Diplomarbeit, 2008
138 Seiten, Note: 1,3
Diese wissenschaftliche Arbeit befasst sich mit der Untersuchung von Renditeanomalien von Aktien. Das Hauptziel ist es, mithilfe flexibler Regressionsmodelle, insbesondere nichtparametrischer Verfahren, den Einfluss verschiedener Indikatoren zur Aktienbewertung auf die Rendite zu analysieren. Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie diese Indikatoren die Rendite beeinflussen und welche Unterstützung sie bei Anlageentscheidungen bieten können.
Einleitung
Hierbei bezeichnet Rs die Rendite einer Aktie, Rrf die Rendite einer risikolosen Anlage und RM die Rendite des Marktportfolios, welches aus allen vorhandenen risikobehaf teten Wertpapieren besteht. β wird als Marktfaktor bezeichnet3 und gibt an, wie stark die Rendite der betrachteten Aktie auf eine Veränderung der Differenz (E(RM) − Rrf ) reagiert. Bei einem sehr kleinen β verändert sich die Rendite kaum. Das Risiko ist also gering, man kann aber auch keine viel höhere Rendite als die der risikofreien Anlage erwarten. Für große Werte von β reagiert die Rendite stark auf Veränderungen der Dif ferenz (E(RM)−Rrf ). Sie unterliegt also stärkeren Schwankungen und beinhaltet damit ein höheres Risiko, aber man kann mit einer solchen Aktie höhere Renditen erzielen. In einigen Arbeiten zu diesem Thema, zum Beispiel von Fama / French (1996) , wurde das CAPM jedoch kritisiert und bessere Modellierungsansätze für die Rendite gefunden, so dass man auch ohne zusätzliches Risiko durch Selektion der Aktien anhand bestimmter Indikatoren eine höhere Rendite erzielen kann.
Zur Untersuchung dieser Renditeanomalien sollen nun Regressionsmodelle mit der Ak tienrendite als abhängige Variable und verschiedenen Indikatoren zur Aktienbewertung als unabhängige Variablen gefittet werden. Man möchte damit herausfinden, ob und auf welche Weise diese Indikatoren die Rendite beeinflussen, so dass damit eine mögliche Hilfestellung geliefert werden kann, um entsprechende Anlageentscheidungen zu treffen. Als Indikatoren werden hier das Kurs-Gewinn-Verhältnis sowie das Momentum, berech net über verschieden lange Zeiträume, verwendet. Die Modellierung geschieht zunächst durch klassische lineare Regression, wozu schon einige Studien durchgeführt wurden, zum Beispiel von Fama / French (1992), Pesaran / Timmermann (1994) und Pontiff / Schall (1998). Allerdings erscheint es nicht immer als gerechtfertigt, von einem li nearen Zusammenhang zwischen den Indikatoren und der Rendite auszugehen. Haugen (2001, S. 21f) beschreibt zum Beispiel einen nichtlinearen Zusammenhang zwischen der erwarteten Rendite und dem sogenannten Interest-Rate-Beta, also der Sensitivität, mit der die Rendite einer Aktie auf eine Änderung des Zinssatzes reagiert. Um solch einen nichtlinearen Zusammenhang modellieren zu können, braucht man also eine flexiblere Methode als die lineare Regression. Petersmeier (2003) beispielsweise verwendet in ih rer Arbeit die Kernregression als nichtparametrisches Verfahren zur Modellierung der Aktienrendite, weist aber gleichzeitig auf einige Nachteile dieses speziellen nichtpara metrischen Verfahrens, wie zum Beispiel die adäquate Behandlung hochdimensionaler Schätzprobleme, hin. Deshalb sollen hier andere nichtparametrische Methoden als die Kernregression verwendet werden, um den Einfluss der Indikatoren auf die Aktienrendi te flexibel zu modellieren. Mit diesen nichtparametrischen Regressionsmodellen befasst sich der Hauptteil dieser Arbeit.
1 Einleitung: Diese Arbeit untersucht Renditeanomalien von Aktien mit flexiblen Regressionsmodellen, insbesondere nichtparametrischen Methoden, um den Einfluss von Indikatoren wie Kurs-Gewinn-Verhältnis und Momentum auf die Aktienrendite zu analysieren und so Anlageentscheidungen zu unterstützen.
