Examensarbeit, 2009
101 Seiten, Note: 2
1 EINLEITUNG
1.1 Fragestellung dieser Arbeit
2 FORSCHUNGSGEGENSTAND DOPING
2.1 Die Problematik einer Doping-Definition
2.2 Das Verständnis von Doping in dieser Arbeit
3 SOZIOLOGISCHE DIMENSIONEN DES DOPINGS
3.1 Mikro-Ebene: Der Athlet im Fokus
3.1.1 Pfadabhängigkeit im Leistungssport
3.1.2 Leistungssportimmanenter Druck
3.1.3 Konkurrenzdilemma der Sportler
3.1.4 Doping als illegitime Bewältigungsstrategie
3.2 Meso-Ebene: Dopingstimulierende Umfeldakteure
3.2.1 Trainer
3.2.2 Ärzte
3.2.3 Verbände
3.3 Makro-Ebene: Gesellschaftliche Einflussfaktoren
3.3.1 Medien
3.3.2 Publikum
3.3.3 Politik und Wirtschaft
3.4 Zusammenfassung: Systemstruktur & Konstellationseffekt des Dopingproblems
4 LÖSUNGSSTRATEGIEN BETRUGFREIEN LEISTUNGSSPORTS
4.1 Das Doping-Kontrollsystem
4.1.1 Durchführung, Verantwortung und Auswahl der Kontrollen
4.1.2 Ziele des Kontrollsystems
4.1.3 Probleme des Dopingkontrollsystems
4.2 Aktuelle Präventionsmaßnahmen
4.3 Alternative Lösungsstrategien
4.3.1 Diskussion: Dopingfreigabe
4.3.1.1 Bewertung und Kritik der Dopingfreigabe
4.3.2 Alternative Kontrolltechniken
4.3.3 Lösungsansatz mit Hilfe eines Mehr-Ebenen-Modells
4.3.3.1 Strukturelle Veränderungen auf der Makro-Ebene
4.3.3.2 Präventionsmaßnahmen auf der Meso-Ebene
4.3.3.3 Präventionsmaßnahmen auf der Mikro-Ebene
5 SCHLUSSBETRACHTUNG UND AUSBLICK
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die soziologische Analyse des Dopingphänomens im Leistungssport, um aufzuzeigen, dass Doping kein isoliertes individuelles Fehlverhalten ist, sondern ein systemisches Konstellationsproblem, das auf verschiedenen gesellschaftlichen Ebenen entsteht.
3.1.1 Pfadabhängigkeit im Leistungssport
In diesem Kapitel sollen nun Möglichkeiten, aber auch Nöte von Sportlern im Leistungssport mit Hilfe von biografischen Überlegungen sowie die typischen Gemeinsamkeiten von Athletenbiografien herausgearbeitet werden, um damit die gegenwärtige Dopingmentalität im zeitgenössischen Leistungssport soziologisch verstehen zu können.
Eine biografietheoretische Betrachtung beschreibt den Vorgang der schrittweisen Selbstfestlegung einer Person. Das in dieser Untersuchung wichtigste Merkmal von Biografien im Leistungssport ist ihre Pfadabhängigkeit. Soziale Zwänge und Gelegenheiten grenzen den Spielraum der Lebensgestaltung erheblich ein. Dabei ist zu beachten, dass jede Selbstfestlegung in einer unterschiedlich großen Unwissenheit darüber geschieht, wohin eine bestimmte Entscheidung, ein bestimmter Pfad führt (vgl. March, 2004, S. 98). Personen können niemals ihre ganze Biografie überblicken und vorausplanen. An Scheidewegen rücken allenfalls wenige nächste Schritte und Möglichkeiten ins Visier. Der Einzelne weiß, dass er sich festlegt, er weiß aber nicht, worauf er sich damit längerfristig einlässt.
