Bachelorarbeit, 2020
80 Seiten, Note: 1,6
1 Einleitung
2 Armut
2.1 Definition des Armutsbegriffs
2.1.1 Relative und absolute Armut
2.1.2 Direkter und indirekter Zugang der Armutserfassung
2.1.2.1 Der Ressourcenansatz
2.1.2.2 Der Lebensstandardansatz
2.1.2.3 Der Lebenslagenansatz
2.1.2.4 Der Ansatz der Verwirklichungschancen/Capability Approach
2.1.3 Zwischenresümee
2.2 Kinderarmut in Deutschland
2.2.1 Zahlen zur Kinderarmutsrate in Deutschland
2.2.2 Entstehungsfaktoren von Armut in der Kindheit
2.2.3 Auswirkungen von Armut in der Kindheit
3 Theorie der erlernten Hilflosigkeit
3.1 Grundlagen
3.2 Attributionen – Dimensionen der Hilflosigkeitserfahrung
4 Offene Kinder- und Jugendarbeit
4.1 Die Geschichte der Offenen Kinder- und Jugendarbeit
4.1.1 Beginn des 20. Jahrhunderts bis zu den 1950er Jahren
4.1.2 1950er-Jahre bis Heute
4.2 Grundlagen und Grundsätze
4.3 Empirischer Überblick über die Besucher*innen Offener Einrichtungen
5 Das Empowerment Konzept
5.1 Geschichtliche Entwicklung
5.1.1 Civil-rights-movement
5.1.2 Feminismus
5.2 Die Individualisierungstheorie
5.2.1 Positive Effekte der Individualisierung
5.2.2 Negative Effekte der Individualisierung
5.2.3 Die Bedeutung von Empowerment in Zeiten der Individualisierung
5.3 Definition des Empowerment Begriffs
5.4 Das Menschenbild der Empowerment Bewegung – Absage an den Defizit-Blickwinkel
5.5 Der Ressourcenbegriff
5.6 Ebenen von Empowerment-Prozessen
6 Die Möglichkeiten von Empowerment in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit mit von Armut betroffenen Kindern
6.1 Der Ressourcenblickwinkel auf die Kindheit
6.2 Empowerment in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit auf der Individualebene
6.2.1 Personale Ressourcen und Schutzfaktoren
6.2.2 Soziale Ressourcen und Schutzfaktoren
6.2.3 Bausteine einer stärkenden Pädagogik
6.3 Empowerment in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit auf der Gruppen- und institutionellen Ebene
7 Herausforderungen und Grenzen des Empowerment-Konzeptes
7.1 Erziehung zum mündigen- nicht zum angepassten Menschen
7.2 Herausforderungen durch den Verlust der Normal-Arbeitsbiografie
7.2.1 Fördern und Fordern – Das Empowerment Konzept als Instrument des aktivierenden Sozialstaates?
8 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial und die Limitationen des Empowerment-Konzepts in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit bei der Arbeit mit von Armut betroffenen Kindern. Dabei wird erforscht, wie die pädagogische Praxis dazu beitragen kann, kindliche Kompetenzen zu stärken und die Folgen erlernter Hilflosigkeit zu mindern.
Die Möglichkeiten von Empowerment in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit mit von Armut betroffenen Kindern
Die Offene Kinder- und Jugendarbeit bietet für Kinder und Jugendliche einen niedrigschwelligen Zugang zu Möglichkeiten des sozialen Kontakts zu Gleichaltrigen sowie pädagogisch qualifizierten Erwachsenen. Hier wird den Besucher*innen eine Kontaktmöglichkeit zu den Hilfesystemen des Staates geboten, die durch die Soziale Arbeit vermittelt werden können. Die Kinder und Jugendlichen werden betreut und erhalten die Chance durch die Teilnahme an Projekten und Aktionen neue Fähigkeiten und Hobbys zu entdecken und auszubauen. Viele offene Einrichtungen bieten darüber hinaus Unterstützung bei der Bewältigung des Alltags (z.B. Hausaufgabenbetreuung) und der Gestaltung des beruflichen Werdegangs (z.B. gemeinsames Erstellen von Bewerbungen, Bewerbungstrainings) an.
Außerdem können Erfahrungsspielräume geschaffen werden, sowohl im Rahmen von Projekten als auch im alltäglichen Leben in der Einrichtung. Immer wieder werden die offenen Einrichtungen von den von Armut betroffenen Kinder auch für die Befriedigung der Grundbedürfnisse genutzt, etwa wenn sie zum Beispiel die einzige warme Mahlzeit des Tages dort zu sich nehmen. Die offenen Einrichtungen wirken ergänzend zu den finanziellen Maßnahmen des Wohlfahrtsstaates. Diese senken die Armutsrate zwar bereits deutlich, können aber nicht die psychischen Folgen der Armut lindern. Weitere Ausführungen zur Offenen Kinder- und Jugendarbeit finden sich in Kapitel 4.
