Doktorarbeit / Dissertation, 2003
245 Seiten, Note: gut
EINLEITUNG
0.1 Gegenstand und Ziel der vorliegenden Arbeit
0.2 Theoretischer Hintergrund
Kapitel 1 TEMPUS UND ASPEKT
1.1 Problemstellung
1.2 Tempus
1.2.1 Begriffliche Darstellung des Tempus
1.2.2 Tempus und Zeit
1.2.3 Tempussystem im Deutschen
1.2.4 Zur Relation von Tempus und Zeit
1.2.5 Tempusbedeutung nach Klein
1.2.6 Zusammenfassung
1.3 Aspekt
1.3.1 Vorbemerkungen
1.3.2 Problematik und Definition der Kategorie Aspekt
1.3.3 Untergliederung der Kategorie Aspekt
1.3.4 Aspektsprachen
1.3.5 Aspekt im Deutschen
1.4 Temporaladverbiale
1.4.1 Positionale Adverbiale
1.4.2 Durativadverbiale
1.4.3 Frequenzadverbiale
1.4.4 Temporaladverbien und die Spezifizierung der Zeitparameter
1.5 Aktionsarten
1.6 Abgrenzung von Tempus, Aspekt und Aktionsart
1.7 Zusammenfassung
Kapitel 2 DIE VERGANGENHEITSTEMPORA IM DEUTSCHEN
2.1 Einleitung
2.2 Das Präteritum
2.3 Die Perfektformen
2.3.1 Das einfache Perfekt
2.3.2 Das Plusquamperfekt
2.4 Zusammenfassung
Kapitel 3 DAS TEMPUS- und ASPEKTSYSTEM IM TÜRKISCHEN
3.1 Problemstellung und Forschungsstand
3.2 Überblick über das türkische Verbsystem
3.2.1 Allgemein zur Struktur des Türkischen
3.2.2 Tempusbildung
3.2.3 Nominalformen mit Kopula
3.2.4 Tempuskategorien
3.2.5 Verbalaspekt im Türkischen
3.3 Verwendungsweisen der wichtigsten Tempusformen
3.3.1 Die Präsensformen
3.3.1.1 Präsens auf yor
3.3.1.2 Präsens auf ir
3.3.2 Die Vergangenheitsformen
3.3.2.1 Vergangenheit auf di
3.3.2.2 Vergangenheit auf miş
3.3.2.3 Vergangenheit auf yordu
3.3.2.4 Vergangenheit auf irdi
3.3.2.5 Plusquamperfekt auf mişti / diydi
3.3.3 Die Futurformen
3.3.3.1 Futur auf ecek
3.3.3.2 Futur auf ecekti
3.4 Semantische Darstellung der türkischen Einheiten
3.5 Die Vergangenheitsformen
3.5.1 Die Perfektformen
3.5.1.1 di-Vergangenheit
3.5.1.2 miş-Vergangenheit
3.5.1.2.1 miştir-Form
3.5.1.2.2 mişmiş-Form
3.5.2 Die Imperfekta
3.5.2.1 Imperfekt auf yordu
3.5.2.2 Imperfekt auf irdi
3.5.3 Die Plusquamperfektformen
3.5.3.1 Plusquamperfekt auf mişti
3.5.3.2 Plusquamperfekt auf diydi
3.6 Zusammenfassung
Kapitel 4 EIN VERGLEICH DES TEMPUSGEBRAUCHS
4.1 Die Verwendung in bestimmten Texttypen
4.2 Ein Vergleich der Tempusformen in Übersetzungen
4.2.1 Erzählungen
4.2.2 Interviews
4.2.3 Nachrichtentexte
4.3 Abschließende Bemerkungen
Die vorliegende Arbeit zielt auf eine konfrontative Untersuchung des Tempus- und Aspektsystems des Deutschen und des Türkischen, insbesondere im Hinblick auf die Vergangenheitsformen. Die zentrale Forschungsfrage liegt in der Klärung der Grundbedeutungen dieser Tempusformen in beiden Sprachen und ihrem systematischen Vergleich, wobei die Arbeit die Theorie von W. Klein als integrativen Rahmen nutzt, um temporale und aspektuelle Bedeutungen einheitlich zu analysieren.
0.1 Gegenstand und Ziel der vorliegenden Arbeit
In der vorliegenden Arbeit geht es um verschiedene Verbalkategorien des Deutschen und des Türkischen wie Tempus, Aspekt, Aktionsart und Modus; diese Kategorien sind intensiv erforscht worden, ohne dass es bis jetzt zu einem einheitlichen Bild gekommen wäre. Ihre Analyse zählt zu den schwierigsten Problemen der Sprachwissenschaft überhaupt. Nicht zuletzt ihr Zusammenspiel in einer Sprache wirft eine Reihe bislang ungelöster Fragen auf.
Nicht alle hier erwähnten Kategorien sind Gegenstand der Untersuchung; der zentrale Gegenstand der vorliegenden Arbeit sind nur die erst genannten zwei Kategorien. Andere, mit dem Aspekt zusammenhängende Kategorien, die Aktionsarten, werden hier mitberücksichtigt, soweit es für eine adäquate Beleuchtung der Aspektkategorie notwendig erscheint. Außerhalb der Betrachtung bleibt das Modalsystem der beiden Sprachen. Der Modus ist auch wie das Tempus eine grammatische Kategorie, die in den Vergleichssprachen obligatorisch in der Flexion eines jeden finiten Verbs bestimmt wird, aber auch (zusätzlich oder alternativ) durch lexikalische Mittel ausgedrückt werden kann. Der Terminus Modus findet in unterschiedlichen Ebenen Verwendung, ist daher sehr umfassend und komplex. Eine eingehende Erörterung und Klärung des semantischen Feldes der Modalität ist im Zusammenhang mit dem Tempus schwierig und würde eine eigene Arbeit erfordern.
