Examensarbeit, 2009
150 Seiten, Note: 1,6
1 Einleitung
2 Motorische Leistungsfähigkeit
2.1 Begriffsbestimmung von Leistung und Definition motorischer
Leistungsfähigkeit
2.2 Motorische Leistungsfähigkeit – die aktuelle Situation
3 Der Koordinationsbegriff und Strukturierungsansätze
3.1 Begriffsbestimmung koordinativer Fähigkeiten
3.2 Modelle der Bewegungskoordination und Strukturierungsansätze
der Koordination
3.3 Fünf verschiedene koordinative Fähigkeiten nach Hirtz
3.3.1 Differenzierungsfähigkeit
3.3.2 Rhythmusfähigkeit
3.3.3 Gleichgewichtsfähigkeit
3.3.4 Orientierungsfähigkeit
3.3.5 Reaktionsfähigkeit
3.4 Die Entwicklung der koordinativen Fähigkeiten im Kindesalter
3.5 Die Bedeutung der koordinativen Fähigkeiten
4 Übergewicht und Adipositas
4.1 Definition von Übergewicht und Adipositas
4.2 Methoden zur Bestimmung von Übergewicht
4.2.1 Body Mass Index
4.2.2 Weitere Methoden
4.3 Übergewicht und motorische Leistungsfähigkeit
4.3.1 Die motorische Leistungsfähigkeit übergewichtiger Kinder
4.3.2 Koordinative Fähigkeiten übergewichtiger Kinder - der aktuelle
Stand
5 Methodik
5.1 Sportmotorische Tests
5.2 Koordinationstests
5.3 Beispiel für einen Koordinationstest: Der Kinderkoordinations-Test
5.4 Untersuchungsdesign
5.4.1 Der Kinderkoordinations-Test: Testitems
5.4.1.1 Test der Differenzierungsfähigkeit
5.4.1.2 Test der (dynamischen) Gleichgewichtsfähigkeit
5.4.1.3 Test der Rhythmusfähigkeit
5.4.1.4 Test der Reaktionsfähigkeit
5.4.1.5 Test der Orientierungsfähigkeit
5.4.2 Der Einbeinstand
5.5 Untersuchungsstichprobe
5.6 Statistische Auswertungsverfahren
6 Ergebnisdarstellung
6.1 Überprüfung der Voraussetzungen des Datensatzes
6.2 Auswertung des Mann-Whitney-U-Tests
6.3 Vergleich der einzelnen koordinativen Fähigkeiten mithilfe der Tests
6.4 Korrelationsberechnung zwischen der dynamischen und statischen
Gleichgewichtsfähigkeit
7 Diskussion
8 Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die koordinative Leistungsfähigkeit von übergewichtigen Kindern im Grundschulalter und prüft die Hypothese, ob sich diese signifikant von der koordinativen Leistungsfähigkeit normalgewichtiger Kinder unterscheidet. Ziel ist es, durch einen Testaufbau, der konditionelle Anteile minimiert, ein differenziertes Bild der koordinativen Fähigkeiten zu gewinnen.
Die motorische Leistungsfähigkeit – die aktuelle Situation
Aussagen, wie „ [...] die kindliche Bewegungswelt hat sich erheblich verändert“ (Graf et al., 2006, S. 221) betonen die aktuelle Situation der motorischen Leistungsfähigkeit deutscher Kinder (vgl. Bös, 2001b; Dordel, 2003a). So zeigen aktuelle Studien zur Koordinationsfähigkeit von Kindern, die Untersuchungen mithilfe des Körper-Koordinationstests für Kinder beinhalten, eine Verschlechterung der koordinativen Fähigkeiten dieser im Wandel der Zeit.
Die Normwerte, die von dem Entwickler des KTK namens Schilling im Jahr 1974 festgelegt wurden, werden fast durchgehend unterschritten (vgl. Schilling, 1974). So liegt Otten zufolge der Motorische Quotient bei 29,6 % der untersuchten Erst- und Zweitklässler unter den gegebenen Normwerten (vgl. Prätorius, 2004, S. 273) Bei einer Studie von Breuer et al. betrug die Zahl der unterdurchschnittlichen, koordinativen Leistungsfähigkeit bei Kindern im Alter zwischen 6-7 Jahren sogar 52,9% (Breuer, 1998, S. 15). Es scheint also, dass die koordinativen Fähigkeiten mit dem gesellschaftlichen Struktur- und Wertewandel einhergehend allgemein nachgelassen haben (vgl. Prätorius, 2004, S. 172).
