Bachelorarbeit, 2023
47 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
2. Grundlagen Tiergestützter Intervention
2.1. Historische Entwicklung und Begrifflichkeiten
2.2. Rahmenbedingungen Tiergestützter Interventionen
2.2.1. Voraussetzungen der Durchführenden
2.2.2. Zielgruppen Tiergestützter Interventionen
2.2.3. Auswahl des Tieres
2.2.4. Einrichtungsbezogene Rahmenbedingungen
2.3. Tierschutz und rechtliche Aspekte
3 Theoretische Grundlagen
3.1. Mensch-Tier-Beziehung
3.1.1. Biophilie-Hypothese
3.1.2. Du-Evidenz
3.1.3. Ableitung aus der Bindungstheorie
3.2. Wirkung Tiergestützter Interventionen
3.2.1. Neurologische Wirkungen
3.2.2. Psychologische Wirkungen
3.2.3. Soziale Wirkungen
3.3. Methodischer Rahmen
3.3.1. Methode der freien Begegnung
3.3.2. Hort-Methode
3.3.3. Brücken-Methode
3.3.4. Präsenz-Methode
3.3.5. Methode der Integration
4. Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen
4.1. Grundlagen zu Verhaltensauffälligkeiten
4.2. Zur Erklärung von Verhaltensauffälligkeiten
4.3. Unterstützungsmöglichkeiten
5. Tiere in der Sozialen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen
5.1. Soziale Arbeit mit Kindern und Jugendlichen
5.1.1. Lebensphasentypische Entwicklung
5.1.2. Kinder- und Jugendhilfe
5.2 Tiergestützte Interventionen im Feld der Sozialen Arbeit
5.2.1. Kindertageseinrichtungen
5.2.2. Offene Kinder- und Jugendhilfe
5.2.3. Stationäre Kinder- und Jugendhilfe
5.3. Fördermöglichkeiten Tiergestützter Interventionen
5.4. Hunde im Einsatz bei Kindern mit Verhaltensauffälligkeiten
5.4.1. Mensch-Hund-Beziehung
5.4.2. Hunde in der Sozialen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen
5.4.3. Voraussetzungen und Grenzen für den Einsatz von Hunden
5.4.4. Canepädagogik nach Möhrke
6. Fazit
Die Arbeit untersucht die therapeutischen und pädagogischen Potentiale tiergestützter Interventionen in der Sozialen Arbeit, insbesondere für Kinder und Jugendliche mit Verhaltensauffälligkeiten, um aufzuzeigen, wie diese Methoden zur emotionalen Stabilisierung und sozialen Förderung beitragen können.
3.1.1. Biophilie-Hypothese
Biophilie setzt sich zusammen aus den griechischen Worten „bio“ und „philie“, also das Leben betreffend und Vorliebe, Liebhaberei, Neigung. In seiner Biophilie-Hypothese geht der Verhaltensbiologe und Soziobiologe Edward O. Wilson 1984 davon aus, dass Menschen im Laufe ihrer Entwicklung eine biologisch begründete Verbundenheit zur Natur und ihren Bewohnern haben, vor allem zu denen, die einen Einfluss auf seinen Entwicklungsprozess hatten. Eine Begründung dafür sei auch, dass Menschen schon immer mit Tieren in der Natur gelebt haben und sich durch die Achtsamkeit auf Natur und Tiere die Überlebenschancen der Menschen erhöht haben.
Wilson geht in seiner Hypothese noch weiter und geht von einer vererbten emotionalen Affinität des Menschen gegenüber lebenden Organismen aus. Er nimmt an, dass diese Verbundenheit angeboren und somit Teil der menschlichen Natur sei. Die Hypothese der Biophilie sei jedoch viel weiter zu fassen als allein die Liebe zur Natur und Tieren, neben dem Wunsch nach Nähe zur Natur bestehe dabei auch der Raum für Angst, Ekel oder der Wunsch eben diese Natur zu dominieren, so Wilson und Kellert (1995) (vgl. Vernooij/Schneider 2018: 4 f.; vgl. Beetz et al. 2021: 28).
