Masterarbeit, 2021
124 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Studienabbrüche in Online-Befragungen: das Verhältnis von Ethik & Methodik
2.1 Forschungsethik
2.1.1 Forschungsethik: Definition und Abgrenzung
2.1.2 Relevanz und Kontrolle in der Kommunikationswissenschaft
2.2 Standardisierte Online-Befragung: Methodik und Ethik
2.2.1 Charakteristik von Online-Umfragen und deren methodische Besonderheit
2.2.2 Ethische Besonderheit der Onlineforschung
2.2.3 Umgang mit Studienteilnehmenden im Kontext von Online-Befragungen
2.2.4 Die informierte Einwilligung – forschungsethisches Gütekriterium und dessen Problematik
2.3 Untersuchungsgegenstand: Studienabbrüche in standardisierten Online-Umfragen
2.3.1 Refusals, Drop-Outs, Nonresponders – Definitionen eines Studienabbruchs
2.3.2 Ursachen für das Abbrechen von Online-Umfragen
2.3.3 Problemhintergrund
2.4 Reaktivität im Konflikt mit der Datenqualität
2.4.1 Reaktivität im Forschungsprozess
2.4.2 Befragteneffekte und die soziale Erwünschtheit
2.4.3 Interviewendeeffekte der Online-Forschung: die Rolle der Auftraggebenden von Internet-Surveys
3. Empirische Umsetzung
3.1 Wahl der Erhebungsmethode
3.2 Experimental Design und Operationalisierung
3.2.1 Studienabbruch & Beendigungsquote
3.2.2 Sozial erwünschtes Antwortverhalten im Sinne der Antwortverzerrung zur Vermeidung eines Abbruchs
3.2.3 Implementierung der Schaltfläche: Möglichkeiten zum Abbruch
3.2.4 Auftraggebende der Studie
3.3 Gestaltung des Erhebungsinstruments
3.4 Durchführung der Studie
3.5 Datenaufbereitung und Beschreibung der Stichprobe
3.6 Überprüfung der Experimentalgruppen auf Gleichverteilung der Personenmerkmale
4. Auswertung
4.1 Einfluss der Möglichkeit zum Abbruch auf die Beendigungsquote
4.2 Einfluss der Möglichkeit zum Abbruch auf sozial erwünschtes Antwortverhalten (Ehrlichkeit)
4.3 Einfluss der Auftraggebenden auf die Beendigungsquote
4.4 Vermittlung des Effekts zwischen der Möglichkeit zum Abbruch und der Beendigungsquote durch die Auftraggebenden
4.5 Zusätzliche Datenanalyse mit besonderem Fokus auf das Ausbleiben der Studienabbrüche
5. Diskussion der Ergebnisse
5.1 Bedeutung der Möglichkeit zum Abbruch für die Online-Befragung
5.2 Bedeutung von Auftraggebenden für die Beendigungsquote von Online-Befragungen
5.3 Einordnung der ausgebliebenen Studienabbrüche
5.4 Limitationen und programmatischer Ausblick
6. Fazit
Diese Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen forschungsethischer Güte und Datenqualität in standardisierten Online-Befragungsstudien mit einem besonderen Fokus auf das Abbruchverhalten. Ziel der Studie ist es zu klären, welchen Einfluss eine explizite Abbruch-Schaltfläche sowie die Identität der auftraggebenden Institution auf die Abbruchquote und die Qualität der erhobenen Daten haben, um Strategien zur Optimierung des Studiendesigns abzuleiten.
2.2.1 Charakteristik von Online-Umfragen und deren methodische Besonderheit
Die Umfrageforschung hat seit der Etablierung des wissenschaftlich-persönlichen Interviews in den 1950er Jahren eine andauernde Entwicklung durchlaufen. In den frühen siebziger Jahren wurden Telefoninterviews eingeführt und die Methode der schriftlich-postalischen Befragung aktualisiert und verfeinert. Die computergestützte Befragung und die elektronischen Umfragen prägten die achtziger und neunziger Jahre (Heer et al., 1999, S. 26). Seit Anfang der 2000er steigen die Anteile der online durchgeführten Interviews rasant an (Taddicken, 2008, S. 41). Trotzdem galt es eine längere Zeit als unklar, „whether or not [Internet surveys] will prove to be a ‘hype’ or the data-collection method of the future” (Heer et al., 1999, S. 42). Die Zeit hat gezeigt, wie die Beliebtheit der Online-Forschung im Allgemeinen und die Web-Befragung im Besonderen zunimmt. Mittlerweile zählt die Online-Befragung zu einer der wichtigsten Befragungsmethoden mit einer allgemeingültigen Akzeptanz und Nutzungsbereitschaft in der Gesellschaft (Fischer, 2005, S. 1; Taddicken, 2013, S. 202).