Zu ähnlichen Ergebnissen kommt Zimmer. Er berichtet davon, dass sich die motorischen Leistungen von Kindern in den vergangenen Jahren tatsächlich, zum Teil sogar drastisch, verschlechtert haben (vgl. Prätorius, 2008, S. 17). Auch Schmidt kommt nach einer vergleichenden Betrachtung der motorischen Leistungsfähigkeit von Kindern in den vergangenen 25 Jahren zu dem Ergebnis, dass diese durchschnittlich um mehr als 10% abgenommen haben (vgl. Schmidt, 2003, S. 104).
1 Einleitung: Die Einleitung stellt die Problematik des Rückgangs motorischer Leistungsfähigkeit bei Kindern dar und formuliert die Forschungsfrage zur koordinativen Leistungsfähigkeit übergewichtiger Kinder.
2 Motorische Leistungsfähigkeit: Dieses Kapitel definiert den Begriff der motorischen Leistungsfähigkeit und beleuchtet die aktuelle Situation der motorischen Entwicklung von Kindern.
3 Der Koordinationsbegriff und Strukturierungsansätze: Hier werden verschiedene Modelle der Koordination erörtert und die fünf fundamentalen koordinativen Fähigkeiten nach Hirtz detailliert beschrieben.
4 Übergewicht und Adipositas: Das Kapitel widmet sich der Definition und Bestimmung von Übergewicht sowie dem aktuellen wissenschaftlichen Stand zum Einfluss von Übergewicht auf die motorische und koordinative Leistungsfähigkeit.
5 Methodik: Hier werden die eingesetzten sportmotorischen Testverfahren, insbesondere der Kinderkoordinations-Test und das Untersuchungsdesign der eigenen Studie, erläutert.
6 Ergebnisdarstellung: Dieses Kapitel präsentiert die statistische Auswertung der Daten, einschließlich der Überprüfung der Voraussetzungen und der Ergebnisse des Mann-Whitney-U-Tests.
7 Diskussion: Die Ergebnisse der Untersuchung werden hier interpretiert, kritisch gewürdigt und in den wissenschaftlichen Kontext eingeordnet.
8 Ausblick: Der Ausblick reflektiert methodische Grenzen der Studie und gibt Anregungen für zukünftige Forschungsarbeiten.
Koordinative Leistungsfähigkeit, Übergewicht, Adipositas, Grundschulalter, Motorische Fähigkeiten, Körperkoordination, Sportmotorische Tests, Kinderkoordinations-Test, Stabilometrie, Bewegungskoordination, Gesundheitsprävention, Motorische Entwicklung, Leistungsdiagnostik, Statisches Gleichgewicht, Dynamisches Gleichgewicht
Die Arbeit befasst sich mit der koordinativen Leistungsfähigkeit von Grundschulkindern unter besonderer Berücksichtigung des Gewichtsstatus und untersucht, ob Übergewichtige motorisch tatsächlich schlechter abschneiden als ihre normalgewichtigen Altersgenossen.
Die zentralen Felder umfassen die theoretischen Grundlagen der Koordination, die Definition und Messmethoden von Übergewicht sowie die praktische Erfassung koordinativer Fähigkeiten durch sportmotorische Tests.
Das primäre Ziel ist es, durch einen speziellen Testaufbau, der konditionelle Anteile weitgehend minimiert, zu prüfen, ob sich die koordinativen Leistungen übergewichtiger Kinder signifikant von denen normalgewichtiger Kinder unterscheiden.
Die Autorin verwendet eine empirische Untersuchung an Grundschülern, bei der der "Kinderkoordinations-Test" nach Prätorius und eine Stabilometrie-Messung zur Bestimmung der Gleichgewichtsfähigkeit zum Einsatz kommen. Die Daten wurden anschließend statistisch mit dem Mann-Whitney-U-Test ausgewertet.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Modelle der Bewegungskoordination, die Charakterisierung der fünf koordinativen Fähigkeiten nach Hirtz, die Definition von Übergewicht sowie die kritische Auswertung und Diskussion der erhobenen Testergebnisse.
Wichtige Begriffe sind koordinative Leistungsfähigkeit, Übergewicht, Motorische Fähigkeiten, Kinderkoordinations-Test, Körperkoordination und Statisches sowie Dynamisches Gleichgewicht.
Das Matchen der Probanden diente dazu, Störfaktoren wie Alter, Größe und Geschlecht zwischen der Übergewichtigen-Gruppe und der Kontrollgruppe zu minimieren, um eine bessere Vergleichbarkeit der koordinativen Leistungen zu gewährleisten.
Die Hypothese, dass übergewichtige Kinder koordinativ signifikant schlechter abschneiden, konnte nicht bestätigt werden. Die Unterschiede waren in den meisten koordinativen Testbereichen nicht signifikant.
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