Bachelorarbeit, 2022
58 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
1 Demografische Entwicklung
1.1 Aktueller Stand der demografischen Entwicklung
1.2 Demografische Prognose
2 Pflegeversicherung im Wandel und kritische Beurteilung
2.1 Entstehung der sozialen Pflegeversicherung
2.2 Pflege-Neuausrichtungsgesetz
2.3 Pflegestärkungsgesetz I
2.4 Pflegestärkungsgesetz II
2.5 Pflegestärkungsgesetz III
2.6 Pflegeberufereformgesetz
2.7 Gesundheitsversorgungsweiterentwicklungsgesetz
3 Politische Bestrebungen der jüngeren Zeit
3.1 Koalitionsvertrag 2018 – CDU, CSU, SPD
3.1.1 Konzertierte Aktion Pflege der Bundesregierung
3.1.2 Entlastung pflegender Angehöriger
3.1.3 Tarifliche Bezahlung in der Altenpflege
3.2 Koalitionsvertrag 2021 – SPD, Bündnis 90 / Die Grünen, FDP
3.2.1 Dynamisierung der Leistungsansprüche und Begrenzung der Eigenanteile
3.2.2 Ausbau der Pflegeversicherung zu einer Vollversicherung
3.2.3 Finanzierbarkeit der Vorhaben
3.3 Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung
4 Fachkräftemangel in der (ambulanten) Pflege
4.1 Ausmaß des Fachkräftemangels
4.2 Zukünftige Entwicklung des Fachkräftemangels
5 Ansatzpunkte zur systemischen Verbesserung der aktuellen Situation
5.1 Weitere Priorisierung des Grundsatzes „ambulant vor stationär“
5.2 Unterstützung und Entlastung der pflegenden Angehörigen
5.2.1 Informationsoffensive für pflegende Angehörige
5.2.2 Bundesweite Vereinfachung der Nutzung des Entlastungsbudgets zu fairen Konditionen
5.3 Personalrückgewinnung zur Verbesserung der Personalsituation
6 Maßnahmen der Personalbindung
6.1 Organisationsentwicklung
6.1.1 Betriebliches Gesundheitsmanagement
6.1.2 Optimierte Arbeitszeitgestaltung
6.2 Technikgestütztes Arbeiten in der ambulanten Pflege
6.2.1 Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologien
6.2.2 Technische Assistenzsysteme zur Unterstützung der Pflegearbeit
6.3 Personalentwicklung
6.3.1 Personalbildung
6.3.2 Personalförderung
6.3.3 Arbeitsstrukturierung
6.4 Personalführung
6.4.1 Führungsstile
6.4.2 Führungsinstrumente
6.4.3 Diversity Management
7 Zusammenfassung und Schlussfolgerungen
7.1 Zusammenfassung
7.2 Schlussfolgerungen
Diese Arbeit untersucht die systemischen Herausforderungen des Fachkräftemangels in der ambulanten Pflege und identifiziert konkrete Maßnahmen zur Personalbindung und -rückgewinnung, um den Grundsatz „ambulant vor stationär“ unter den Bedingungen eines demografischen Wandels zu stärken.
6.2.2 Technische Assistenzsysteme zur Unterstützung der Pflegearbeit
Die Arbeit in der ambulanten Pflege ist häufig geprägt von hoher körperlicher Belastung. Von großer Bedeutung ist daher die Forschung zu technischen Assistenzsystemen, die unterschiedliche Formen annehmen und verschiedene Funktionen erfüllen können. Zu diesem Bereich gehören Maschinen, die bei der Pflege durch das Hochheben und Drehen von bettlägerigen Menschen physisch unterstützen. Ebenso werden Geräte hinzugerechnet, die die Pflegebedürftigen darin unterstützen, bestimmte Bewegungen und Handlungen selbst auszuführen, um so auch die Pflegekraft zu entlasten. Aber auch Serviceroboter sowie Telepräsenz- und Assistenzroboter könnten zukünftig Pflegekräfte in der Ausübung ihrer Pflegetätigkeit unterstützen oder die Anwesenheit gar teils ersetzen. Viele dieser Unterstützungssysteme befinden sich noch in Forschungs- oder Testphasen, weswegen man von einer flächendeckenden Nutzung noch weit entfernt ist (Jacobs et al., 2017, S. 85ff.). Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert bereits seit vielen Jahren Forschungsprojekte im Bereich der technischen Pflegeinnovationen und setzt seit 2021 auch einen Schwerpunkt auf „Robotische Systeme für die Pflege“ (BMG, 2021, S. 87f.).