Das Ziel dieser Arbeit ist es, das Tempus- und Aspektsystem des Deutschen und des Türkischen in Bezug auf die Vergangenheitsformen darzustellen. Es geht in erster Linie darum, die Bedeutungen der Tempusformen der jeweiligen Sprachen zu klären und dann miteinander zu vergleichen. Zu fragen wäre freilich, ob sich überhaupt eine einzige Grundbedeutung der Tempusformen der Vergleichssprachen ermitteln lässt. Zwar ist auch im Bereich der Grammatik der Fall nicht auszuschließen, dass einer Tempusform mehrere Tempusbedeutungen zugeordnet werden, wir hoffen jedoch, zeigen zu können, dass im Bereich der Tempora kein Fall von Polysemie vorkommt, und dass jedes Tempus eine eigene, einheitliche Bedeutung besitzt. Besondere Schwierigkeiten sind bei der Darstellung der Tempusbedeutungen dadurch zu erwarten, dass einige Tempusformen verschiedene zeitliche Perspektiven aufweisen, welche während der Untersuchung festzustellen und zu beschreiben sind. In diesem Zusammenhang muss deutlich zwischen den Formen und Bedeutungen unterschieden werden, da die Tempusformen mit den Inhalten der ihnen zugewiesenen Zeitstufen (wie Gegenwart, Vergangenheit, Zukunft) nicht immer übereinstimmen.
EINLEITUNG: Die Arbeit führt in die kontrastive Untersuchung des deutschen und türkischen Tempus- und Aspektsystems ein, wobei die theoretischen Herausforderungen aufgrund der unterschiedlichen Sprachfamilien und Forschungsstände erläutert werden.
Kapitel 1 TEMPUS UND ASPEKT: Es werden die theoretischen Grundlagen des Tempus- und Aspektbegriffs erarbeitet, wobei insbesondere der Ansatz von Wolfgang Klein zur systematischen Beschreibung dieser Kategorien als abstrakte Zeitrelationen dargelegt wird.
Kapitel 2 DIE VERGANGENHEITSTEMPORA IM DEUTSCHEN: Das Kapitel analysiert die deutschen Vergangenheitsformen Präteritum, Perfekt und Plusquamperfekt im Hinblick auf ihre Bedeutung und Verwendung.
Kapitel 3 DAS TEMPUS- und ASPEKTSYSTEM IM TÜRKISCHEN: Es erfolgt eine detaillierte Untersuchung der türkischen Tempus- und Aspektformen, ihrer Agglutinationsstruktur und der spezifischen Funktionen der Vergangenheits- und Futurformen.
Kapitel 4 EIN VERGLEICH DES TEMPUSGEBRAUCHS: Die Ergebnisse der theoretischen Analyse werden anhand von Übersetzungen und Texttypen wie Erzählungen, Interviews und Nachrichtentexten in beiden Sprachen konfrontativ angewendet.
Tempus, Aspekt, Aktionsart, Kontrastive Sprachanalyse, Deutsch, Türkisch, Vergangenheitstempora, Präteritum, Perfekt, Plusquamperfekt, Topikzeit, Situationszeit, Wolfgang Klein, Verbalsystem, Sprachvergleich
Die Arbeit befasst sich mit einer kontrastiven Untersuchung der Tempus- und Aspektsysteme des Deutschen und Türkischen, speziell im Hinblick auf die Vergangenheitsformen.
Im Zentrum stehen die Konzepte von Tempus, Aspekt und Aktionsart, ihre morphologische Ausprägung in beiden Sprachen sowie ihre systematische Abgrenzung.
Ziel ist es, die Bedeutungen der Tempusformen in beiden Sprachen zu klären und diese kontrastiv gegenüberzustellen, um ein besseres Verständnis ihrer jeweiligen Funktionsweisen zu ermöglichen.
Die Untersuchung basiert auf einem kontrastiven sprachwissenschaftlichen Ansatz und nutzt maßgeblich den integrativen theoretischen Rahmen von Wolfgang Klein, um temporale und aspektuelle Bedeutungen präzise zu definieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine Analyse der deutschen Vergangenheitsformen, eine detaillierte Beschreibung des türkischen Tempus- und Aspektsystems und einen abschließenden Vergleich anhand von Textbeispielen.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Tempus, Aspekt, Kontrastivität, Topikzeit, Situationszeit, Perfektivität und Imperfektivität geprägt.
Aktionsarten werden als inhärente Eigenschaften von Verben betrachtet, die das Verständnis der zeitlichen Struktur einer Situation ergänzen, besonders wenn die Tempusformen selbst keine eindeutige Grenze angeben.
Während im Deutschen das Aspektverständnis primär innerhalb des Tempussystems existiert, scheint das Tempus im Türkischen stärker in eine aspektuelle Struktur eingebettet zu sein.
Kleins Modell erlaubt eine einzelsprachenunabhängige und relativ einfache Analyse, da es Tempus und Aspekt mittels derselben Parameter (Topikzeit, Situationszeit, Äußerungszeit) darstellt und somit die Bedeutung der Verbformen besser isolieren kann.
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