Examensarbeit, 2007
86 Seiten, Note: 1,5
1 EINLEITUNG
1.1 Zielsetzung der Arbeit
1.2 Gliederung der Arbeit
2 THEORETISCHER HINTERGRUND
2.1 Unterrichtsstile im Sportunterricht
2.2 Lehrerverhalten
2.2.1 Das Lehrerengagement in seinen Varianten
2.2.2 Facetten des Lehrerengagements
2.2.3 Konsequenzen des Lehrerverhaltens
2.3 Die Wahrnehmung der Schüler
2.3.1 Der Sportlehrer
2.3.2 Der Sportunterricht
2.3.3 Bräutigams sechs „Sündenfälle“ eines Sportlehrers
2.4 Bedeutung der Schülerperspektive
3 ZENTRALE FORSCHUNGSHYPOTHESEN
4 DARSTELLUNG DER EMPIRISCHEN UNTERSUCHUNG
4.1 Auswahl und Begründung der Untersuchungsmethode
4.2 Beschreibung der Datenerhebung
4.2.1 Thematisierte Inhalte des Fragebogens
4.2.2 Rekrutierung der Personenstichprobe
4.2.3 Demographische Variablen
4.2.4 Ablauf der Untersuchung
5 DARSTELLUNG DER ERGEBNISSE
5.1 Personenstichprobe
5.2 Statistische Fragebogenauswertung
6 DISKUSSION DER ERGEBNISSE
6.1 Die Wahrnehmung der sechs Sündenfälle eines Sportlehrers
6.2 Die Bedeutung der Sozialisationsagenten
7 ABSCHLIEßENDE BETRACHTUNG
Die Arbeit untersucht die Schülerwahrnehmung des Sportunterrichts und des Sportlehrerverhaltens, mit besonderem Fokus auf die Identifikation und Analyse von sechs spezifischen Fehlleistungen, den sogenannten „Sündenfällen“ eines Sportlehrers, sowie deren Abhängigkeit von demographischen Variablen und Einstellungen.
2.3.1.1 6 Typen von Sportlehrers
Schüler fügen vielfältige Erfahrungen mit ihrem Sportlehrer in einem Gesamtbild zusammen. „Für diese Entwürfe sind Kennzeichnungen und Einschätzungen der fachlichen Kompetenz, des Engagements und des Lehrer-Schüler-Verhältnisses die entscheidenden Kriterien“ (Bräutigam, 1999, S. 103). Bräutigam hat in einer seiner Untersuchungen zur Wahrnehmung des Sportunterrichts- und Lehrers aus Schülersicht den Aussagen der Schüler entnehmen können, dass es 6 Typen von Sportlehrern gibt:
• Der Tyrann: Er ist immer mies „drauf“, grundsätzlich schlecht gelaunt und begegnet den Schülern in offensichtlicher Ablehnung sowie schroffer Zurückweisung. Selbst Banalitäten und Lappalien werden zum Anlass genommen, Schüler zurechtzuweisen, ihr Verhalten ironisch- abwertend zu kommentieren und /oder sie persönlich zu attackieren. Der Unterricht des Tyrann besteht aus mehr oder weniger lustlos präsentierten Themen, die er passiv- abwertend bis ungeduldig gereizt zu vermitteln versucht (ebd., S. 103).
• Der Frühpensionär: Dieser Lehrertypus unternimmt mit minimalem Aufwand den Versuch für den formalen Rahmen des Ablaufs von Unterrichtsstunden zu sorgen. Dabei ist er nicht aktiv und hat im Grunde aufgehört das zu tun, was man Arbeiten nennt. Seine inneren Kündigung ist vollzogen, weshalb er die Schüler machen lässt, was sie wollen. Eine weitere Eigenschaft des Frühpensionär ist, dass er ausnahmslos gute Zensuren verteilt (ebd., S. 103).
• Der lockere Typ: Dieser Lehrer ist im Umgang mit seiner Sportschülern freundlich und sorgt in der Regel für einen abwechslungsreichen und motivierenden Unterricht. Dabei geht er den im Sportunterricht aufkommenden Konflikten aus dem Weg und versucht eher auf die Wünsche der Schüler einzugehen. „Zwischen Lehrer und Schülern herrscht ein gutes Einvernehmen“ (ebd., S. 104).
1 EINLEITUNG: Die Arbeit thematisiert den zunehmenden Legitimationsdruck des Sportunterrichts und betont die Notwendigkeit, die Schülerperspektive stärker in die Forschung einzubeziehen, um Unterrichtsprozesse besser zu verstehen.