Festlegungen eröffnen sicherlich neue Handlungsmöglichkeiten für die Zukunft, schließen jedoch ungleich mehr ungewollte – aber eventuell später einmal vermisste – Optionen aus. Dieser Vorgang beinhaltet somit eine sukzessive Spezialisierung. Hat sich eine Person für einen Pfad entschieden, sind fortan die meisten anderen Möglichkeiten ausgeschlossen (vgl. Bette & Schimank, 2006a, S. 119f.).
Im Leistungssport zeigen sich die oben genannten Merkmale in einer spezifisch zugespitzten und eigentümlichen Weise. Sportlerkarriere sind aufgrund der geringen Erfolgsaussichten besonders stark von einer Pfadtreue abhängig, die die biografische Fixierung schnell fortschreiten lässt und eine Abweichung vom beschrittenen Pfad unwahrscheinlich macht (vgl. March, 2004, S. 98).
1 EINLEITUNG: Darstellung der Dopingproblematik als systemisches Problem und Definition des sportsoziologischen Forschungsinteresses.
2 FORSCHUNGSGEGENSTAND DOPING: Auseinandersetzung mit der Schwierigkeit einer trennscharfen Definition von Doping und Etablierung eines Arbeitsverständnisses.
3 SOZIOLOGISCHE DIMENSIONEN DES DOPINGS: Analyse der Ursachen von Doping auf Mikro-, Meso- und Makro-Ebene als systembedingtes Handeln.
4 LÖSUNGSSTRATEGIEN BETRUGFREIEN LEISTUNGSSPORTS: Kritische Bewertung aktueller Dopingbekämpfung und Entwurf eines Mehrebenen-Modells als Lösungsansatz.
5 SCHLUSSBETRACHTUNG UND AUSBLICK: Zusammenfassung der Ergebnisse und Einschätzung der zukünftigen Möglichkeiten zur Dopingbekämpfung.
Doping, Leistungssport, Sportsoziologie, Pfadabhängigkeit, Systemlogik, Dopingprävention, Mehrebenen-Modell, Dopingkontrolle, Sportethik, Leistungsindividualismus, Umfeldakteure, Wettkampfzwang.
Die Arbeit untersucht das Phänomen Doping nicht als moralisches Versagen des einzelnen Athleten, sondern als ein komplexes soziologisches Problem, das durch systemische Bedingungen im Leistungssport entsteht.
Die Themen umfassen die soziologischen Dimensionen auf Mikro-, Meso- und Makro-Ebene, die Analyse von Systemzwängen, das Konkurrenzdilemma der Athleten sowie eine kritische Prüfung aktueller Anti-Doping-Strategien.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Doping ein „Konstellationsproblem“ ist und dass eine wirksame Dopingbekämpfung nicht nur den Athleten, sondern das gesamte Umfeld und die gesellschaftlichen Strukturen einbeziehen muss.
Es handelt sich um eine sportsoziologische Analyse, die auf der Auswertung vorhandener theoretischer Konzepte, empirischer Studien und systemtheoretischer Überlegungen basiert.
Der Hauptteil analysiert die Dopingproblematik auf drei Ebenen: den Athleten (Mikro), sein direktes Umfeld wie Trainer und Verbände (Meso) sowie gesellschaftliche Einflussfaktoren wie Medien und Wirtschaft (Makro).
Zentrale Begriffe sind Doping, Leistungssport, Soziologische Dimensionen, Dopingfalle, Systemlogik, Pfadabhängigkeit und Prävention.
Das System leidet unter Vollzugsdefiziten, ist logistisch und finanziell begrenzt und kann die strukturellen Anreize für Doping, die tief in der Systemlogik des Sports verwurzelt sind, nicht effektiv neutralisieren.
Sie stehen selbst unter hohem Erfolgsdruck und sind oft von den Ergebnissen der Athleten abhängig, wodurch sie das Doping entweder direkt fördern, durch ihre Unterstützung ermöglichen oder es stillschweigend dulden.
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