Diplomarbeit, 2009
156 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
1. Kapitel: Einführung in die Bioethik sowie Embryonen- und Stammzellenforschung
I Was ist Bioethik?
1. Begriff und Gegenstand
2. Entstehungsgeschichte
3. Bioethik in der VR China
II Grundlagen der Embryonen- und Stammzellenforschung
1. Entwicklungsphasen des Embryos
2. Embryonenforschung
3. Stammzellenforschung
a) Was sind Stammzellen?
b) Quellen für die Gewinnung embryonaler Stammzellen
c) Therapeutisches Klonen
d) Verbrauch von Embryonen im Dienste der Stammzellengewinnung
4. Forschungsziele
5. Ethische Aspekte der Embryonen- und Stammzellenforschung
2. Kapitel: Die Rechtslage zur Embryonen- und Stammzellenforschung in der VR China vor dem Hintergrund internationalen und ausländischen Rechts
I Bioethik und Rechtsordnung
II Überblick der involvierten Rechtsordnungen
1. Internationale Regelungen
a) Ursprünge
b) UNESCO
2. VR China
3. Großbritannien
4. Bundesrepublik Deutschland
a) Embryonenschutzgesetz
b) Stammzellgesetz
III Inhaltliche Regelungsaspekte des chinesischen Rechts im Vergleich
1. Rechtliche Zielsetzung
2. Definition und Moralstatus des Embryos
3. Ethikkommissionen
4. Genehmigung von Forschungsvorhaben
5. Transparenz der Forschung
6. Verbrauchende Embryonenforschung
7. Klonen
8. Hybrid-Embryonen
a) Einpflanzung eines Hybrid-Embryos
b) Erzeugung eines Hybrid-Embryos
9. Ein- und Ausfuhr von Embryonen und Stammzellen
10. Kommerzialisierung
11. Sanktionen und Justiziabilität
a) Sanktionen
b) Justiziabilität
3. Kapitel: Recht, Moral und Praxis – Eine Einschätzung der Embryonen- und Stammzellenforschung in der VR China
I Beurteilung der chinesischen Rechtslage
1. Inhaltliche „Regelungsschnittmengen“
2. Regelungslücken und Ergänzungsbedarf
3. Motive der Regierung
II Kommentar zum Moralstatus des Embryos
III Situation der Forschung
1. Investitionen
2. Defizite der ethischen Aufsicht und unseriöse Forschungspraktiken
3. Forschungsstandort
4. Forschungsstand
Fazit
Die Arbeit untersucht die rechtliche Lage zur Embryonen- und Stammzellenforschung in der Volksrepublik China im rechtsvergleichenden Kontext zu Deutschland und Großbritannien. Ziel ist es, die Position Chinas im globalen bioethischen Spektrum – zwischen liberal-permissiven und restriktiven Systemen – zu bestimmen und das Spannungsfeld zwischen wissenschaftlichem Fortschritt und moralischer Reglementierung aufzuzeigen.
Bioethik in der VR China
Die Morallehre in der traditionellen chinesischen Medizin blickt auf eine mehr als zweitausendjährige Geschichte zurück. So haben chinesische Ärzte einige der frühesten medizinethischen Gebote formuliert. Viele konfuzianische Mediziner bezeichneten die Medizin als eine „Kunst der Menschlichkeit“. „Bioethik“ nach heutigem Verständnis entstand jedoch erst im modernen China und verzeichnet deshalb nur eine rund zwanzigjährige Geschichte. Heute ist sie ein fester Bestandteil der Wissenschaft in China. Sie hat sich auf zwei Ebenen entwickelt:
Auf der politischen Ebene zeichnete Deng Xiaoping mit seiner Reform- und Öffnungspolitik maßgeblich für die günstige Ausgangsposition einer sich entwickelnden Bioethik verantwortlich. Ungefähr zeitgleich mit der Reformierung des Gesundheitssystems in China verkündete er 1986 die Förderung der Naturwissenschaften, insbesondere der Biotechnologie, damit China in den Wettlauf mit den entwickelten Staaten treten könne. Man versprach sich davon sowohl einen wirtschaftlichen als auch gesellschaftlichen Nutzen. Dies und das Motiv nationalen Prestiges begründeten den politischen Stellenwert, den die chinesische Regierung der Biomedizin beimaß.