Bei Online-Befragungen handelt es sich um Befragungen, die mittels Internet oder auch Intranet durchgeführt werden. Dabei wird ein HTML-basierter Fragebogen programmiert, was durch zahlreiche Befragungssoftwares (Fragebogengeneratoren) oder Online-Angebote auch für Computer-Laien und weniger erfahrene Forschende möglich gemacht wird (Brosius et al., 2016, S. 112; Taddicken, 2013, S. 201-202). Brosius et al. (2016) unterscheiden zwischen den Varianten einen Fragebogen per E-Mail zu verschicken und Fragebögen auf einem Webserver bereitzustellen (S. 112). Die erste Variante kommt eher in den Anfangszeiten der Online-Befragungen zum Einsatz, während sich das Bereitstellen und auch Ausfüllen auf einem Webserver indessen durchgesetzt hat. Teilnehmende gelangen über eine spezifische Internetadresse zum Fragebogen, welche beispielsweise als Link per E-Mail verschickt wird. In einem solchen Fall wird von einer aktiven Rekrutierung der Befragungsteilnehmenden gesprochen, da auf Basis bereits bekannter, bestehender Daten, wie einer E-Mail-Adresse, eine gezielte Ansprache stattfinden kann. Passiv rekrutierte Befragungen dagegen funktionieren über auf Webseiten oder digitalen Netzwerkmedien integrierte Links. Neben der Online-Befragung sind Web-Befragung, Internetbefragung und Web Survey weitere gängige Begriffe (Taddicken, 2013, S. 201), die üblicherweise und auch in dieser Arbeit synonym verwendet werden.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz von Online-Befragungen ein und problematisiert die niedrigen Rücklaufquoten sowie Studienabbrüche im Kontext forschungsethischer Verantwortung.
2. Studienabbrüche in Online-Befragungen: das Verhältnis von Ethik & Methodik: Dieses Kapitel entwickelt einen theoretischen Bezugsrahmen, in dem die Forschungsethik, die Besonderheiten der Online-Befragung und das Phänomen der Reaktivität als theoretische Grundlage für die empirische Arbeit dienen.
3. Empirische Umsetzung: Hier wird der methodische Ansatz der Studie, ein 2x2 between-subject-Experiment, detailliert beschrieben, einschließlich der Probandenakquise und der Designentscheidungen zur Manipulation der Variablen.
4. Auswertung: Dieses Kapitel präsentiert die statistischen Ergebnisse der Online-Befragungsstudie und analysiert den Einfluss der Schaltflächenmanipulation sowie der verschiedenen Auftraggebenden auf das Abbruchverhalten.
5. Diskussion der Ergebnisse: Hier werden die Ergebnisse kritisch eingeordnet, das Ausbleiben signifikanter Effekte in den Daten diskutiert und die Limitationen der Arbeit reflektiert.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und unterstreicht die forschungsethische Notwendigkeit, trotz ausbleibender direkter Effekte auf die Beendigungsquote, weiter zu einer implementierten Abbruch-Schaltfläche in Online-Studien zu raten.
Online-Befragung, Studienabbruch, Forschungsethik, Datenqualität, Reaktivität, soziale Erwünschtheit, Sponsorship-Effekt, Drop-Out, Beendigungsquote, experimentelle Befragungsstudie, informierte Einwilligung, Umfragemethodik, Antwortverzerrung, Online-Forschung, Fragebogenkonstruktion.
Die Arbeit befasst sich mit dem Problem von Studienabbrüchen in standardisierten Online-Befragungen und untersucht das Spannungsfeld zwischen forschungsethischen Aspekten (wie der informierten Einwilligung) und methodischen Zielen (wie einer hohen Datenqualität und Beendigungsquote).
Die zentralen Themen sind Forschungsethik in der Online-Forschung, die methodischen Auswirkungen von Drop-Outs, Konzepte der Reaktivität bei Befragungen sowie der Einfluss auftraggebender Institutionen auf das Teilnahmeverhalten von Probandinnen und Probanden.
Das Hauptziel ist die empirische Klärung, ob die Implementierung einer sichtbaren Abbruch-Schaltfläche und die Identität der auftraggebenden Institution (Universität vs. kommerzielles Startup) das Abbruchverhalten und das sozial erwünschte Antwortverhalten in Online-Umfragen signifikant beeinflussen.
Die Verfasserin nutzt ein experimentelles Design, konkret ein 2x2 between-subject-Experiment, bei dem die Faktoren Schaltflächenpräsenz und Auftraggebertyp systematisch variiert wurden, um Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge zu identifizieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Aufarbeitung der Ethik- und Methodendiskussion bei Online-Surveys, gefolgt von einer detaillierten Erläuterung der experimentellen Umsetzung und einer anschließenden statistischen Auswertung der generierten Umfragedaten.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Online-Befragung, Studienabbruch, Forschungsethik, Datenqualität, Reaktivität, soziale Erwünschtheit und Sponsorship-Effekt.
Die Ergebnisse blieben in dieser Hinsicht uneindeutig, da im durchgeführten Experiment die Abbruchzahlen insgesamt sehr niedrig ausfielen, was die statistischen Aussagemöglichkeiten einschränkte und keine signifikanten Gruppenunterschiede zuließ.
Nein, die empirische Datenanalyse widerlegt in dieser Studie das Vorhandensein eines Zusammenhangs zwischen dem universitären bzw. kommerziellen Auftraggeber und der Beendigungsquote, was darauf hindeutet, dass das "Sponsorship" allein kein stabiler Prädiktor für den Abbruch ist.
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