Diplomarbeit, 2009
72 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Relevanz des Themas und Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
2 Compliance
2.1 Begriff der Compliance
2.1.1 Definition
2.1.2 Einordnung und Abgrenzung
2.2 Bedeutung von Compliance für Unternehmen
2.3 Compliance-Aktivitäten
2.3.1 Compliance-Organisation, Compliance-Programm und Compliance-System
2.3.2 Compliance-Maßnahmen
2.3.2.1 Stufenmodell nach Hauschka
2.3.2.2 Maßnahmen der Stufe I
2.3.2.3 Maßnahmen der Stufe II
2.3.2.4 Maßnahmen der Stufe III
2.4 Internationale Aspekte von Compliance
3 Landeskultur in der internationalen Unternehmung
3.1 Begriff der Landeskultur
3.2 Bedeutung der Landeskultur für internationale Unternehmen
3.3 Messung von Landeskultur
3.3.1 Messbarkeit von Landeskultur
3.3.2 Ansatz von Hall
3.3.2.1 Kulturdimensionen nach Hall
3.3.2.2 Kritische Würdigung
3.3.3 Ansatz von Hofstede
3.3.3.1 Studie von Hofstede und ihre Kulturdimensionen
3.3.3.2 Kritische Würdigung
3.3.4 Ansatz der GLOBE-Studie
3.3.4.1 GLOBE-Studie und ihre Kulturdimensionen
3.3.4.2 Kritische Würdigung
4 Der Einfluss von Kultur auf ausgewählte Compliance-Maßnahmen
4.1 Vorgehensweise
4.2 Maßnahmen der Stufe I nach Hauschka
4.2.1 Compliance-Schulungen
4.2.2 Compliance-Schulungen mittels E-Learning
4.2.3 Interne Revision
4.2.4 Fazit
4.3 Maßnahmen der Stufe II nach Hauschka
4.3.1 Verhaltenskodizes
4.3.2 Externe Revision
4.3.3 Whistleblowing
4.3.4 Fazit
4.4 Maßnahmen der Stufe III nach Hauschka
4.4.1 Disziplinarischen Maßnahmen
4.4.2 Compliance-Organisation
4.4.3 Fazit
5 Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob und inwieweit die Landeskultur einen signifikanten Einfluss auf die Gestaltung und Implementierung von Compliance-Maßnahmen in international tätigen Unternehmen hat. Ziel ist es, durch eine systematische Analyse wissenschaftlicher Studien Anhaltspunkte für eine kulturell angepasste Compliance-Strategie zu identifizieren.
2.3.1 Compliance-Organisation, Compliance-Programm und Compliance-System
In der Literatur werden die Begriffe Compliance-Organisation, Compliance-Programm, Compliance-System und manchmal schlicht der Begriff Compliance verwendet, um die Gesamtheit aller Aktivitäten, die der Compliance dienen, zu bezeichnen (vgl. Vetter 2008, 36+85-91; Hauschka 2007a, 2-25; Hauschka/Greeve 2007, 165-174; Hauschka 2004, 257-261; Lampert 2002, 2237-2242).
Dass Compliance in dieser Arbeit ein „regelkonformes Verhalten“ und nicht die dazu notwendigen Maßnahmen meint, wurde bereits erläutert (s. 2.1.1). Weiter wird eine Differenzierung zwischen Compliance-Programm und -System nicht vorgenommen, sondern unter beiden Begriffen das von einer Unternehmung gewählte Maßnahmenbündel zur Erreichung von Compliance verstanden. Dies entspricht der Prävention von Verstößen durch Information und Verhaltensvorgaben, dem Aufdecken von problematischen Sachverhalten sowie Strukturen, die sich zu Verstößen entwickeln könnten und durch rechtzeitiges Einschreiten verhindert werden können sowie der internen Aufdeckung von Verstößen vor einer Entdeckung durch Behörden, um eine pro-aktive Schadensbegrenzung zu ermöglichen (vgl. Lampert 2002, 2237-2242).