Einleitung: Die Einleitung benennt die Problematik von Kinderarmut in Deutschland und erläutert die Relevanz des Empowerment-Ansatzes in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit als zentrales Forschungsthema.
Armut: Dieses Kapitel definiert verschiedene Konzepte von Armut, beleuchtet die Situation von Kinderarmut im Kontext von Lebenslagen und setzt sich kritisch mit deren Auswirkungen sowie der Messbarkeit auseinander.
Theorie der erlernten Hilflosigkeit: Hier werden die psychologischen Grundlagen erläutert, wie wiederholte negative Erfahrungen zur erlernten Hilflosigkeit führen und welche Rolle Attributionen bei der Bewältigung dieser Zustände spielen.
Offene Kinder- und Jugendarbeit: Das Kapitel zeichnet die historische Entwicklung der Jugendarbeit nach, benennt die heutigen Grundsätze und gibt einen empirischen Überblick über die Zielgruppe der Einrichtungen.
Das Empowerment Konzept: Es wird die geschichtliche Genese des Empowerment-Begriffs dargestellt, seine Bedeutung im Zuge gesellschaftlicher Individualisierung diskutiert und das Empowerment-Menschenbild vom Defizit-Blickwinkel abgegrenzt.
Die Möglichkeiten von Empowerment in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit mit von Armut betroffenen Kindern: Hier wird Empowerment als konkretes Arbeitskonzept auf Individual-, Gruppen- und institutioneller Ebene dargestellt, um Ressourcen armutsbetroffener Kinder zu stärken.
Herausforderungen und Grenzen des Empowerment-Konzeptes: Dieses Kapitel diskutiert die Gefahr einer Instrumentalisierung des Konzepts für sozialstaatliche Ziele sowie die Problematik, strukturelle Armutsursachen zu übersehen.
Fazit: Das Fazit fasst die Analyse zusammen und konstatiert, dass Empowerment einen wertvollen Rahmen für die pädagogische Arbeit bietet, jedoch durch ein politisches Mandat der Sozialen Arbeit ergänzt werden muss.
Kinderarmut, Empowerment, Offene Kinder- und Jugendarbeit, Erlernte Hilflosigkeit, Soziale Arbeit, Prävention, Lebenslage, Individualisierung, Ressourcenorientierung, Partizipation, Armutsforschung, Sozialstaat, Stigmatisierung, Resilienz, Subjektorientierung.
Die Arbeit untersucht das theoretische Konzept des Empowerments und dessen praktische Umsetzung in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit im Hinblick auf von Armut betroffene Kinder.
Zentrale Themen sind die Definition und messbare Dimensionen von Armut, die psychologische Theorie der erlernten Hilflosigkeit, die Entwicklung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit sowie die methodischen Möglichkeiten des Empowerment-Konzepts.
Das primäre Ziel ist die kritische Evaluation, welche Chancen und Grenzen das Empowerment-Konzept in der Arbeit mit armutsbetroffenen Kindern innerhalb der Offenen Kinder- und Jugendarbeit aufweist.
Die Arbeit basiert auf einer intensiven Literaturrecherche sowie der Analyse aktueller empirischer Studien und sozialwissenschaftlicher Fachtheorien.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Armut und erlernter Hilflosigkeit, die historische und inhaltliche Darstellung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit sowie eine detaillierte Erörterung von Empowerment als Ressourcen- und Interventionskonzept.
Die Arbeit lässt sich besonders durch Begriffe wie Kinderarmut, Empowerment, Offene Kinder- und Jugendarbeit, Lebenslagen und Ressourcenorientierung beschreiben.
Während der klassische Defizit-Ansatz den Fokus der professionellen Hilfe auf Schwächen und Probleme der Klient*innen legt, fokussiert Empowerment die Stärken, Autonomie und vorhandene Ressourcen der Adressat*innen.
Es bietet die Möglichkeit, der durch Armut oft entstandenen Erfahrung von Fremdbestimmung und Hilflosigkeit gegenzusteuern, indem das Kind als eigenständiges Subjekt ernst genommen und in seiner Selbstwirksamkeit gefördert wird.
Die Autorin warnt vor einer "Machtblindheit", bei der das Konzept dazu instrumentalisiert werden könnte, strukturelle Armutsursachen zu ignorieren und die Verantwortung für die Bewältigung der eigenen Armut einseitig den Kindern und deren Familien zu überlassen.
Die Einrichtungen dienen als geschützte "Möglichkeitsräume", in denen Kinder freiwillig ihre Selbstkonzepte erproben, soziale Netze aufbauen und sich als demokratisch handelnde Akteur*innen erfahren können.
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