Masterarbeit, 2023
82 Seiten, Note: 1,0
1. THEORETISCHER HINTERGRUND
1.1 BEGRIFFSDEFINITIONEN
Leisten und Leistung.
Leistungsgesellschaft mit Leistungsprinzip.
Leistungsprinzip in der Schule.
Objektivität, Reliabilität, Validität.
1.2 RELEVANZ DES SPORTUNTERRICHTS FÜR KIND UND GESELLSCHAFT
Zusammensetzung der Basis-, Lernbereichs- sowie Schuljahresendnote im Fachbereich Sport.
1.3 BEDEUTUNG DER ZENSUR ALS MÖGLICHKEIT DER LEISTUNGSBEWERTUNG
Geschichtlicher Aspekt.
Aktueller Forschungsstand.
Pädagogische Funktion der Zensur.
Theorie der kognitiven Dissonanz.
2. HAUPTTEIL MIT FOKUS AUF PROBLEMATIKEN DER NOTENGEBUNG IM SPORTUNTERRICHT
2.1 DISKURS NOTENGEBUNG
Beurteilungsfehler.
Befürwortung von Zensuren im Schulsport.
Kontroverse Argumente bezüglich der Benotung.
2.2 DATENERHEBUNG IM RAHMEN DER MASTERARBEIT
Forschungsfragen.
Theoretische Grundlegungen.
Methodische Grundlegungen des Leitfadeninterviews.
Transkription.
Selbstkritische und -reflektierende Anmerkungen zum Forschungsprozess.
Ergebnisse der Leitfadeninterviews.
Schüler*innen-Befragung.
Auswertung der Datenerhebungen.
2.3 MÖGLICHE ALTERNATIVE BEWERTUNGSMETHODEN
Feth’s Strategien zur optimierten Notengebung.
Eigener theoretischer Ansatz zur Leistungsbeurteilung.
3. FAZIT MIT PERSÖNLICHEM AUSBLICK
Die vorliegende Arbeit untersucht die Problematik der Notengebung im Sportunterricht der Grundschule. Ziel ist es, den Prozess der Leistungsbeurteilung kritisch zu analysieren, Einflussfaktoren aufzuzeigen und alternative Bewertungsverfahren zu prüfen, um eine gerechtere sowie individuellere Leistungsbewertung zu ermöglichen, ohne die allgemeine Bewegungsaktivität und die Freude am Sport bei Kindern zu gefährden.
1. Theoretischer Hintergrund
„An die Note im Allgemeinen und an die Sportnote im Besonderen werden unzählige Ansprüche gestellt – je nach dem, aus welcher Perspektive sie betrachtet wird. Ihnen allen gerecht zu werden, scheint in der Praxis schier unmöglich.“ (Grunder, Ruthemann, Scherer, Singer & Vettiger, 2010, S. 304).
Dieses Zitat gibt einen ersten Ausblick auf die Problematik der Notenvergabe und den vorangestellten Urteilsprozess im Fachbereich Sport. (Zu) Einfach wäre es daraus zu schließen, auf Noten könnte – zumindest was den Sportunterricht betrifft – ohne Weiteres verzichtet werden. Zensuren haben viele unterschiedliche und wichtige Funktionen selektiver, informativer sowie prognostischer Art (Sacher, 2014, S. 22ff.). Dennoch ist der Ruf nach sportlicher Betätigung ohne Leistungsdruck nachvollziehbar und die Schule als Sozialisationsinstanz aufgerufen, Kindern einen „geschützten Raum“ zu bieten (Jürgens, 2000, S. 22). Viele Kinder leiden unter dem inaktiven Lebensstil, welcher sich durch die COVID-19-Pandemie weiter dramatisch verschlimmert hat. Aufgrund deutlicher Bewegungsdefizite und einer erhöhten Bildschirmzeit nahmen laut diverser Studien mindestens ein Drittel der Grundschüler*innen während des zweiten Lockdowns 2021 zu (Kuhn (1), 2021, S. 10). Die Schule und insbesondere der Sportunterricht sollten demzufolge zur Steigerung der Bewegungsaktivität ermutigen und motivieren.
