Gruppenpuzzle, Interaktionsanalyse, Partizipationsanalyse, Mathematikunterricht, Grundschule, Raumgeometrie, soziale Interaktion, kollektives Argumentieren, qualitatives Forschungsdesign, Kleingruppenarbeit, Sprecherstatus, Lernprozesse, Unterrichtsinteraktion, Baupläne.
Die Arbeit untersucht, wie Zweitklässler in einer kooperativen Lernumgebung (Gruppenpuzzle) mathematische Aufgaben im Bereich der Raumgeometrie gemeinsam lösen und welche Rollen sie dabei einnehmen.
Die zentralen Themen sind kooperatives Lernen, das Modell des Gruppenpuzzles, die Analyse von Interaktionsprozessen in Kleingruppen sowie die partizipationstheoretische Untersuchung von Schülerbeiträgen.
Das primäre Ziel ist es, die Qualität und Form der Zusammenarbeit von Grundschülern in vorstrukturierten Gruppenarbeitsphasen durch eine qualitative Analyse zu erfassen, ohne den Lernerfolg selbst zu bewerten.
Es wird eine qualitative Interaktions- und Partizipationsanalyse verwendet, die auf dem Beschreibungsmodell des Mathematiklernens von Krummheuer und Fetzer basiert.
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen des kooperativen Lernens erarbeitet, anschließend die empirische Basis beschrieben, die methodischen Werkzeuge definiert und schließlich drei ausgewählte Szenen aus dem Unterricht detailliert analysiert.
Die Untersuchung wird maßgeblich durch Begriffe wie Gruppenpuzzle, Interaktion, Partizipation, kollektive Bearbeitungsprozesse und mathematische Kommunikation geprägt.
Die Wahl fiel auf das Gruppenpuzzle, da es eine spezifische Struktur bietet, die aktives Handeln, wechselseitiges Lehren und eine hohe Eigenverantwortung der Schüler für den gemeinsamen Lösungsprozess erfordert.
Die Sprache dient im Gruppenpuzzle als zentrales Medium der Bedeutungsaushandlung und zur Konstruktion kollektiver Argumentationen, was in der Analyse durch die Untersuchung des Sprecherstatus (Kreator, Paraphrasierer etc.) verdeutlicht wird.
Die Analyse zeigt, dass trotz unterschiedlicher individueller Beiträge ein kollektiver Bearbeitungsprozess stattfindet, in dem die Schüler durch Paraphrasieren und Kreativität aktiv zur Problemlösung beitragen und ihre soziale Verantwortung für die Gruppe wahrnehmen.
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