2 THEORETISCHER HINTERGRUND: Dieses Kapitel liefert das theoretische Rüstzeug, indem es Unterrichtsstile, Lehrerverhalten, die sechs Sündenfälle nach Bräutigam und die Bedeutung der Schülerwahrnehmung als Basis für die empirische Analyse erläutert.
3 ZENTRALE FORSCHUNGSHYPOTHESEN: Hier werden Annahmen darüber formuliert, wie Variablen wie Sportnote, Vereinsmitgliedschaft, Sympathie und Bedeutung des Sports mit der Wahrnehmung der Sündenfälle korrelieren.
4 DARSTELLUNG DER EMPIRISCHEN UNTERSUCHUNG: Es wird das methodische Vorgehen mittels Schülerfragebögen beschrieben, inklusive der Stichprobenrekrutierung und der operationalisierten Skalen für die statistische Auswertung.
5 DARSTELLUNG DER ERGEBNISSE: Das Kapitel präsentiert die quantitativen Daten zur Wahrnehmung der Sündenfälle, gegliedert nach demographischen Merkmalen wie Geschlecht, Schultyp und Klassenstufe sowie weiteren Einstellungsmerkmalen.
6 DISKUSSION DER ERGEBNISSE: Die Ergebnisse werden interpretiert, wobei insbesondere die hohe Wahrnehmung des unangemessenen Umgangs (Sünde 6) und die geringere Bedeutung des Schulsportlehrers gegenüber anderen Sozialisationsagenten reflektiert werden.
7 ABSCHLIEßENDE BETRACHTUNG: Das Fazit unterstreicht, dass die Lehrer-Schüler-Interaktion maßgeblich die Unterrichtsqualität bestimmt und plädiert für eine stärkere pädagogische Selbstreflexion bei Sportlehrern.
Sportunterricht, Lehrerverhalten, Schülerperspektive, Sündenfälle, Unterrichtsqualität, Lehrerengagement, Sportlehrer, Schülersicht, Sozialisationsagenten, Unterrichtsstile, Empirische Untersuchung, Schülerwahrnehmung, Unterrichtsstörungen, Sportnote, Lehrer-Schüler-Interaktion.
Die Arbeit untersucht, wie Schüler das Verhalten ihres Sportlehrers wahrnehmen und welche Auswirkungen dies auf die Qualität des Sportunterrichts aus der Sicht der Lernenden hat.
Die Arbeit befasst sich schwerpunktmäßig mit Unterrichtsstilen, dem Lehrer-Schüler-Verhältnis, der Bedeutung von Lehrerengagement und der Identifikation spezifischer Fehlleistungen im Unterricht.
Ziel ist es, die Häufigkeit und Wahrnehmung von sechs spezifischen Fehlleistungen („Sündenfällen“) eines Sportlehrers durch Schüler zu analysieren und Zusammenhänge zu Faktoren wie Alter, Schultyp oder Sportnote aufzuzeigen.
Die Autorin verwendete ein quantitatives Fragebogenverfahren, bei dem 350 Schüler befragt wurden, um Daten zur Wahrnehmung der Sündenfälle sowie zu demographischen und einstellungsbezogenen Variablen zu gewinnen.
Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden theoretischen Hintergrund zum Lehrerverhalten und eine detaillierte Darstellung sowie statistische Auswertung der empirischen Untersuchung.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Sportlehrer, Schülerperspektive, Lehrerverhalten, Sündenfälle, Sozialisationsagenten und empirische Unterrichtsforschung.
Es handelt sich um sechs von Michael Bräutigam definierte typische Fehlleistungen, darunter langweiliger Unterricht, das Ignorieren von Schülerwünschen, mangelnde Kompetenz, schlechte Organisation, fehlendes Engagement und ein unangemessener Umgang mit Schülern.
Die Autorin schlussfolgert, dass das Verhalten des Sportlehrers entscheidend für die Qualität des Unterrichts ist und empfiehlt Lehrern dringend, ihr Handeln kritisch zu reflektieren, um die Lernatmosphäre zu verbessern.
Die Studie zeigt, dass der Sportlehrer als Sozialisationsagent einen vergleichsweise geringen Einfluss auf das Sporttreiben der Jugendlichen hat, wobei Freunde aus dem Sport und Vereinstrainer deutlich bedeutsamer eingeschätzt werden.
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