1. THEORETISCHER HINTERGRUND: Dieses Kapitel erläutert grundlegende Begriffe der Leistungsbewertung, beleuchtet die gesellschaftliche und schulsportliche Relevanz und diskutiert Funktionen sowie psychologische Aspekte wie die Theorie der kognitiven Dissonanz.
2. HAUPTTEIL MIT FOKUS AUF PROBLEMATIKEN DER NOTENGEBUNG IM SPORTUNTERRICHT: Hier werden der Diskurs um die Notengebung, die methodische Vorgehensweise der durchgeführten empirischen Datenerhebung sowie alternative Bewertungsmodelle detailliert analysiert und diskutiert.
3. FAZIT MIT PERSÖNLICHEM AUSBLICK: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse der Untersuchung zusammen und reflektiert die Möglichkeiten, wie eine gerechtere Sportbewertung unter Berücksichtigung individueller Voraussetzungen und Transparenz gelingen kann.
Sportunterricht, Notengebung, Leistungsbewertung, Grundschule, Objektivität, pädagogische Note, kognitive Dissonanz, Leistungsprinzip, Schulsport, Beurteilungsfehler, Transparenz, Motivationsförderung, Bewegungsaktivität, Streichnote.
Die Arbeit analysiert die aktuelle Praxis der Notengebung im Sportunterricht in Thüringer Grundschulen, kritisiert deren problematische Aspekte und sucht nach fairen sowie motivierenden Alternativen für Kinder.
Im Zentrum stehen die Objektivität und Fairness bei der Leistungsbewertung, der Gegensatz zwischen Selektion und pädagogischer Förderung sowie die Auswirkungen von Zensuren auf die Motivation und Bewegungsfreude der Schüler.
Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, welche Faktoren die Notengebung beeinflussen, welche Schwierigkeiten dies für Sportlehrkräfte mit sich bringt und inwiefern alternative Verfahren eine gerechtere Notenvergabe ermöglichen können.
Es wird eine empirische Untersuchung durchgeführt, die primär auf semistrukturierten Leitfadeninterviews mit Lehrkräften sowie einer ergänzenden Schülerbefragung basiert, um sowohl Lehrer- als auch Kindersicht abzubilden.
Der Hauptteil befasst sich mit der Problematisierung der Notenvergabe (z.B. Beurteilungsfehler wie Halo-Effekt), der Darstellung der empirischen Datenerhebung und dem Entwurf neuer Ansätze wie der Verwendung von Leistungstabellen oder der Streichnote.
Wichtige Begriffe sind Sportunterricht, Leistungsbewertung, Objektivität, pädagogische Note, kognitive Dissonanz, Schulsport und die kritische Reflektion von Beurteilungsfehlern.
Im Vergleich zu Kernfächern leidet Sport oft unter einem "weicheren" Status, subjektiven Bewertungskriterien bei motorischen Leistungen und dem Spannungsfeld zwischen notwendiger Selektion des Schulsystems und dem eigentlich gewünschten Ziel der Bewegungsfreude.
Die Streichnote sieht vor, dass die schlechteste Note eines Schülers in einem Lernbereich oder Halbjahr gestrichen wird, um den enormen Leistungsdruck zu senken und die Motivation zu erhalten.
Die Arbeit betont, dass Kinder mit unterschiedlichen körperlichen Konstitutionen oder Krankheiten (z.B. Adipositas) durch starre Normwerte benachteiligt werden, weshalb eine stärkere Einbeziehung individueller Fortschritte gefordert wird.
Die meisten Lehrkräfte sehen die Notengebung in der aktuellen Form kritisch, berichten von Zeitdruck und pädagogischen Dilemmata, stehen jedoch unter dem Zwang des Systems und suchen eigenständig nach individuellen Auswegen.
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