Bachelorarbeit, 2022
44 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Rassismus
2.1 Definitionen des Rassismusbegriffs
2.2 Zur Entstehung von Rassismus
3 Rassistische Diskriminierung
3.1 Begriffsklärung
3.2 Verpflichtungen der Schule
3.3 Beispiele
4 Entwicklungspsychologie
4.1 Kurzer Geschichtsabriss
4.2 Begriffsklärung
4.3 Inhalte
4.3.1 Entwicklung des Denkens: Lew Wygotski
4.3.2 Entwicklung der Informationsverarbeitung
4.3.3 Störungen in der Entwicklung und psychische Probleme im Kindesalter
4.3.4 Das individuelle Gerechtigkeitsempfinden: Susan Münscher
5 Auswirkungen rassistischer Diskriminierung
6 Fazit
7 Literaturangabe
Diese Arbeit untersucht die Auswirkungen rassistischer Diskriminierung auf Schülerinnen und Schüler im Grundschulkontext unter besonderer Berücksichtigung entwicklungspsychologischer Aspekte. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie rassistische Diskriminierung die psychische Entwicklung und den Bildungserfolg betroffener Kinder beeinflusst.
1 Einleitung
„Bei dem Thema Rassismus in Deutschland kommen unweigerlich Assoziationen von brennenden Flüchtlingsheimen in das Gedächtnis“ (Rommelspacher 1997: 43), beschreibt die deutsche Forscherin Birgit Rommelspacher. Doch Rassismus kann sich auch auf ganz andere, unterschiedliche Art und Weise ausdrücken.
In einem Nachbarort aus meiner Heimat Sachsen-Anhalt gab es im September 2021 den Vorfall, dass eine Grundschule ohne das Wissen der Eltern eine Klasse ausschließlich aus Kindern mit Migrationshintergrund bildete. Diese Aufteilung habe sich dabei aufgrund von Namen und Äußerlichkeiten der Kinder ergeben. Die Grundschule in der Stadt Burg im Jerichower Land habe, einem Sprecher des Landesschulamtes zufolge, jedoch nur in der Absicht gehandelt, Möglichkeiten der Sprachförderung bestmöglich im Sinne der Kinder auszunutzen, da die vorgesehene Lehrkraft selbst die Sprache Arabisch spreche und Erfahrungen bei der Vermittlung von Deutsch als Fremdsprache hätte (vgl. MDR Sachsen-Anhalt, Zugriff: 03.06.2022).
Dennoch sei die Schule nur anhand von Namen und biologischen Merkmalen davon ausgegangen, dass alle Kinder die Sprache Arabisch sprechen würden. Das Landesnetzwerk Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt (Lamsa) kritisiert diesen Vorfall, denn es handele „sich nicht um ein pädagogisches Konzept, sondern um eine rassistische Trennung aufgrund äußerlicher Zuschreibungen“ (ebd.), so der Geschäftsführer von Lamsa. Die Klasseneinteilung wurde mit den Eltern nicht abgestimmt und es hätte stark an Kommunikation gemangelt, heißt es in dem Artikel weiter. Der Vater eines betroffenen Kindes äußerte sich zu diesem Vorfall, denn der Schock und die Traurigkeit bei seinem Kind säßen tief. „Das ist einfach lächerlich und hat nichts mit Integration, Inklusion und Bildung zu tun. Das ist reine Isolation.“ (ebd.), so der Vater.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz des Themas Rassismus an Schulen ein und benennt die zentrale Forschungsfrage der Arbeit.
2 Rassismus: Dieses Kapitel definiert Rassismus als soziales Konstrukt sowie als historisches System von Machtverhältnissen und Machtausübung.
3 Rassistische Diskriminierung: Hier werden unterschiedliche Formen rassistischer Diskriminierung im schulischen Alltag beleuchtet und die rechtlichen Verpflichtungen der Schule aufgezeigt.
4 Entwicklungspsychologie: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen der kindlichen Entwicklung, um die psychischen Auswirkungen von Diskriminierung wissenschaftlich verständlich zu machen.
5 Auswirkungen rassistischer Diskriminierung: Dieser Teil analysiert die negativen psychischen Folgen rassistischer Diskriminierung für Schülerinnen und Schüler bis hin zu möglichen Traumatisierungen.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Kernergebnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit einer machtkritischen und rassismuskritischen Pädagogik in der Schule.
7 Literaturangabe: Dieses Kapitel enthält das vollständige Verzeichnis der verwendeten Quellen und Fachliteratur.
Rassismus, Diskriminierung, Schule, Entwicklungspsychologie, Alltagsrassismus, Bildungsgerechtigkeit, Inklusion, Identitätsbildung, institutionelle Diskriminierung, Migrationshintergrund, psychische Gesundheit, Vorurteile, soziale Ausgrenzung, Pädagogik
Die Arbeit befasst sich mit der Thematik rassistischer Diskriminierung im Kontext deutscher Grundschulen und ihren Auswirkungen auf betroffene Kinder.
Zentrale Felder sind Rassismus als gesellschaftliches Phänomen, die institutionelle Diskriminierung an Schulen sowie die entwicklungspsychologische Perspektive auf die daraus resultierenden negativen Folgen für Kinder.
Das Hauptziel ist es, aufzuzeigen, wie rassistische Diskriminierung im (Grund-)Schulkontext wirkt und welche psychischen und bildungsrelevanten Konsequenzen diese für Schülerinnen und Schüler hat.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender pädagogischer, entwicklungspsychologischer und soziologischer Fachliteratur sowie der Auswertung von Fallbeispielen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung von Rassismus, die Analyse von Diskriminierungsbeispielen im Schulsystem sowie die Darstellung entwicklungspsychologischer Grundlagen.
Zu den prägenden Schlagworten zählen Alltagsrassismus, institutionelle Diskriminierung, Bildungsgerechtigkeit sowie die psychologische Vulnerabilität im Kindesalter.
Die Autorin hebt hervor, dass Diskriminierung nicht nur durch Einzelpersonen erfolgt, sondern tief in den Abläufen und Strukturen des Bildungssystems verankert sein kann, was Bildungschancen ungleich verteilt.
Theorien, wie die von Lew Wygotski, verdeutlichen, dass Kinder ihr Denken im sozialen Kontext bilden. Daher können ständige rassistische Ausgrenzungserfahrungen das Weltbild und die kognitive Entwicklung eines Kindes massiv negativ beeinflussen.
Die Autorin verweist auf eine interkulturelle Kindertagesstätte, in der durch gezielte pädagogische Arbeit bereits im frühen Kindesalter eine wertschätzende Haltung gegenüber Vielfalt gefördert wird.
Die Arbeit plädiert stark dafür, dass Lehrkräfte eine machtkritische und achtsame Haltung einnehmen müssen, um rassistische Tendenzen im Schulalltag nicht nur zu erkennen, sondern ihnen aktiv entgegenzuwirken.
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