Die Abgrenzung zum Begriff der Compliance-Organisation bleibt zwangläufig unscharf. Da jede Compliance-Maßnahme zur Umsetzung der Organisation bedarf, sind beide Begriffe miteinander verwoben. Weiss und Beyer definieren die Compliance-Organisation als ein Team von internen und externen Experten, „die sich einerseits auf die Befolgung von unternehmensinternen Prozessen und Strukturen, andererseits in ihrer Überwachungstätigkeit im Wesentlichen auf Controlling, Revision, Risikomanagement, EDV, Unternehmenssicherheit [und] Schulung [...] konzentrieren“ (2007, 8-9). Diesen Aussagen wird hier zugestimmt und darauf hingewiesen, dass die Compliance-Organisation als „Team von Experten“ und damit als aufbauorganisatorisches Element verstanden wird (s. 2.3.2.4). Somit beinhaltet die Abgrenzung einen gewissen Zirkelbezug: Während die Entwicklung von Compliance-Maßnahmenbündeln zu den elementaren Aufgaben der Compliance-Organisation zu zählen ist, stellt die Einrichtung einer solchen wiederum eine Maßnahme eines Compliance-Programmes dar.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz des Compliance-Themas ein und umreißt die Zielsetzung, den Einfluss der Landeskultur auf Compliance-Maßnahmen systematisch zu untersuchen.
2 Compliance: In diesem Kapitel wird der Compliance-Begriff definiert, in den Kontext der Corporate Governance eingeordnet und der Aufbau eines stufenbasierten Compliance-Systems dargestellt.
3 Landeskultur in der internationalen Unternehmung: Dieses Kapitel expliziert den Begriff der Landeskultur und stellt zentrale wissenschaftliche Messansätze wie die Studien von Hall, Hofstede und die GLOBE-Studie vor.
4 Der Einfluss von Kultur auf ausgewählte Compliance-Maßnahmen: Hier erfolgt eine systematische Verknüpfung der Kulturforschung mit Compliance-Instrumenten (Schulungen, Revision, Verhaltenskodizes, Whistleblowing), um kulturabhängige Unterschiede aufzuzeigen.
5 Schlussbetrachtung: Das letzte Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und resümiert, dass die Literatur zwar eine Kulturabhängigkeit von Compliance-Maßnahmen nahelegt, jedoch weitere Forschung für praktische Implementierungsempfehlungen notwendig bleibt.
Compliance, Landeskultur, Unternehmenskultur, Compliance-Management, Kulturdimensionen, Geert Hofstede, GLOBE-Studie, Compliance-Programm, Whistleblowing, Interkulturelles Management, Unternehmensethik, Compliance-Organisation, Risikomanagement, Internationale Unternehmung, Organisationsstruktur
Die Arbeit untersucht, wie die Landeskultur die Gestaltung und Effektivität von Compliance-Maßnahmen in international tätigen Unternehmen beeinflusst.
Die zentralen Felder sind die Grundlagen des Compliance-Managements, die kulturwissenschaftliche Messung von nationalen Unterschieden sowie deren Anwendung auf spezifische Compliance-Instrumente.
Das Ziel ist es, eine erste systematische wissenschaftliche Untersuchung darüber zu liefern, ob und wie kulturelle Faktoren bei der Implementierung von Compliance-Programmen berücksichtigt werden sollten.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die bestehende theoretische Ansätze und empirische Studien zum Einfluss von Kulturdimensionen auf betriebliche Prozesse auswertet.
Der Hauptteil analysiert, basierend auf dem Stufenmodell nach Hauschka, wie unterschiedliche kulturelle Prägungen (z.B. Machtdistanz oder Individualismus) die Wirksamkeit von Schulungen, Revisionen, Kodizes und Whistleblowing beeinflussen.
Zentrale Begriffe sind Compliance, Landeskultur, Kulturdimensionen nach Hofstede, Compliance-Organisation und unternehmensethische Instrumente.
Es dient als systematischer Rahmen, um Compliance-Maßnahmen in drei Schwierigkeitsgrade zu unterteilen und auf diesen Ebenen jeweils die kulturelle Beeinflussbarkeit der Instrumente zu prüfen.
Die GLOBE-Studie wird neben Hofstede als einer der Hauptansätze zur Operationalisierung von Landeskultur herangezogen, um den Einfluss auf Compliance-Organisationen und Kontrollmechanismen empirisch zu untermauern.
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