2 Lineare Regression: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen der linearen Regression, von einfachen bis zu multiplen Modellen, und beschreibt die Schätzung von Modellparametern, Tests auf den Einfluss von Regressoren und die Güte der Anpassung.
3 Nichtparametrische Regression: Hier werden fortgeschrittenere nichtparametrische Regressionsmethoden wie univariate Glättung (Polynom-Splines, penalisierte Splines, Glättungssplines, lokal gewichtete Regression), additive Modelle und Konzepte zur Modellwahl (AIC, R²) detailliert vorgestellt.
4 Renditeberechnung und Indikatoren zur Aktienbewertung: In diesem Kapitel werden die Berechnung diskreter und stetiger Aktienrenditen sowie die Definition und Relevanz von Aktienbewertungsindikatoren wie dem Kurs-Gewinn-Verhältnis (PER) und Momentum erläutert.
5 Empirische Untersuchung der Renditeanomalien von Aktien: Dieses umfangreiche Kapitel präsentiert die empirischen Analysen von Aktienrenditeanomalien anhand globaler und länderspezifischer Modelle unter Verwendung von PER und Momentum, sowie eine vertiefte Untersuchung des Momentums über verschiedene Zeiträume.
6 Schlussbetrachtungen: Die Arbeit fasst die Ergebnisse zusammen, betont die Nützlichkeit nichtparametrischer Modelle zur Analyse von Renditeanomalien, identifiziert Value-Phasen in verschiedenen Ländern und gibt einen Ausblick auf zukünftige Forschungsansätze, insbesondere Regressionbäume zur Bewältigung des Dimensionalitätsproblems.
Renditeanomalien, flexible Regressionsmodelle, Aktienrendite, Kurs-Gewinn-Verhältnis (PER), Momentum, nichtparametrische Regression, lineare Regression, Glättungssplines, additive Modelle, Value-Ansatz, Anlagestrategien, Finanzmärkte, Schätzung, Modellierung
Die Arbeit untersucht Renditeanomalien von Aktien mit Hilfe flexibler Regressionsmodelle, um den Einfluss von Aktienbewertungsindikatoren auf die Rendite zu analysieren und damit Anlageentscheidungen zu unterstützen.
Zentrale Themenfelder sind die Analyse von Renditeanomalien, die Anwendung linearer und nichtparametrischer Regressionsmodelle sowie die Untersuchung spezifischer Aktienbewertungsindikatoren wie Kurs-Gewinn-Verhältnis und Momentum.
Das primäre Ziel ist es, herauszufinden, ob und auf welche Weise Indikatoren wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis und Momentum die Aktienrendite beeinflussen, um daraus Hilfestellungen für Anlageentscheidungen abzuleiten.
Die Arbeit verwendet statistische Regressionsmodelle, wobei sowohl klassische lineare Regression als auch flexible nichtparametrische Regressionsmodelle, wie Polynom-Splines, penalisierte Splines und additive Modelle, zum Einsatz kommen.
Der Hauptteil behandelt die statistischen Grundlagen der linearen und nichtparametrischen Regression, die Definition und Berechnung von Aktienrenditen und Bewertungsindikatoren sowie eine empirische Untersuchung der Renditeanomalien anhand globaler und länderspezifischer Modelle.
Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Renditeanomalien, flexible Regressionsmodelle, Aktienrendite, Kurs-Gewinn-Verhältnis (PER), Momentum und nichtparametrische Regression.
Nichtparametrische Regressionsmodelle werden bevorzugt, um nichtlineare Zusammenhänge zwischen Indikatoren und Aktienrendite flexibler modellieren zu können, da ein linearer Zusammenhang nicht immer gerechtfertigt erscheint.
In der Analyse werden "Value-Phasen" identifiziert, in denen Aktien mit niedrigem Kurs-Gewinn-Verhältnis höhere Renditen erzielen, und "Growth-Phasen", in denen Aktien mit erwartetem starkem Gewinnwachstum überdurchschnittlich abschneiden.
Für die Modellierung der Rendite erwies sich ein mittelfristiger Berechnungszeitraum des Momentums von etwa 300 Tagen als besonders geeignet, wobei Kombinationen mit anderen Zeiträumen oft zu Verbesserungen führten.
In der empirischen Untersuchung wurden die Länder USA, Japan, China, Kanada, Brasilien und Australien vertieft betrachtet, da sie die höchsten prozentualen Anteile an den verwendeten Daten aufwiesen.
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