Auf der zweiten Ebene entwickelte sich die Bioethik auf akademischem Wege: Seit Ende der 70er Jahre werden in der VR China nationale sowie fachinterne Konferenzen zu ethischen Fragen im Kontext der Fortschritte biomedizinischer Technologien abgehalten. Beispielsweise war China Gastgeber 1998 für den „18. Internationalen Genetik Kongress“ in Beijing. 1988 – zehn Jahre nach der Geburt des weltweit ersten durch IVF gezeugten Kindes – kam in der VR China das erste chinesische „testtube baby“ zur Welt.
1. Kapitel: Einführung in die Bioethik sowie Embryonen- und Stammzellenforschung: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Bioethik, beleuchtet ihre Entstehungsgeschichte in den USA und deren Übertragung nach China sowie die biologischen Grundlagen der Embryonenforschung.
2. Kapitel: Die Rechtslage zur Embryonen- und Stammzellenforschung in der VR China vor dem Hintergrund internationalen und ausländischen Rechts: Dieses Kapitel stellt einen detaillierten Rechtsvergleich zwischen den Regelungen in China, Großbritannien und Deutschland an und analysiert Aspekte wie Zielsetzungen, den Embryonenstatus und ethische Genehmigungsverfahren.
3. Kapitel: Recht, Moral und Praxis – Eine Einschätzung der Embryonen- und Stammzellenforschung in der VR China: Dieses Kapitel bewertet die chinesische Rechtslage, kommentiert den Moralstatus des Embryos und diskutiert die reale Forschungssituation inklusive Investitionen und ethischer Defizite.
Bioethik, Embryonenforschung, Stammzellenforschung, hES, VR China, Rechtsvergleich, Embryonenschutzgesetz, Human Fertilisation and Embryology Act, Therapeutisches Klonen, Hybrid-Embryonen, Ethikkommission, Biomedizin, Embryonenstatus, Forschungsethik, Biotechnologie.
Die Diplomarbeit analysiert die regulatorischen Rahmenbedingungen und die ethische Praxis der Embryonen- und Stammzellenforschung in der Volksrepublik China im Vergleich zu den Rechtssystemen Deutschlands und Großbritanniens.
Zentrale Felder sind der Umgang mit dem menschlichen Embryo, das Klonen, die Gewinnung embryonaler Stammzellen, rechtliche Genehmigungsverfahren sowie die ethische Aufsicht durch Institutionen.
Das Hauptziel ist die Einordnung Chinas in das globale bioethische System, um festzustellen, ob das Land eher einem liberal-permissiven oder einem restriktiven Modell folgt.
Die Arbeit basiert auf einer rechtshistorischen und rechtsvergleichenden Analyse von Gesetzestexten, Richtlinien und ergänzender Sekundärliteratur zur bioethischen Praxis.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der inhaltlichen Gegenüberstellung spezifischer Regelungsaspekte, wie der Definition des Embryos, der Transparenz, dem Handel mit embryonalem Material und den Sanktionsmechanismen.
Wichtige Schlagworte sind Bioethik, hES-Forschung, Rechtsvergleich, Embryonenschutz und biopolitische Reglementierung.
Während Deutschland durch das Embryonenschutzgesetz sehr restriktive strafrechtliche Grenzen setzt, agiert China primär über ministerielle Richtlinien, die weniger verbindlich und sanktionsträchtig sind.
Die Arbeit diskutiert, dass die Ein-Kind-Politik und der demografische Wandel in China einen Bedarf an fortschrittlichen Therapiemöglichkeiten aus Stammzellen erzeugen, was die staatliche Förderung dieses Forschungszweiges motiviert.
Die Untersuchung zeigt, dass dieses westliche Klischee einseitig ist; China besitzt zwar eine weniger dichte gesetzliche Regelung, verfolgt aber eine klare strategische Ausrichtung zur Einhaltung internationaler Standards.
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