Eine Befragung von Pflegekräften ergab einen relativ hohen Kenntnisstand zu heute bereits existierenden Assistenzsystemen, wie beispielsweise Hebehilfen und Sturzdetektoren. Auch würden technische Assistenzsysteme zur körperlichen Unterstützung der Pflegearbeit geschätzt und akzeptiert. Trotz dieser Kenntnisse hat nur eine geringe Zahl an Pflegekräften Zugang zu solchen Systemen. Für die Implementierung und Akzeptanz neuer und zukünftiger technischer Assistenzsysteme ist es jedoch unerlässlich Pflegekräfte frühzeitig zu sensibilisieren und Sorgen hinsichtlich eines etwaigen Arbeitsplatzverlustes durch technischen Ersatz ernst zu nehmen (Jacobs et al., 2019, S. 214ff.).
1 Demografische Entwicklung: Kapitel 1 beleuchtet den aktuellen Stand sowie zukünftige Prognosen zur demografischen Entwicklung und den daraus resultierenden Anstieg der Pflegebedürftigkeit.
2 Pflegeversicherung im Wandel und kritische Beurteilung: Dieses Kapitel analysiert kritisch die maßgeblichen Reformen der sozialen Pflegeversicherung der letzten zehn Jahre und deren Auswirkungen auf die pflegerische Versorgung.
3 Politische Bestrebungen der jüngeren Zeit: Hier werden die politischen Zielsetzungen der jüngeren Koalitionsverträge dargestellt, diskutiert und hinsichtlich ihrer praktischen Umsetzbarkeit bewertet.
4 Fachkräftemangel in der (ambulanten) Pflege: Kapitel 4 untersucht das aktuelle Ausmaß sowie die prognostizierte Verschärfung des Fachkräftemangels in der ambulanten Pflege.
5 Ansatzpunkte zur systemischen Verbesserung der aktuellen Situation: Dieser Teil widmet sich systemischen Lösungsansätzen, insbesondere der Stärkung des Grundsatzes „ambulant vor stationär“ und der Entlastung pflegender Angehöriger.
6 Maßnahmen der Personalbindung: Das umfangreiche Kapitel 6 erörtert spezifische Personalmanagement-Maßnahmen, von organisationspsychologischen Ansätzen über Techniknutzung bis hin zu neuen Führungsstrukturen zur Bindung von Fachkräften.
7 Zusammenfassung und Schlussfolgerungen: Das Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und leitet daraus politische sowie strategische Schlussfolgerungen für die Zukunft der Pflege ab.
Ambulante Pflege, Fachkräftemangel, Demografischer Wandel, Pflegeversicherung, Personalbindung, Personalmanagement, Pflegestärkungsgesetz, Pflegebedürftigkeit, Arbeitszeitgestaltung, Technikgestützte Pflege, Pflegende Angehörige, Personalführung, Organisationsentwicklung, Gesundheitsmanagement, Pflegereformen.
Die Arbeit befasst sich mit der Herausforderung des Fachkräftemangels im Pflegesektor, insbesondere in der ambulanten Pflege, und sucht nach Wegen, diesen durch strukturelle sowie personelle Veränderungen abzumildern.
Zentrale Felder sind die Auswirkungen des demografischen Wandels, die Entwicklung der gesetzlichen Rahmenbedingungen der Pflegeversicherung, die politische Agenda zur Pflegereform sowie konkrete Managementstrategien zur Mitarbeiterbindung.
Das Ziel ist es, systemische Veränderungen und Maßnahmen aufzuzeigen, die notwendig sind, um den Fachkräftemangel effektiv zu bekämpfen und den gesetzlichen Grundsatz „ambulant vor stationär“ dauerhaft zu etablieren.
Die Arbeit basiert auf einer systematischen Literaturrecherche, die den Forschungsstand zu Reformgesetzen, Pflegestudien und Personalmanagement-Ansätzen aufbereitet und kritisch analysiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der demografischen Lage, die Bewertung der gesetzlichen Reformen, die Darstellung politischer Bestrebungen, die Untersuchung des Fachkräftemangels sowie die Ableitung von Personalbindungsmaßnahmen durch Organisationsentwicklung und Führungsinstrumente.
Charakteristische Schlagworte sind unter anderem Fachkräftemangel, ambulante Pflege, Personalbindung, Pflegeversicherung und Personalführung.
Dies ist ein spezifisches Konzept des ehemaligen Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung, welches als ganzheitlicher Lotsenansatz für Pflegehaushalte dient, um den „Leistungsdschungel“ bei der Anspruchsermittlung zu bewältigen.
Der Autor stellt fest, dass einfache Einzelmaßnahmen nicht ausreichen; stattdessen seien tiefgreifende strukturelle Änderungen, etwa durch eine partizipative Organisationsentwicklung oder moderne Personalförderung, zwingend erforderlich, um Pflegekräfte langfristig im Beruf zu halten.
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