Forschungsarbeit, 2009
72 Seiten
I. Die Bedeutung der deutschen Sprache in Korea
II. Kausalitätsmarkierungen im Deutschen und im Koreanischen
III. Funktionsverbgefüge im Deutschen und im Koreanischen
IV. Kommunikationsstrategien koreanischer Deutschlerner und deutscher Koreanischlerner
V. Fehler in den schriftlichen Arbeiten koreanischer Deutschlerner
Die vorliegende Arbeit untersucht kontrastiv zwischen dem Deutschen und Koreanischen zentrale sprachwissenschaftliche Aspekte, darunter Kausalitätsmarkierungen, Funktionsverbgefüge, Kommunikationsstrategien von Lernern sowie typische Fehlerphänomene, um ein besseres Verständnis für die Erwerbsprozesse und sprachlichen Herausforderungen koreanischer Deutschlerner zu entwickeln.
1.0 Einleitung
Die deutsche Sprache erfreut sich in Korea seit langer Zeit großer Beliebtheit. Giersberg (1998, 467) nennt als Gründe für das Interesse vieler Koreaner an Deutschland und der deutschen Sprache das in Korea bestehende positive Deutschlandbild, die Bewunderung für deutsche Dichter und Denker und, seit der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg bis in die jüngste Vergangenheit, insbesondere die historisch-politische Situation Deutschlands als einem geteilten Land, die als Parallele zur koreanischen Situation empfunden wird. Auch Ammon/Chong (2003, 9) heben die ungewöhnlich starke Stellung des Deutschen in Korea hervor, indem sie betonen:
„Soviel Zuwendung zur deutschen Sprache in einem Land, das derart weit entfernt ist, geographisch wie kulturell und sprachlich! Darin ist Korea einmalig, mit allenfalls einer einzigen Ausnahme. Die wenigsten Deutschen oder Einwohner deutschsprachiger Länder sind im Bild darüber oder wissen überhaupt etwas davon“.
Trotz dieser für das Deutsche positiven Situation ist, nach Durchführung der 1995 begonnenen Bildungsreformen, die Zahl der Deutschlerner an Gymnasien und Berufsschulen und der Germanistikstudierenden an koreanischen Hochschulen deutlich rückläufig. Gab es im Jahre 1995 beispielsweise noch insgesamt 64 germanistische Hochschulabteilungen mit 13425 Studierenden, so war diese Zahl bereits sechs Jahre später auf 50 Abteilungen mit nur noch 6039 Studierenden geschrumpft (Statistical Yearbook of Education 1995 und 2001). Auf die Gründe dieser rückläufigen Tendenzen wird im folgenden Beitrag ebenso einzugehen sein wie auf die nach wie vor bestehende, sich aber inhaltlich wandelnde Beliebtheit der deutschen Sprache. Schließlich ist nach der zukünftigen Bedeutung und Perspektive für die deutsche Sprache in Korea zu fragen.
I. Die Bedeutung der deutschen Sprache in Korea: Dieses Kapitel beleuchtet den historischen Aufschwung und den aktuellen Rückgang der deutschen Sprache in Korea infolge von Bildungsreformen.
II. Kausalitätsmarkierungen im Deutschen und im Koreanischen: Der Beitrag kontrastiert die grammatischen Möglichkeiten zur Kennzeichnung von Kausalzusammenhängen in beiden Sprachen anhand von Konjunktionen, Adverbien und Partikeln.
III. Funktionsverbgefüge im Deutschen und im Koreanischen: Hier werden die morphologischen und syntaktischen Merkmale von Funktionsverbgefügen analysiert, wobei besonders die Unterschiede zwischen flektierenden und agglutinierenden Strukturen hervorgehoben werden.
IV. Kommunikationsstrategien koreanischer Deutschlerner und deutscher Koreanischlerner: Das Kapitel untersucht, wie Lerner kommunikative Lücken durch Reduktions-, Kompensations- und Verstehensstrategien sowie formelhaftes Sprechen überbrücken.
V. Fehler in den schriftlichen Arbeiten koreanischer Deutschlerner: Diese Sektion analysiert typische Fehlerphänomene wie Auslassungen, Genusfehler oder Wortfolgeprobleme, die aus den sprachlichen Unterschieden zwischen Deutsch und Koreanisch resultieren.
Deutsch als Fremdsprache, Koreanisch, Kontrastive Linguistik, Kausalitätsmarkierungen, Funktionsverbgefüge, Kommunikationsstrategien, Sprachvergleich, Fehleranalyse, Interlanguage, Morphosyntax, Bildungsreformen, DaF-Unterricht, Agglutinierende Sprachen, Lernerstrategien, Sprachausbau.
Die Arbeit befasst sich mit kontrastiven sprachwissenschaftlichen Analysen zwischen dem Deutschen und Koreanischen, um die Lernbedingungen und sprachlichen Schwierigkeiten koreanischer Deutschlerner zu untersuchen.
Die zentralen Themen umfassen Kausalitätsmarkierungen, Funktionsverbgefüge, die Anwendung von Kommunikationsstrategien durch Lerner und eine detaillierte Fehleranalyse schriftlicher Arbeiten.
Das Ziel ist es, Lehrenden Einblicke in die spezifischen Problembereiche koreanischer Deutschlerner zu geben, um Lernerfehler besser antizipieren und diagnostizieren zu können.
Es wird eine kontrastive Beschreibung und Analyse angewandt, die sowohl morphologische als auch syntaktische und semantische Aspekte beider Sprachen vergleicht.
Der Hauptteil gliedert sich in sprachstrukturelle Analysen zu Kausalität und Funktionsverbgefügen sowie empirische Untersuchungen zu Kommunikationsstrategien und typischen Fehlerphänomenen von Lernern.
Die wichtigsten Begriffe sind Deutsch als Fremdsprache, Koreanisch, kontrastive Linguistik, Fehleranalyse, Kommunikationsstrategien und Funktionsverbgefüge.
Da Koreanisch eine agglutinierende Sprache ist, erfolgt die Markierung von Funktionen oft über Suffixgruppen, was sich in den morpho-syntaktischen Strategien beim Deutschlernen widerspiegelt.
Sie dienen Lernern dazu, durch Reduktion, Kompensation oder formelhaftes Sprechen kommunikative Lücken zu überbrücken und somit trotz begrenzter Zielsprachenkenntnisse handlungsfähig zu bleiben.
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