In ihrer weiteren Auseinandersetzung mit dieser Theorie stellten sie auch die Hypothese auf, dass die Hinwendung des Menschen zur Natur eine Notwendigkeit und für Kinder einen essenziellen Punkt für ihre geistige, soziale und emotionale Entwicklung darstelle. Mit der zunehmenden Abnahme der Naturzuwendung komme es dadurch zu einer Entfremdung und einem Identitätsverlust des Menschen, da sein Erleben und Verhalten weiterhin auf die frühere Umgebung der Natur abgestimmt sei.
2. Grundlagen Tiergestützter Intervention: Dieses Kapitel erläutert die geschichtliche Entwicklung und die notwendigen Rahmenbedingungen wie Qualifikationen für Fachkräfte und Tierschutzaspekte.
3 Theoretische Grundlagen: Hier werden Erklärungsmodelle zur Mensch-Tier-Beziehung, Wirkungsweisen wie die Oxytocin-Ausschüttung sowie methodische Grundmodelle detailliert analysiert.
4. Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen: Das Kapitel definiert Verhaltensauffälligkeiten, beleuchtet diagnostische Ansätze und die Ursachen innerhalb bio-psycho-sozialer Entwicklungsprozesse.
5. Tiere in der Sozialen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen: Diese Sektion verbindet Theorie und Praxis, indem sie verschiedene Felder der Kinder- und Jugendhilfe sowie den Einsatz von Hunden und das Canepädagogik-Konzept vorstellt.
6. Fazit: Die Arbeit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass tiergestützte Interventionen bei korrekter Planung und fachlicher Reflexion ein wertvolles Förderinstrument in der Sozialen Arbeit sind.
Tiergestützte Interventionen, Soziale Arbeit, Mensch-Tier-Beziehung, Verhaltensauffälligkeiten, Bindungstheorie, Canepädagogik, Oxytocin, Tierschutz, Selbstreflexion, Kinder- und Jugendhilfe, Kindertageseinrichtungen, Pädagogik, Therapie, Coaching, Ressourcenorientierung
Die Bachelor-Arbeit untersucht den Einsatz von Tieren als methodisches Mittel innerhalb der Sozialen Arbeit, speziell zur Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Verhaltensauffälligkeiten.
Die zentralen Felder umfassen die theoretischen Erklärungen der Mensch-Tier-Beziehung, die rechtlichen und ethischen Bedingungen des Tierschutzes sowie die praktische Umsetzung der pädagogischen Arbeit.
Die Kernfrage lautet, welche spezifischen Möglichkeiten und Auswirkungen tiergestützte Interventionen für Kinder und Jugendliche mit Verhaltensauffälligkeiten in der Sozialen Arbeit haben können.
Die Autorin nutzt eine umfassende Literaturanalyse, um den aktuellen Forschungsstand zu theoretischen Grundlagen, Wirkungsweisen und praktischen Konzepten zusammenzuführen und zu diskutieren.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des bio-psycho-sozialen Wirkungsmodells und die praxisnahe Analyse verschiedener Einsatzfelder wie Kindertageseinrichtungen und der stationären Jugendhilfe.
Wichtige Begriffe sind Tiergestützte Intervention, Sozialpädagogik, Mensch-Hund-Beziehung, Bindung, Verhaltensauffälligkeit und Tierschutz.
Es handelt sich um ein heilpädagogisch orientiertes Konzept, das systemische Familienberatung mit der Arbeit eines Hundes verbindet, um langfristig soziale und emotionale Kompetenzen bei Kindern zu fördern.
Da Tiere in der Sozialen Arbeit stark beansprucht werden können, betont die Arbeit, dass das Wohlergehen des Tieres durch Standards (z. B. "Fünf Freiheiten") gewährleistet sein muss, um eine Instrumentalisierung zu vermeiden.
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